Literatur

Die Sektion Literatur wurde 1926 unter dem Namen „Sektion für Dichtkunst“ gegründet. Zu ihren Gründungsmitgliedern gehörten u. a. Gerhart Hauptmann, Arno Holz, Heinrich und Thomas Mann sowie Ricarda Huch und Franz Werfel. Heute vereinigt die Sektion ca. 70 Mitglieder, zu ihnen zählen viele der wichtigsten deutschsprachigen Schriftsteller aus dem In- und Ausland. „Eine Akademie“, hat Hans Mayer – langjähriger Direktor der Sektion Literatur – vor etlichen Jahren definiert, „sollte kein Hort der Ordnung und der Normierung sein, eher eine Stätte der Unruhe in Permanenz … Sie ist Fragestellung und Hervorlockung von Reaktionen.“ In diesem Rahmen ist auch die heutige Arbeit der Sektion Literatur zu sehen: ein Forum kritischer Vermittlung von Literatur, auf dem Aspekte der Literaturgeschichte ebenso behandelt werden wie aktuelle Tendenzen der Gegenwartsliteratur im sprachlichen und gesellschaftspolitischen Kontext.

Direktoren

Direktor der Sektion Literatur ist seit Mai 2015 Ulrich Peltzer; Stellvertretende Direktorin ist seit Mai 2015 Kerstin Hensel.

Alle Mitglieder der Sektion

Ulrich Peltzer, Direktor

Ulrich Peltzer, Direktor

Kerstin Hensel, Stellvertrende Direktorin

Kerstin Hensel, Stellvertretende Direktorin

Die Direktoren der letzten Jahre waren Ingo Schulze (2010-2015), Volker Braun (2006-2010) und Peter Härtling (1984-2006). Stellvertretende Direktoren waren Ulrich Peltzer (2012-2015), Katja Lange-Müller (2010-2012), Ingo Schulze (2009-2010), Rolf Haufs (1997-2009), Jürgen Becker (1994-1997) und Harald Hartung (1988-1994).

Aktivitäten

Mit den Entwicklungen der Gegenwartsliteratur befasst sich die Sektion in thematischen Diskussionsrunden und in ihren Veranstaltungsreihen. Im Zentrum stehen dabei die Buchpremieren, in denen Neuerscheinungen vor allem von Mitgliedern der Sektion oder von internationalen Autoren vorgestellt werden. Die Reihe „Dichter im Gespräch“ widmet sich der modernen Poesie in Lesung und im reflektierenden Gespräch. Unter Mitwirkung vieler ihrer Mitglieder erinnert die Sektion immer wieder an große Autoren der Literaturgeschichte wie zuletzt an die Wegbereiter der literarischen Moderne Bertolt Brecht und Alfred Döblin. In weiteren Künstlernächten befasste sich die Sektion rückblickend mit den Epochenbrüchen von 1968 und 1989 innerhalb des Akademieprojekts „Kunst und Revolte“. In Zusammenarbeit mit dem Archiv wurden in den letzten Jahren Ausstellungen zu Max Frisch, Christa Wolf, Günter Grass, Peter Rühmkorf und Ernst Jandl gezeigt. Einen Schwerpunkt der Arbeit in jüngster Zeit bildete der Dialog mit der zeitgenössischen Literatur anderer Länder, so im Jahr 2010 mit der jüngeren französischen Literatur („Rendez-vous littéraire! Ein französisch-deutsches Literaturfest“) oder 2011 mit der polnischen Literatur: „Rodzinna Europa –Europa als Heimat?“. Unter dem Titel "Wohin stürmst Du, Russland?" fand im April 2013 ein russisch-deutscher Literaturdialog statt.

Bei den verschiedenen Kooperationen ist vor allem das Poesiefestival Berlin hervorzuheben, das seit 2008 in unserem Haus am Hanseatenweg stattfindet.

Preise und Stipendien

Die Sektion vergibt verschiedene Preise und Stipendien, darunter den jährlich verliehenen Heinrich-Mann-Preis, den Kunstpreis Berlin und alle zwei Jahre den von Günter Grass gestifteten Alfred-Döblin-Preis. Mitverantwortlich ist sie für die Auswahl von bis zu neun Berliner Autorinnen und Autoren für das Stipendium im Alfred-Döblin-Haus im holsteinischen Wewelsfleth. Die Akademie betreut das Haus und stellt die Stipendiaten mit ihrer Arbeit in Berlin vor. Im Rahmen des Stipendiatenprogramms der Jungen Akademie wählt die Sektion zudem jährlich zwei internationale Stipendiaten aus.

Bewerbung für das Alfred-Döblin-Stipendium 2017.