Musik – Mitglieder

Udo Zimmermann

Komponist, Dirigent

Am 6. Oktober 1943 in Dresden geboren, lebt dort.
Von 1983 bis 1993 Mitglied der Akademie der Künste, Berlin (Ost), Sektion Musik.
Seit 1993 Mitglied der Akademie der Künste, Berlin, Sektion Musik.
Von 2003 bis 2008 Direktor der Sektion Musik.

Biographie

1954-1962 Sängerknabe im Dresdner Kreuzchor.
1962-1968 Studium an der Hochschule für Musik "Carl Maria von Weber", Dresden, in den Fächern Komposition, Dirigieren und Gesang.
1968-1970 Meisterschüler an der Akademie der Künste, Berlin.
1970-1984 Komponist und Dramaturg an der Dresdner Staatsoper.
1974 Gründer und Leiter des Studios "Neue Musik", Staatsoper Dresden/Radio DDR.
1978 Professur für Komposition an der Hochschule für Musik "Carl Maria von Weber" in Dresden.
Seit 1979 Dirigententätigkeit mit vielen großen europäischen Orchestern, u. a. mit den Berliner Philharmonikern, den Wiener Symphonikern, der Staatskapelle Dresden, dem Gewandhausorchester Leipzig, dem Orchester Radio France Paris, dem Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem NDR-Sinfonieorchester Hamburg, dem Prager Rundfunk-Sinfonieorchester, dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin.
Gastdirigent an den Opernhäusern in Wien, Hamburg, München und Bonn.
Seit 1980 Gastvorlesungen und Meisterkurse, u. a. in Österreich, Schweiz, Italien, Frankreich, England und den USA.
Seit 1982 Professur für Musiktheater in Dresden.
1985-1990 Leiter der Werkstattbühne für zeitgenössische Musiktheater an der Oper Bonn.
Seit 1986 Leiter des Dresdner Zentrums für zeitgenössische Musik.
Seit 1988 Künstlerischer Leiter des musica-viva-ensemble dresden.
1990-1996 Präsident des Kuratoriums der Stiftung Kulturfond Berlin.
1990-2001 Intendant der Oper Leipzig.
1991/1995 composer-in-residence zu den Salzburger Festspielen.
Seit 1997 Künstlerischer Leiter der Münchner Musica-Viva des Bayerischen Rundfunks.
1997-2001 Präsident des Sächsischen Kultursenats.
2001-2003 Intendant der Deutschen Oper Berlin.

Mitglied und 1992-1999 Präsident der Freien Akademie der Künste, Leipzig, Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, München, der Freien Akademie der Künste, Hamburg, der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste, Wien, der Freien Akademie der Künste, Mannheim, der Sächsischen Akademie der Künste, Dresden, der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste, Frankfurt am Main.

Werk

(Auswahl):
Musiktheater:
1967-1968 Weiße Rose (1. Fassung), Oper in acht Bildern, Libretto von Ingo Zimmermann
1970 Die zweite Entscheidung, Oper in sieben Bildern und drei Interludien, Libretto Ingo Zimmermann
1972 Levins Mühle, Oper in neun Bildern frei nach dem gleichnamigen Roman von Johannes Bobrowski, Libretto von Ingo Zimmermann
1976 Der Schuhu und die fliegende Prinzessin, Märchenoper nach Peter Hacks in drei Abteilungen, Libretto von Udo Zimmermann und Eberhard Schmidt
1981 Die wundersame Schustersfrau, Oper in zwei Akten nach Federico Gracía Lorca, Libretto Udo Zimmermann und Eberhard Schmidt
1985 Weiße Rose (2. Fassung), Szenen für zwei Sänger und 15 Instrumentalisten nach Texten von Wolfgang Willaschek

Vokalmusik:
1961 Wort ward Fleisch, Motette für acht Stimmen
1964 Fünf Gesänge für Bariton für Bariton und Kammerorchester nach Texten von Wolfgang Borchert
1965 Neruda-Lieder für Singstimme, Klarinette und Klavier
1966 Sonetti amorosi für Alt, Flöte und Streichquartett nach Texten der Caspara Stampa
1968 Holunderblüte für Singstimme und Klavier
1970 Der Mensch, Kantate für Sopran und 13 Spieler, Text nach Eugène Guillevic
1973 Ein Zeuge der Liebe, die besiegt den Tod für Sopran und Kammerorchester nach Texten von Tadeusz Rózewicz
1974 Ode an das Leben für Alt (Mezzosopran), drei gemischte Chöre und Orchester, Texte nach Pablo Neruda und Lukrez
1977 Hymne an die Sonne für Sopran, Alt, Flöte und Cembalo, Text von Heinrich von Kleist
1981/82 Wenn ich an Hiroshima denke, Lieder für Sopran und Klavier (und Flöte) oder für Sopran mit Kammerorchester nach Texten von Sadako Kurihara
1982 Pax Questuosa (Der klagende Friede) für Soli, drei Chöre und Orchester nach Texten von Franz von Assisi und deutschsprachiger Autoren des 20. Jahrhunderts
1986 Gib Licht meinen Augen oder ich entschlafe des Todes für Sopran, Bariton und Orchester, Texte von Wolfgang Willaschek
1988 Noveaux Diverstissements d’apres Rameau pour cor et orchestre de chambre
1990 Wenn ein Wintervogel das Herz ..., Liederzyklus für Bariton und Klavier nach Texten von Rebecca Lutter
1996-1997 Ich bin eine rufende Stimme für Soli, drei Kammerchöre, Kinderchor und Orchester

Orchester und Kammerensemble:
1966 Dramatische Impression für Violoncello und Orchester
1966/83 Konzert für Pauken und Orchester
1968 Musik für Streicher
1970 L’Homme, Meditationen für Orchester nach Eugène Guillevic
1970 Sieh, meine Augen, Reflexionen für Kammerorchester nach Ernst Barlach
1973 Tänzerinnen, Choreographien nach Degas für 21 Instrumentalisten
1973 Mutazioni per orchestra
1977 Sinfonia come un grande lamento, Dem Andenken Federico Gracía Lorcas
1982 Songerie pour orchestre de chambre, Dem Andenken von Karl Böhm
1984 Canticum marianum, Musik für 12 Violoncelli
1986 Mein Gott, wer trommelt denn da? Reflexionen für Orchester
1994 Dans la marche, Hommage à Witold Lutoslawski für großes Orchester

Kammermusik:
1962 Dramatische Impressionen für Violoncello und Klavier
1964 Sonatine für Violine und Klavier
1965 Movimenti caratteristici für Violoncello
1967 Klaviersonate 1967
1971 Episoden für Bläserquintett
1981 Die Spieldose - aus der Oper "Die wundersame Schustersfrau" für Cembalo

Auszeichnungen

(Auswahl):
1972, 1973 Hanns-Eisler-Preis von Radio DDR
1991 Kritikerpreis "Musik" durch den Verband der Deutschen Kritiker Berlin
1993 Bundesverdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland
2002 Sächsischer Verdienstorden
mehrfach Preisträger der "Komponisten-Tribüne" der UNESCO, Paris