Bildende Kunst

Die Sektion Bildende Kunst besteht so lang wie die Akademie der Künste selbst. Zusammen mit der Sektion Baukunst bildete sie den Kernbestand der 1696 durch Kurfürst Friedrich III. gegründeten "Academie der Mahl-, Bild- und Baukunst". In ihrer über 300-jährigen Geschichte gehörten ihr u. a. Andreas Schlüter, Johann Gottfried Schadow, Carl Blechen, Max Liebermann, Heinrich Zille, Käthe Kollwitz und Wilhelm Lehmbruck an.

Heute setzt sich die Sektion Bildende Kunst aus Mitgliedern zusammen, die das gesamte Spektrum der interdisziplinär ausgerichteten zeitgenössischen bildenden Kunst repräsentieren. Die internationale Mitgliedschaft besteht aus Bildhauern, Malern, Kunsttheoretikern, Fotografen, Kuratoren, Filmemachern sowie Konzept-, Video- und Soundkünstlern.

In der Akademie der Künste besteht neben der Sektion Bildende Kunst auch das Archiv Bildende Kunst sowie die Kunstsammlung, welche sich jeweils mit eigenen Aufgaben der Bildenden Kunst widmen. Eine Verbundenheit besteht durch die Arbeit mit den Akademiemitgliedern. Das Archiv Bildende Kunst - in dem die Bestände der Mitglieder einen Schwerpunkt bilden - sammelt, bewahrt und erschließt u. a. schriftliche Nachlässe sowie die Dokumente von Künstlervereinen und Künstlerverbänden vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Die Kunstsammlung betreut Werke der angewandten, bildenden Kunst und ist in ihren Konturen durch das Werk der Mitglieder geprägt. In Zusammenhang mit selbstkonzipierten Ausstellungen erweist sich eine Zusammenarbeit zwischen der Sektion, dem Archiv und der Kunstsammlung immer wieder für besonders wertvoll.

Direktoren

Im Mai 2012 wurden Wulf Herzogenrath zum Direktor und Birgit Hein zur Stellvertretenden Direktorin der Sektion Bildende Kunst gewählt. 

Alle Mitglieder der Sektion

Wulf Herzogenrath, Direktor

Wulf Herzogenrath, Direktor

Birgit Hein, Stellvertretende Direktorin

Birgit Hein, Stellvertretende Direktorin

Die Direktoren der letzten Jahre waren Robert Kudielka (2003-2012), Michael Schoenholtz (1997-2003), Rolf Szymanski (1993-1997); Stellvertretende Direktoren waren Hermann Pitz (2006-2012), Klaus Staeck (1997-2006), Frank Badur (1994-1997).

Aktivitäten

Auf Initiative und durch Mitwirkung einzelner Mitglieder werden Ausstellungen, Vortragsreihen und Symposien entwickelt und durchgeführt. Das Spektrum reicht dabei von konzentrierten, jeweils auf ein spezielles Werk oder eine bestimmte Konzeption hin ausgerichteten Veranstaltungen, über monographische Präsentationen, mit denen teils in eigener Regie, teils in Kooperation mit anderen Institutionen die Aufmerksamkeit auf eine besondere künstlerische Position gelenkt wird (z. B. Germaine Richier, Louise Bourgeois, Tony Cragg, Hans Haacke), bis hin zu großen Überblicksausstellungen (z. B. Raum. Orte der Kunst (2007), Notation. Kalkül und Form in den Künsten (2008), Das Verlangen nach Form – O Desejo da Forma. Neoconcretismo und zeitgenössische Kunst aus Brasilien (2010), die neue Tendenzen oder zentrale Themen der zeitgenössischen Kunst zur Diskussion stellen. Die Vortragsreihe „Grenzenlos Kunst? - Art Unlimited?“, die mit Vorträgen von Hans Belting und Thierry de Duve im Frühjahr 2010 eröffnet wurde, diagnostiziert zum Beispiel den Umbruch der europäisch-neuzeitlichen Kunstkonzeption kritisch.

Die Sektion Bildende Kunst stellt jedes Frühjahr das Werk eines Mitgliedes im Kurt Tucholsky Literaturmuseum im Schloss Rheinsberg vor. In der Ausstellungsreihe »Ausgewählt« wird jeweils von einem Mitglied der Sektion eine aktuelle künstlerische Position – die sie oder ihn interessiert, begeistert oder zum Widerspruch reizt – vorgestellt und diskutiert. Nicht die eigene Arbeit wird ausgestellt, sondern mit der Auswahl der Arbeit eines Künstlerkollegen soll die Verbindung von persönlichem Interesse und ästhetischem Urteil in künstlerischen Fragen offengelegt werden.

Preise, Stipendien und Beratung

Die Akademie der Künste vergibt im Auftrag des Landes Berlin in Erinnerung an die Revolution von 1848 den "Kunstpreis Berlin - Jubiläumsstiftung 1848/1948".  Die Sektion Bildende Kunst verleiht jährlich den Kunstpreis Berlin an junge Nachwuchskünstler und alle 6 Jahre, im Turnus mit den anderen Sektion, den Großen Kunstpreis Berlin. Darüber hinaus vergibt die Sektion eine Reihe von Preisen und Stipendien, darunter den Käthe-Kollwitz-Preis, der mit einer kleinen Ausstellung und einer Katalogbroschur verbunden ist.
Der Beratungsauftrag der Akademie wird durch die Mitwirkung der Mitglieder und Mitarbeiter in Jurys, Gremien, Beiräten, sowie die Beteiligung an öffentlichen Initiativen zu Aufgaben der Bildenden Kunst erfüllt.