Bildende Kunst – Mitglieder

Christian Bernhard Rode

Geschichtsmaler, Radierer

Am 25. Juli 1725 in Berlin geboren,
gestorben am 14. Juni 1797.
Von 1756 bis 1797 Ehrenmitglied der Preußischen Akademie der Künste, Berlin.
Von 1783 bis 1797 Direktor der Akademie der Künste.

Biographie

Bernhard Rode geb. zu Berlin 25. Juli 1725, gestorben daselbst den 14. Juni 1797. Schon früh verrieth er eine lebhafte Neigung zu den Wissenschaften, welche aber in der Folge durch die Liebe zur Malerei überwogen wurde. Anfangs war Müller aus Siebenbürgen, dann fast vier Jahre hindurch Anton Pesne sein Lehrer. Im Jahre 1750 besuchte er Paris, nutzte anderthalb Jahre Reston's u. Carl Venloo's Unterricht, kam nach Berlin zurück u. trat dann seine Reise nach Italien an. Hier verlebte er zwei Jahre theils in Rom theils in Venedig. Nach seiner Rückkunft in Berlin veranlaßte ihn der Tod seines Vaters im J. 1756 zu zwei großen allegorischen Gemälden, welche er nebst drei großen Altar Bildern der Marienkirche schenkte. Aehnliche Geschenke erhielten auch andere Kirchen, namentlich die Garnisonkirche vier allegorische Bilder von 4 im siebenjährigen Kriege gebliebenen Helden denen er später ein fünftes, den Tod des General Ziethen, hinzufügte. Diese Arbeiten machten seinen Namen auch im Auslande bekannt, wofür ihm Aufträge zukamen; so malte er z.B. vier Bilder für eine griechische Kirche in der Ukraine. Sein rastloser Fleiß u. seine Manier, welche die mühsame Vollendung aller Details verschmähte, machte es ihm möglich, eine so große Menge von Bildern zu fertigen. Die meisten derselben sind von ihm, in einer geistreichen ihm eigenen Manier, in Kupfer geätzt worden. Von diesen Blättern giebt es ein Verzeichnis nebst drei Beilagen, worin jedes Stück aufgeschrieben ist, eine Fortsetzung über seine später radirten Blätter ist nicht erschienen. Mit besonderer Liebe malte er als wahrer Patriot die merkwürdigsten Epochen aus der Brandenburgischen Geschichte. Biblische Gegenstände waren ihm jedoch unter allen die liebsten. Er selbst legte einen besonderen Werth auf einen von ihm gemalten Christuskopf, der ihm zum Muster für alle Christusköpfe gedient hatte. In den Schlössern zu Berlin u. Potsdam hat er mehrere Deckenstücke u. Wandgemälde ausgeführt, auf den Wänden der Kapelle in dem königl. Schlosse zu Berlin hat er (1789) biblische Gegenstände in Oelfarben gemalt, die den prachtvollen Anblick welchen die Kapelle gewähret, ncoh mehr erhöhen. Eines seiner schönsten Bilder, ein Ecce homo in der Petrikirche zu Berlin, wurde 1809 mit der Kirche zugleich von den Flammen verzehret. Friedrich II. ernannte ihn 1783 nach Le Sueur's erfolgtem Tode zum Direktor der Akademie. Unter seinem Directorate nahmen im Jahre 1783 die Berathschlagungen der akademischen Mitglieder über eine endliche höchst nöthige Verbesserung des Zustandes der Akademie ihren Anfang. Aber leider mußten alle wohlgemeinten bis zum Jahre 1785 fortgesetzten Bemühungen dieser Männer für die wesentliche Verbesserung des Ganzen u. der einzelnen Theile fruchtlos bleiben, da es der Anstalt an einem Hause fehlte, welches durch sein Ansehen u. seinen größeren Einfluß in die Triebfedern des Staats, der unmittelbare Stellvertreter der höchsten Person des Landesherren, von dem hauptsächlich u. allein alle reelle Hülfe u. Unterstützung herabkommen mußte, gewesen wäre. Ein solches ward der Akademie endlich in der Person des Staatsministers Freiherrn von Heinitz, den Friedr. II. unterm 25. Januar 1786 beauftragte, sich der Sache ein wenig mit anzunehmen u. Vorschläge zur Verbesserung der Anstalt zu machen. Dieser einsichtsvolle, kunstliebende und patriotische Staatsmann benutzte den erhaltenen Auftrag mit so warmem Eifer für die Wiederherstellung der Akademie, daß man von dem Tage seiner Uebernahme des akademischen Kuratoriums mit Recht die neue u. glänzende Periode der Wiederherstellung der Akad. rechnen muß. Auf sein Antrag wurden der Akad. die durch den Tod des Maler Calan erledigte Pension von 300 Thaler u. eine durch den Tod des Portraitmaler Dubuisson erledigte von 200 rt. zur Verbesserung der Lehrergehalte, bewilliget, um die sie früher vergeblich gebeten hatten. Conferenzen wurden wieder regelmäßig von den Mitgliedern gehalten u. die erste Kunstausstellung den 20. Mai 1786 veranstaltet. Auf Heinitz Veranlassung wurde die erste Kunst u. Gewerbeschule in Berlin errichtet 1787. Zu Halle 1791, dann zu Königsberg u. Breslau, zu Magdeburg 1796 u. zu Danzig 1804.
(Auszug aus der Matrikel der Akademie der Künste)