Begas-Sammlung

Zu Jahresbeginn 1996 erwarb die Akademie der Künste mit einem Konvolut von ca. 250 Briefen und Karten ein besonderes Quellenmaterial zum Berliner Kunst- und Geistesleben zwischen 1787 und 1927.
Ausgangspunkt dieser überlieferten Zeitzeugnisse war die Sammelleidenschaft von Susanne Kretzschmar. Als Tochter des Malers Oscar Begas (1828-1883) befand sie sich im Mittelpunkt der prominenten Künstlerfamilie. Ihr Großvater Carl und der Onkel Adalbert Begas waren ebenfalls Maler, zwei weitere Brüder des Vaters, Reinhold und Carl, Bildhauer. Drei Mitglieder der Familie gehörten der Preußischen Akademie der Künste an: Carl Begas d.Ä. seit 1822, seine Söhne Oscar und Reinhold seit 1869.
Durch ihre Ehe mit dem Berliner Bankier Hermann Kretzschmar verfügte die begeisterte Sammlerin von Künstlerautografen über günstige Voraussetzungen und weite Verbindungen zu Berliner Künstlerkreisen. Hermann Kretzschmar war 1905-1923 Schatzmeister des 1841 gegründeten "Vereins Berliner Künstler", dessen Zweck darin bestand, seinen Mitgliedern einen Platz zu gemeinsamer künstlerischer Tätigkeit sowie zur Wahrung und Förderung der Interessen des Künstlerstandes und zu geselligem Verkehr zu bieten. Die Sammlung dokumentiert familiäre, gesellschaftliche und künstlerische Verbindungen und Ereignisse. Vertreten sind prominente Maler, Bildhauer, Architekten, Politiker, Wissenschaftler und Schriftsteller, die einander Einladungen und Glückwünsche, aber auch biografische Informationen und Berichte über die eigene Arbeit mitteilten.