Sektion Bildende Kunst

Die Sektion Bildende Kunst ist so alt wie die Akademie der Künste selbst. Zusammen mit der Architektur bildete sie den Kernbestand der 1696 gegründeten "Academie der Mahl-, Bild- und Baukunst". In ihrer über 300-jährigen Geschichte gehörten ihr u.a. Andreas Schlüter, Johann Gottfried Schadow, Carl Blechen, Max Liebermann, Heinrich Zille, Käthe Kollwitz und Wilhelm Lehmbruck an. In neuerer Zeit umfasste die Sektion neben Hans Uhlmann, Fred Thieler, Bernard Schultze und Joseph Beuys auch zahlreiche auswärtige Mitglieder wie Edouardo Chillida, Piero Dorazio, Nam June Paik und Ronald B. Kitaj. Als eine Besonderheit der Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg darf die Mitwirkung engagierter Kunstvermittler wie Eberhard Roters, Werner Haftmann und Harald Szeemann an der internen Diskussion und öffentlichen Darstellung der Sektion gelten.

Auf Anregung und unter Teilnahme der Mitglieder werden Ausstellungen, Vortragsreihen und Symposien veranstaltet, die primär den ästhetischen und gesellschaftlichen Aspekten der zeitgenössischen Kunstpraxis und ihrer historischen Fundierung gewidmet sind. Das Spektrum reicht dabei von konzentrierten, jeweils auf ein spezielles Werk oder eine bestimmte Konzeption hin ausgerichteten Veranstaltungen, wie etwa der Reihe "Sehen und Denken" (1997-2004), über monographische Präsentationen, mit denen teils in eigener Regie, teils in Kooperation mit anderen Institutionen die Aufmerksamkeit auf eine besondere künstlerische Position gelenkt wird (z. B. Germaine Richier, Louise Bourgeois, Tony Cragg, Hans Haacke), bis hin zu großen Überblicksausstellungen, die neue Tendenzen oder zentrale Themen der zeitgenössischen Kunst zur Diskussion stellen. So zeigte "E.U. positive" überwiegend jüngere Künstler aus Mittel- und Osteuropa. "RAUM – Orte der Kunst" hingegen war, begleitet von Symposien und Publikationen, eines der thematisch anspruchsvollsten Ausstellungsprojekte der letzten Jahre, das durch seinen transdisziplinären Charakter ein spezifisches Potential der Akademie verdeutlichte.

Die Sektion vergibt außerdem eine Reihe von Preisen und Stipendien, darunter den jährlich verliehenen Käthe-Kollwitz-Preis, der mit einer Ausstellung verbunden ist. Der Beratungsauftrag der Akademie wird durch die Mitwirkung der Mitglieder und Mitarbeiter in Jurys, Gremien, Beiräten, sowie die Beteiligung an öffentlichen Initiativen zu Aufgaben der Bildenden Kunst erfüllt.

Mitglieder

Direktoren
seit 2003 Robert Kudielka
1997-2003 Michael Schoenholtz
1993-1997 Rolf Szymanski

Stellvertretende Direktoren
seit 2006 Hermann Pitz
1997-2006 Klaus Staeck
1994-1997 Frank Badur

(Stand 26.03.2008)


Ausstellung

Max Frisch in seiner Wohnung im Lochergut, Zürich 1967
© Barnabas Bosshart / Fotostiftung Schweiz

100 Jahre Max Frisch - Eine Ausstellung

14. Januar - 11. März

Akademie der Künste, Hanseatenweg

"Was dabei herauskommt, aus unserer Berlin-Station, meine ich, ist ungewiss; vorläufig geniesse ich die Ungewissheit", schreibt Max Frisch im März 1973 an Jörg Steiner, kurz nach dem Einzug in die Sarrazinstraße in Friedenau. In den folgenden Jahren entstand das bisher unveröffentlichte "Berliner Journal", das nun erstmals in Auszügen im Rahmen der Ausstellung "100 Jahre Max Frisch" zu sehen ist.