Bildende Kunst – Mitglieder

Johann Christoph Frisch

Maler, Radierer

Am 9. Februar 1738 in Berlin geboren,
gestorben am 28. Februar 1815.
Von 1770 bis 1815 Ehrenmitglied der Preußischen Akademie der Künste, Berlin.
Von 1786 bis 1801 Rektor.
Von 1801 bis 1805 Vizedirektor der Akademie der Künste.
Von 1805 bis 1815 Direktor der Akademie der Künste.

Biographie

Frisch, Johann Christoph, Geschichtsmaler, Sohn des Zeichners und Kupferstechers Ferdinand Helfreich Frisch, wurde am 9. Februar 1738 zu Berlin geboren. Er widmete sich wie sein Vater der Kunst und bildete sich zunächst auf der Berliner Akademie, wo er besonders Rodes Schüler war. Später unternahm er mit dem Kunstfreunde Marquis d'Argens eine Reise nach der Provence und ging von dort etliche Jahre nach Italien, um sich hier weiter auszubilden und kehrte von hier nach seiner Vaterstadt zurück, wo er bald unter Ernennung zum Königlichen Hofmaler in königliche Dienste trat. Am 20 December 1770 wurde er Ehrenmitglied der Königlichen Akademie der Künste und mechanischen Wissenschaften zu Berlin, gelegentlich der Reorganisation der Akademie 1786 Rector, im Jahr 1801 Vicedirector und am 9. April 1805 nach W. Meils Tode ständiger Director derselben. Frisch war Mitglied der Akademie geworden, als dieselbe ihr Scheindasein fristete. Er war unter jenen Männern, welche jetzt Beschlüsse betreffs ihrer Reorganisation faßten; er erlebte die segensreichen Folgen jener Beschlüsse, sah das Wiedererblühen der Akademie und führte das Directorat dieser Anstalt in jener furchtbaren Kriegszeit von 1806 bis zu seinem Tode in unverdrossener Tätigkeit, so daß es seinem Verdienste mit zuzuschreiben ist, (...) daß der Fortgang des Unterrichts in den Lehranstalten gesichert blieb und den Mitgliedern und Lehrern der Akademie die Beschwerden und Lasten des Krieges soviel als möglich erleichtert wurden. Frisch's künstlerische Tätigkeit war eine überaus reiche. Zu königlichen Aufträgen fertigte er 1768 für das neue Palais in Potsdam verschiedene Deckenstücke. Später folgten ebensolche für die königlichen Schlösser zu Berlin, Potsdam, Sanssouci, auf der Pfaueninsel zu Berlin, ferner für die Eremitage des neuen Gartens am Heiligen See, die zum größten Teil noch heutigen Tages dort zu sehen sind. Außerdem malte er mythologische Darstellungen, Scenen aus dem Leben Friedrichs des Großen und Bildnisse. Ein Teil seiner Werke hat sich auf den Kunstausstellungen der Akademie befunden: Ausgestellt waren (...) 1. von den historischen: (...) General Seydlitz in der Schlacht bei Rossbach, der Tod des Generals Schwerin bei Prag. 2. von den mythologischen Darstellungen: 1797 ein junger Faun auf einem Blasinstrument Musik übend, Apollo und Daphne, Psyche; 1798 Narzissus; 1802 (...) Salmacis und Hermaphrodit; 1804 Orpheus hat die Eurydice aus der Unterwelt befreit. Eurydice wird dem Orpheus abermals entrissen (...); 1812 Venus, die Mutter der Harmonie wird aus den ungestümen Meeresfluten geboren. Orpheus nach dem Verluste der Eurydice von den Baccantinnen verfolgt. 3. von den Scenen aus dem Leben Friedrichs des Großen: 1800 Friedrich der Große übersieht auf von dem Stöllen'schen Berge die auf seinen Befehl (...) bei Neustadt angelegten Colonien, in Oel, Friedrich der Große nach der Schlacht bei Collin; 1804 Friedrich II. nach der Schlacht bei Torgau. Daniel Berger hat nach Frisch Verschiedenes in Kupfer gestochen, so z. B. den Tod des Generals Schwerin, General Seydlitz in der Schlacht bei Roßbach, Friedrich der Große nach der Schlacht bei Collin, Friedrich II. in Nienburg. Die Zahl seiner Schüler ist eine bedeutende; unter ihnen sind die Maler Schumann und Niedlich die bekanntesten. Am 28. Februar 1815 beschloß er hochgeehrt in seiner Vaterstadt sein tätiges Leben.
(Auszug aus der Matrikel der Akademie der Künste)