Darstellende Kunst – Mitglieder

René Pollesch

Dramatiker, Regisseur

Am 29. Oktober 1962 in Dorheim/Friedberg geboren, lebt in Berlin.
Seit 2012 Mitglied der Akademie der Künste, Berlin, Sektion Darstellende Kunst.

Biographie

1983-1989 Studium am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen bei Andrzej Wirth und Hans-Thies Lehmann. Mitwirkung in szenischen Projekten der Gastdozenten Heiner Müller, George Tabori, John Jesurun u. a.
Inszenierungen auf der Probebühne Gießen.
Anschließend Arbeit mit eigenem Ensemble in Frankenthal. Erste Auftragsarbeiten für das Theater am Turm, Frankfurt am Main, und Inszenierungen eigener Stücke auf der TAT-Probebühne.
Nebenher Übersetzungen und Bearbeitungen.
1996 Arbeitsstipendium am Royal Court Theatre in London mit Seminaren bei Harold Pinter, Caryl Churchill, Stephen Jeffreys u. a.
1997 Stipendium der Akademie Schloss Solitude in Stuttgart.
1999/2000 Hausautor und Regisseur am Luzerner Theater. 2000/2001 Hausautor am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg.
2001-2007 Künstlerischer Leiter des Praters der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz.
Inszenierung eigener Texte an der Berliner Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz sowie am Deutschen Schauspielhaus Hamburg, an den Münchner Kammerspielen, am Wiener Burgtheater, am Staatstheater Stuttgart, am Schauspielhaus Zürich und in Santiago de Chile, Stockholm, Tokio und Warschau.

Werk

Texte und Inszenierungen (Auswahl):
Ich schneide schneller 1, Probebühne Gießen
Daheimbs - Eine Familienserie, Probebühne Gießen
Splatterboulevard, Theater am Turm, Frankfurt am Main 1992
Ich schneide schneller (Version 4), Theater am Turm, Frankfurt am Main 1993
Entertaining Mr. S-Rip-Off, Theater am Turm, Frankfurt am Main 1994
Pool - A Snuff Comedy, Theater am Turm, Frankfurt am Main 1994
Drei hysterische Frauen / Three Hysterical Women / Trois femmes hystériques, Prater-Spektakel der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin 1998
Superblock, Berliner Ensemble 1998
Globalisierung und Verbrechen, szenische Lesung, Schauspiel Leipzig 1999
Heidi Hoh, Podewil, Berlin 1999
Java™ in a Box, 13-teilige Soap, erste Folge, 24.9.1999
Heidi Hoh arbeitet hier nicht mehr, Podewil, Berlin / Luzerner Theater 2000
Frau unter Einfluss, Prater der Volksbühne, Berlin 2000
world wide web-slums, 10-teilige Theater-Serie, Deutsches Schauspielhaus, Hamburg 2000
Smarthouse® 1+2, Staatstheater Stuttgart 2001
ufos & interviews, Luzerner Theater 2001
Heidi Hoh - die Interessen der Firma können nicht die Interessen sein, die Heidi Hoh hat, Podewil, Berlin / Künstlerhaus Mousonturm, Frankfurt am Main 2001
Stadt als Beute, Prater der Volksbühne, Berlin 2001 (Prager Trilogie)
Insourcing des Zuhause. Menschen in Scheißhotels, nach Lorenz/Kuster/Boudry, Prater der Volksbühne, Berlin 2001 (Prager Trilogie)
Sex, von René Pollesch nach Mae West, Prater der Volksbühne, Berlin 2002 (Prager Trilogie)
DER KANDIDAT (1980). SIE LEBEN!, Festival Theaterformen, Braunschweig / Deutsches Schauspielhaus, Hamburg 2002
24 STUNDEN SIND KEIN TAG / Escape from New York, nach Rainer Werner Fassbinder und John Carpenter, Volksbühne, Berlin 2002
Soylent Green ist Menschenfleisch, sagt es allen weiter!, Prater der Volksbühne, Berlin 2003
Freedom, Beauty, Truth & Love. Das revolutionäre Unternehmen, Volksbühne, Berlin 2003
LSD, Staatstheater Stuttgart 2003
Splatterboulevard, Deutsches Schauspielhaus, Hamburg 2003
Der Leopard von Singapur, von René Pollesch nach Fritz Lang, Prater der Volksbühne, Berlin 2003
Telefavela, Prater der Volksbühne, Berlin 2004
Svetlana in a Favela, Koproduktion Theater Luzern / Theater Basel, 2004
Pablo in der Plusfiliale, Recklinghausen und Prater der Volksbühne, Berlin 2004
Hallo Hotel...! Festival Theaterformen Braunschweig / Burgtheater Wien 2004
1000 Dämonen wünschen dir den Tod (Prater Saga 1), Prater der Volksbühne, Berlin 2004
Die Magie der Verzweiflung (Prater Saga 5), Prater der Volksbühne, Berlin 2005
Der okkulte Charme der Bourgeoisie bei der Erzeugung von Reichtum, Deutsches Schauspielhaus, Hamburg 2005
Häuser gegen Etuis, Burgtheater Wien 2005
Menschen in Etuis, Schauspiel Hannover 2005
Cappucetto Rosso, Salzburger Festspiele in Koproduktion mit der Volksbühne Berlin 2005
Schändet eure neoliberalen Biografien, Münchner Kammerspiele 2005
Notti senza cuore - life is the new hard!, Prater der Volksbühne, Berlin 2005
Strepitolino - i giovanottti desgraziati, Prater der Volksbühne, Berlin 2006
Wann kann ich endlich in einen Supermarkt gehen und kaufen was ich brauche allein mit meinem guten Aussehen, Staatstheater Stuttgart 2006
L'affaire Martin! Occupe-toi de Sophie! Par la fenêtre, Caroline! Le mariage de Spengler. Christine est en avance, Volksbühne, Berlin 2006
Das purpurne Muttermal, Akademietheater, Wien 2006
Tod eines Praktikanten, Prater der Volksbühne, Berlin 2007
Solidarität ist Selbstmord, Münchner Kammerspiele 2007
Ragazzo dell' Europe, Teatr Rozmaitości, Warschau 2007
Liebe ist kälter als das Kapital, Schauspiel Stuttgart 2007
Diktatorengattinnen I, Volksbühne, Berlin 2007
Darwin-win & Martin Loser-Drag King & Hygiene auf Tauris, Volksbühne, Berlin 2008
Ruhrtrilogie Teil 1: Tal der fliegenden Messer, Mülheim an der Ruhr und Crazy Horse, Berlin 2008
Fantasma, Akademietheater Wien 2008
Ping Pong d'Amour, Münchner Kammerspiele 2009
Ein Chor irrt sich gewaltig, Prater der Volksbühne, Berlin 2009
Wenn die Schauspieler mal einen freien Abend haben wollen übernimmt Hedley Lamarr, Staatstheater Stuttgart 2009
Ruhrtrilogie Teil 2: Cinecittà aperta, Mülheim an der Ruhr und Prater der Volksbühne, Berlin 2009
Calvinismus Klein, Schauspielhaus Zürich 2009
Ich schau dir in die Augen, gesellschaftlicher Verblendungszusammenhang, Volksbühne, Berlin 2010
Mädchen in Uniform, Deutsches Schauspielhaus, Hamburg 2010
Peking-Opel, Akademietheater Wien 2010
Ruhrtrilogie Teil 3: Der perfekte Tag, Mülheim an der Ruhr und Berlin-Pankow, 2010
Drei Western, Staatstheater Stuttgart 2010
Sozialistische Schauspieler sind schwerer von der Idee eines Regisseurs zu überzeugen, Schauspiel Frankfurt 2010
XY Beat, Münchner Kammerspiele 2010
Schmeiß Dein Ego weg!, Volksbühne, Berlin 2011
Was du auch machst, mach es nicht selbst, nach Tocotronic, Theater Freiburg 2011
Fahrende Frauen, Schauspielhaus Zürich 2011
Die Kunst war noch viel populärer, als ihr noch keine Künstler wart, Volksbühne, Berlin 2011
Jackson Pollesch, Teatr Rozmaitości, Warschau 2011
Die Liebe zum Nochniedagewesenen, Akademietheater Wien 2012
Kill your Darlings! Streets of Berladelphia, Volksbühne, Berlin 2012
Wir sind schon gut genug!, Schauspiel Frankfurt 2012
Eure ganz großen Themen sind weg!, Münchner Kammerspiele 2012
Neues vom Dauerzustand, Schauspielhaus Hamburg 2012
Molières Don Juan von René Pollesch, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin 2012
Macht es für euch!, Zürcher Schauspielhaus 2012
KapiTal der Puppen, Staatsschauspiel Dresden 2013
Die Revolver der Überschüsse, Schauspiel Stuttgart 2013
Der General, Volksbühne, Berlin 2013
Glanz und Elend der Kurtisanen, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin 2013
Cavalcade or Being a Holy Motor, Burgtheater Wien, Akademietheater 2013
Gasoline Bill, Münchner Kammerspiele 2013
Herein, herein, ich atme dich ein!, Schauspielhaus Zürich 2014
Je t'adorno, Schauspiel Frankfurt, Bockenheimer Depot 2014
House for Sale, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin 2014
Du weißt einfach nicht, was die Arbeit ist, Schauspiel Stuttgart 2014
Rocco Darsow, Schauspielhaus Hamburg 2014
Von einem der auszog, weil er sich die Miete nicht mehr leisten konnte, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin 2015
Love/No Love, Schauspielhaus Zürich 2015
Keiner findet sich schön, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin 2015
Service / No service, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin 2015
Bühne frei für Mick Levčik, Schauspielhaus Zürich 2016
I love you but I've chosen Entdramatisierung, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin 2016
Stadion der Weltjugend, Schauspiel Stuttgart im Autokino Kornwestheim, 2016

Übersetzungen und Bearbeitungen:
Metamorphosen nach Ovid, Regie: Wolfgang Hofmann, Theater der Stadt Heidelberg 1990
Ein Sommernachtstraum, William Shakespeare, Bad Hersfelder Festspiele 1992
The Fairy Queen, Henry Pucell, Theater der Stadt Heidelberg 1995
Bei Banküberfällen wird mit wahrer Liebe gehandelt, Regie: Stefan Pucher, Schauspielhaus Zürich 2003
Metanoia. Über das Denken hinaus. Staatsoper im Schiller Theater, Berlin 2010
Joe Orton: Beute, Rowohlt Theater Verlag
Joe Orton: Was der Butler sah, Rowohlt Theater Verlag

Publikationen:
René Pollesch, Wohnfront 2001-2002, hg. von Bettina Masuch / Volksbühne Berlin, Alexander Verlag, Berlin 2002
René Pollesch, www-slums, hg. von Corinna Brocher, Rowohlt Taschenbuch, Reinbek 2003
24 Stunden sind kein Tag, Synwolt-Verlag, Berlin 2003
René Pollesch, Zeltsaga - Polleschs Theater 2003/2004, Lenore Blievernicht (Hg.), Synwolt Verlag, Berlin 2004
René Pollesch, Pratersaga, hg. von Aenne Quinones / Volksbühne Berlin, Alexander Verlag, Berlin 2005
René Pollesch, Liebe ist kälter als das Kapital. Stücke Texte Interviews, hg. von Corinna Brocher und Aenne Quinones, Rowohlt Taschenbuch, Reinbek 2009
Kill Your Darlings, Stücke, hg. von Nils Tabert, Rowohlt Taschenbuch, Reinbek 2015
Film und Fernsehen:
Ich schneide schneller, ZDF, Kleines Fernsehspiel, 1997
Ich schneide schneller, Soap, ZDF, 1998
24 Stunden sind kein Tag, 3sat/Theaterkanal, 2003
Stadt als Beute, Regie: Irene von Alberti, Miriam Dehne, Esther Gronenborn, 2005
Portrait aus Desinteresse, 2008

Hörspiele:
Heidi Hoh, DLR/WDR, 2000
Heidi Hoh arbeitet hier nicht mehr, DLR, 2001
Heidi Hoh - die Interessen der Firma können nicht die Interessen sein, die Heidi Hoh hat, NDR, 2003
Tod eines Praktikanten, DLR, 2007

Auszeichnungen

2001 Mülheimer Dramatikerpreis (für world-wide-web slums)
2002 Wahl zum besten deutschen Dramatiker für die Prater-Trilogie, Kritikerumfrage der Zeitschrift Theater heute
2006 Mülheimer Dramatikerpreis (für Cappucetto Rosso)
2007 Nestroy-Preis in der Kategorie Bestes Stück in Wien (für Das purpurne Muttermal)
2009 Publikumspreis des Mülheimer Dramatikerpreises (für Fantasma)
2012 Else Lasker-Schüler-Dramatikerpreis