Sektion Darstellende Kunst

Die Sektion Darstellende Kunst besteht seit den Neugründungen 1950 im Osten und 1954 im Westen Berlins als eigenständige Akademie-Sektion. Zu ihren Gründungsmitgliedern zählten u. a. Gret Palucca, Ernst Busch, Herbert Ihering und Wolfgang Langhoff im Osten und Mary Wigman, Hermine Körner und Heinz Hilpert im Westen. Die internationale Mitgliedschaft der Sektion Darstellende Kunst setzt sich überwiegend aus Theaterleitern, Regisseuren, Choreographen, Darstellern und  Dramaturgen zusammen.

Vor 1993 hatte die Ost-Berliner Akademie der Künste auf dem Gebiet der Darstellenden Kunst mit Ausstellungen, Lesungen, Tanzpodien, Gesprächen und Publikationen in erster Linie Debatten zum Werk ihrer Mitglieder angeregt. Die West-Berliner Akademie war durch Veranstaltungen wie internationale Gastspielreihen, Ausstellungen, Symposien und Akademie-Produktionen hervorgetreten, mit denen speziell im Tanz auf Defizite nicht nur in der Berliner Szene reagiert wurde. Seit der Vereinigung der beiden Berliner Akademien 1993 befasst sich die Sektion außerdem mit der im Akademie-Gesetz als Aufgabe formulierten Beratung des Staates in Fragen der Kultur (u. a. Rat für die Künste in Berlin 1994-2004).

Das heutige Programm der Sektion konzentriert sich auf die künstlerische Arbeit der Mitglieder, den Nachwuchs und die internationale Theaterarbeit (derzeit im Blickpunkt: Polen und Tunesien).

In der Reihe Fünf-Uhr-Tee finden - meist ausgehend von Theater-Büchern - regelmäßig Gespräche über Theater und Gesellschaft statt. Im Februar etwa waren die Schauspieler Ulrich Matthes und Fabian Hinrichs zu Gast und unterhielten sich über die Rolle des Zuschauers im Theater. Im Mai sprach Jossi Wieler mit André Jung und Frank Baumbauer über den kollektiven Prozess des Inszenierens und die Kunst des Theaterleitens. Im August setzte sich Ivan Nagel mit Matthias Lilienthal, Ulrich Khuon und Henning Rischbieter über die gesellschaftliche Relevanz des Theaters und die Rolle des Kritikers auseinander. Und im Oktober las Hans Neuenfels aus seinem "Bastardbuch": 

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im Bild Hans Neuenfels bei der Lesung aus dem „Bastardbuch“ am 16. Oktober 2011
Foto © Janina Niendorf. Der Originalton von der Veranstaltung ist urheberrechtlich geschützt. Kopieren oder Ausstrahlen nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Akademie der Künste und aller Gesprächsteilnehmer.  


Die Sektion Darstellende Kunst vergibt im jährlichen Wechsel mit der Sektion Film und Medienkunst den Konrad-Wolf-Preis der Akademie der Künste. Außerdem vergibt sie zwei der wichtigsten Schauspielerinnenpreise im deutschsprachigen Raum: den alle fünf Jahre verliehenen Joana-Maria-Gorvin-Preis und den jeweils auf Lebenszeit zugedachten Hermine-Körner-Ring; und sie betreut den Tilla-Durieux-Schmuck, der von jeder Trägerin nach eigener Wahl weitergereicht wird.


Mitglieder

Direktoren
seit 2006 Thomas Langhoff
2003–2006 Klaus Völker
1994–2003
Thomas Langhoff
1992–1994
Otto Sander

Stellvertretende Direktoren
seit 2007
Reinhild Hoffmann
2006–2007     Ulrich Matthes
2001–2006 Nele Hertling
1997–2001
Henning Rischbieter
1994–1997
Hans-Joachim Ruckhäberle
1992–1994 
Bruno Ganz

(Stand 27.10.2011)


Ausstellung

Max Frisch in seiner Wohnung im Lochergut, Zürich 1967
© Barnabas Bosshart / Fotostiftung Schweiz

100 Jahre Max Frisch - Eine Ausstellung

14. Januar - 11. März

Akademie der Künste, Hanseatenweg

"Was dabei herauskommt, aus unserer Berlin-Station, meine ich, ist ungewiss; vorläufig geniesse ich die Ungewissheit", schreibt Max Frisch im März 1973 an Jörg Steiner, kurz nach dem Einzug in die Sarrazinstraße in Friedenau. In den folgenden Jahren entstand das bisher unveröffentlichte "Berliner Journal", das nun erstmals in Auszügen im Rahmen der Ausstellung "100 Jahre Max Frisch" zu sehen ist.