Die Sektion Musik ist eine Gründung aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, in dem sich die Kunst von der höfischen Repräsentation zu einem wesentlichen Faktor des bürgerlichen Selbstverständnisses entwickelte. Zum ersten Mal in der preußisch-deutschen Geschichte erhält die Musik damit eine institutionelle Anbindung und wird als gesellschaftsgestaltendes Moment ernst genommen. Ihre Bedeutung für die Kultur hat seither nichts an Aktualität verloren. Berühmte Komponisten wie Felix Mendelssohn Bartholdy, Richard Wagner oder Ferruccio Busoni, Arnold Schönberg oder Igor Strawinsky im 20. Jahrhundert waren Mitglieder der Akademie. Sie leiteten zum Teil Meisterklassen, in dem das avancierte kompositorische Denken einen Ort hatte. An diese Tradition knüpft die Arbeit der Sektion an.
Auch heute zählt es zu ihren vornehmsten Aufgaben, die zeitgenössische Musik in ihren vielfältigen Erscheinungsformen immer wieder neu auf ihr künstlerisches Potential und ihr Innovationsvermögen hin zu befragen. Die Musik selbst und ihre Verflechtungen im Musikleben, der Produktionsprozess einerseits und seine gesellschaftlichen Bedingtheiten andererseits stehen im Mittelpunkt des Interesses. Es werden sowohl einzelne künstlerische Positionen in ihren jeweiligen Besonderheiten vertiefend beleuchtet als auch deren Entgrenzungen zu anderen Künsten und wissenschaftlichen Disziplinen erkundet.
Verschiedenste Veranstaltungsformen wurden dafür entwickelt, oftmals in Verbindung mit kooperierenden Partnern. Von großen, Akzente setzenden Ausstellungen, wie „Für Augen und Ohren“ (1980), die neue Tendenzen aufgriffen und bis heute nachwirkende Impulse vermittelten, bis zu interdisziplinären Unternehmungen in Form von Festivals und Einzelveranstaltungen, in denen wechselseitige Einflüsse und Beziehungen aus Kunst und Gesellschaft erfahrbar werden. Von den Produktionen der vergangenen Jahre ragen besonders die Festivals „x 94“ (1994), „KlangumWelten“ (1995) und „Sonambiente“ (1996) heraus, aus letzter Zeit „Freiheit Kunst“ (2005) oder die Reihen „winter music“ (2000-04) und „Kulturelle Dialoge“ (seit 2004).
Einen hohen Stellenwert nimmt die Arbeit mit jungen Künstlern ein. Das internationale Stipendiatenprogramm, in Zusammenarbeit mit dem Studio für elektroakustische Musik, ermöglicht Begegnungen zwischen den Generationen und fördert außergewöhnliche Begabungen. Große Vermittlungsanstrengungen werden auch im nichtprofessionellen Bereich unternommen. Die Sektion Musik ist von 2008-2011 im Rahmen von „ohrenstrand.net“ am Netzwerk Neue Musik des landesweiten Musikvermittlungsprojekts der Kulturstiftung des Bundes beteiligt und siedelt ihre Projekte speziell im Land Brandenburg an. Die Sektion Musik wählt die Preisträger für den 1988 von Aribert Reimann gestifteten Busoni- Kompositionspreis zur Förderung des kompositorischen Nachwuchses.
Veranstaltungen der Sektion Musik, 2007/2009 (Auswahl)
Mitglieder
Direktoren
seit 2008 Erhard Grosskopf
2003 - 2008 Udo Zimmermann
1986 - 2003 Frank Michael Beyer
Stellvertretende Direktoren
seit 2008 Manfred Trojahn
2003 - 2008 Erhard Grosskopf
1994 - 2003 Georg Katzer
1981 - 1993 Aribert Reimann
(Stand 08.12.2009)