Bildende Kunst – Mitglieder

Peter Ludwig Lütke

Landschaftsmaler, Radierer

Am 4. März 1759 in Berlin geboren,
gestorben am 19. Mai 1831.
Von 1787 bis 1831 Ehrenmitglied der Preußischen Akademie der Künste, Berlin.
Mitglied des Senats
Von 1789 bis 1824 Professor für Landschaftsmalerei

Biographie

Lütke, Peter Ludwig, Landschaftsmaler, wurde am 4. März 1759 zu Berlin als der Sohn eines nicht unbemittelten Schiffseigentümers geboren. Von demselben zum Kaufmannsstande bestimmt, erlernte seiner Neigung zur Kunst entgegen bei den Kaufleuten Anhalt & Wagner die Handlung, blieb auch nach überstandener Lehrzeit noch etliche Jahre in der Handlung tätig, übte sich aber unausgesetzt (?) im Zeichnen und Malen, sobald sich ihm eine günstige Gelegenheit dazu darbot. - In der Folge unterstützte sein Prinzipal, der selbst ein großer Kunstfreund war und eine Sammlung vorzüglicher Gemälde besaß, das künstlerische Studium des jungen Mannes und suchte seinen Vater (...) dahin zu stimmen, daß derselbe seine Einwilligung gab, daß Lütke sich schließlich der Kunst ausschließlich widme. Lütke gab die Handlung ganz auf, wendete sich definitiv der Malerei zu und ging, ohne regelmäßige Kunststudien gemacht zu haben, in Gesellschaft der Landschaftsmaler Janus Genelly und dessen Bruder Johann Christian G. mit Empfehlungen an Philipp Hackert nach längerem Aufenthalt in der Schweiz nach Rom. Hackert riet ihm, gleich nach der Natur zu studieren, und nahm ihn auf seinen Studienausflügen mit, wo er oft Gelegenheit hatte, die Leichtigkeit und Schnelligkeit zu bewundern, mit welcher derselbe die Gegenstände auffaßte. - Von Rom aus bereiste Lütke Neapel und Sicilien und machte überall sorgfältige und getreue Zeichnungen und Skizzen der merkwürdigsten und schönsten Gegenden Italiens, von denen in der Folge viele ebenso sorgfältig und getreu größtenteils in Oel, andere in Aquarell=Manier ausgeführt wurden. Im Anfang des Jahres 1787 kehrte er aus Italien nach Berlin zurück, wurde bereits am 22. Juni 1787 Ehrenmitglied der Akademie der Künste und mechanischen Wissenschaften, am 28. Februar 1789 zum Professor ernannt und, indem gleichzeitig das Lehrbuch der Landschaftsmalerei definitiv übertragen ward, in den Senat der Akademie auf Lebenszeit berufen. Er übte nun an der Akademie eine ersprießliche Lehrtätigkeit bis zum Julie 1824, wo ein Schlagfluß seine künstleriche Tätigkeit hemmte. Er starb abermals vom Schlage getroffen, am 19. Mai 1831 in seiner Vaterstadt. - Sein Sohn Ludwig Eduard, ebenfalls Landschaftsmaler, leitete interimistisch den Unterricht an der Akademie während der Krankheit seines Vaters. Lütke besaß hervorragende Kenntnisse in der Botanik. Auf seine Anregung wurden vielfach Verbesserungen in der Akademie vorgenommen, namentlich eine zweckmäßigere Beleuchtung in dem Modellsaale eingeführt. Er brachte auch eine schätzbare Sammlung vorzüglicher Antiken aus Italien mit nach Berlin, die später in das Eigentum der Akademie übergingen und den Stamm der bedeutenden Sammlung der Akademie ausmachen. Fast alle seine Gemälde in Oel, seine Radierungen und Zeichnungen haben sich auf den Ausstellungen der Akademie befunden und zu deren besten Werken gezählt. In den königlichen Schlössern zu Berlin und Potsdam befinden sich mehrere ausgezeichnete, sowohl italienische als auch vaterländische Gegenden darstellende Werke seiner Hand, an denen neben wundervoller Ausstattung (?) und herrlicher Beleuchtung eine correcte Zeichnung und die treue Characterisierung der verschiedenen Baumarten hervorgehoben wird. Die Akademie der Künste besitzt von ihm: das Souterrain in der villa Mecerata (?) bei Tivoli 1793, den Lago di Temi - 1795 - die Solfatara bei Neapel (1797); den Sturz des Velino in die Nera unweit Terni (1798) gewöhnlich 'Cascade von Terni' genannt, sämtlich in Oel ausgefertigte Gemälde, sowie mehrere Zeichnungen von Baumstudien für den Unterricht bestimmt. In den Besitz des Königs waren übergegangen: eine Ansicht von Toorminum gegen den Aetna hin (1789), eine Gegend bei Neapel mit der Aussicht auf den Vesuv (1798) (beide im Schloße zu Berlin), eine Landschaft mit einem Bacchanale (1791) (Marmorpalais), (...) vier Aussichten der Pfaueninsel (...) (1794), nämlich: die Pfaueninsel selbst nebst dem Palais und der umliegenden Gegend, 2. Prospect des kgl. Palais am heiligen See bei Potsdam, 3. ein geschlossener See, in welchem auf einer Erdzunge die im gothischen Style erbaute Meierei auf der Pfaueninsel befindlich ist, 4. eine Insel mit Palästen von mannigfaltigen Bäumen umgeben; eine Eruption des Vesuv bei der Nacht (1795), Schloß zu Potsdam, die Mühle zu Glienecke bei Potsdam (1804), zwei Wasserfälle bei Tivoli (1804), Prospekt (...) der Festung Colberg und deren Umgebung von der Abendseite (1810), Ansicht des Münder-Forts am Einflusse der Persante in die Ostsee bei Colberg von der Mittagseite (1810) beide ebenda, das Mausoleum in Charlottenburg mit dessen Umgebung (...). Von seinen Radirungen sind am bekanntesten: vier chinesische Landschaften nach Alexander auf der Reise des engl. Gesandten Lord Murrartney (?) in China gesammelt, zur Spener'schen deutschen Ausgabe dieser Reise; vier Blätter zu den Gedichten des Pastors (...) Schmidt in Werneuchen.
(Auszug aus der Matrikel der Akademie der Künste)