Ellen-Bernkopf-Archiv

Der schriftliche Nachlass von Ellen Bernkopf wurde der Akademie der Künste 1993 von deren Tochter Yael Arnold-Baran als Schenkung übergeben. Er umfasst etwa 1 lfm. und enthält Unterlagen zum Werk, Arbeitsmaterialien, Korrespondenz und biografische Dokumente.
Der Nachlass steht in engem Zusammenhang mit dem in der Archivabteilung Bildende Kunst aufbewahrten Nachlass von Gerda Rotermund. Die beiden Künstlerinnen waren etwa seit 1923 miteinander bekannt und eng befreundet. Obwohl ihre Wege auseinander gingen, blieb die Freundschaft bis zum Lebensende bestehen. Bevor Gerda Rotermund 1982 starb, machte sie Ellen Bernkopf zur Alleinerbin ihres künstlerischen und schriftlichen Nachlasses. Die Verwaltung übernahm die Architektin Hilde Weström. Sie hatte im Rahmen der Vorbereitung der GEDOK-Ausstellung von 1987 Materialien von Ellen Bernkopf erhalten und ergänzte 1993 das Ellen-Bernkopf-Archiv durch Sammlungsgut.

Die Ordnungsgruppen wurden während der Bearbeitung festgelegt. Da zum Werk nur sehr wenige Unterlagen überliefert sind, gelten die Fotos der Plastiken, die sich in der Sammlung zum Archiv befinde, als wichtige Quelle, ebenso die Dokumentation zu den Ausstellungen und zur Lehrtätigkeit in Palästina/Israel und den USA.
Den inhaltlich ergiebigsten und umfangreichsten Teil des Nachlasses bildet die Korrespondenz, insbesondere mit Gerda Rotermund. Bei diesem bedeutsamen Briefkonvolut wird augenscheinlich, dass sich im vorliegenden Nachlass hauptsächlich (aus dem Zeitraum 1924-1935) die Briefe von Ellen Bernkopf an Gerda Rotermund befinden, während die meisten Briefe von Gerda Rotermund an Ellen Bernkopf im Rotermund-Nachlass erhalten geblieben sind. Hinzu kommt, dass nur aus der relativ kurzen Zeit von 1937 bis 1947 Briefe und Gegenbriefe in beiden Beständen überliefert sind, obwohl die Künstlerinnen 1924-1975 miteinander korrespondierten. So stammt der erste Brief von Gerda Rotermund aus dem Jahr 1937 und der letzte von Ellen Bernkopf aus dem Jahr 1947. Es war nicht zu ermitteln, wann die Briefe ausgetauscht wurden und von wem. Aus diesem Grund wurden die ausgegangenen Briefe von Ellen Bernkopf wie eingegangene behandelt und entsprechend der Übergabeliste zum Archivvertrag von 1993 in das Archiv (nicht in die Sammlung zum Archiv) eingegliedert. Es ist wahrscheinlich, dass einige Briefe an Ellen Bernkopf aus der Zeit vor 1937 auf der Flucht nach Palästina verloren gingen und ein Teil der früher vorhandenen Briefe an Gerda Rotermund vernichtet wurde.
Die Gliederung erfolgte in Korrespondenz mit Privatpersonen, mit Institutionen und von Zweiten an Dritte. Innerhalb dieser Untergruppen wurde eine alphabetische Ordnung nach Korrespondenzpartnern und eine chronologische Reihung vorgenommen. Um die Zusammenhänge und vorgefundene Ordnung zu erhalten, wurde auf eine Trennung in Absender- und Empfängerkorrespondenz verzichtet. Weitere Korrespondenz befindet sich in der Sammlung zum Archiv. Sie ist ebenfalls alphabetisch nach den Personen geordnet. Die erschlossenen Namen und Daten wurden in eckige Klammern gesetzt.
Die biografischen Unterlagen wurden zur besseren Übersichtlichkeit in persönliche Unterlagen von Ellen Bernkopf und von Familienmitgliedern unterteilt und chronologisch geordnet. Sämtliche auftretenden Namen können über ein Personenregister ausfindig gemacht werden.

Biografie

1904
Am 4. April in Hannover als Tochter des Arztes Leo Catzenstein und seiner Frau Anna geboren, Ausbildung bei dem Bildhauer Scheuernstuhl, an der Handwerker- und Kunstgewerbeschule in Hannover und bei dem Holzschnitzer Ostermann
1922/23-1926
In Berlin an der Hochschule für Bildende Künste und in der Bildhauerklasse der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums, Schülerin von Walter Reger und Edwin Scharff
1926/27
Aufenthalt mit Gerda Rotermund in Paris, Arbeit bei Jacques Loutchansky
1927
Gründungsmitglied der hannoverschen GEDOK, deren Gruppe Bildhauerei sie leitete
1928
Provence-Reise mit Mara Matthiesen und Gerda Rotermund
1930
Erstes Atelier in Berlin-Wilmersdorf, Jenaer Straße 3
ab 1930
Künstlername Colmar
1933
Ausstellung in Hannover, die im Zuge der nationalsozialistischen Kulturpolitik in den Zeitungen diffamiert wurde; Hollandreise
1933-1936
Flucht über die Schweiz nach Italien
1936
Reise nach Jerusalem, Bekanntschaft mit dem Arzt Hans Bernkopf
1937
Im Juli Heirat, im Dezember Aufenthalt in Athen, erst dort Erhalt des Visums und Ausreise nach Palästina, Jerusalem
1938
Geburt der Tochter Yael
1940-1947
Erteilen von Privatunterricht in Jerusalem
1947
Kollektivausstellung in Tel Aviv mit Joseph Kossonogi
1947-1950
Aufenthalt in den USA; Herbst 1947 in New York; Dezember 1947 Ausstellung in der Bertha Schaefer Gallery, dann in Ann Arbor, Michigan, Lehrerin im keramischen Studio "The Potter's Guild"; 1948 Ausstellung im Jüdischen Museum New York
ab 1950
Wieder in Jerusalem, Arbeit als Krankengymnastin für behinderte Kinder
1951-1955
Reisen nach Europa
1968-1970
Arbeit am Mahnmal der Stadt Bocholt
1987
Ausstellung "60 Jahre GEDOK Hannover 1927-1987" mit einer Retrospektive der Bildhauerin Ellen Bernkopf-Catzenstein
1992
Am 20. Januar in Jerusalem gestorben.

Inhaltsverzeichnis des Findbuchs
Vorwort
Abkürzungsverzeichnis
Personenregister
Biographie

Werk
Arbeitsmaterialien
Korrespondenz
Korrespondenz mit Privatpersonen
Korrespondenz mit Institutionen
Korrespondenz von Zweiten an Dritte
Biographische Unterlagen
Persönliche Unterlagen von Ellen Bernkopf
Persönliche Unterlagen von Familienmitgliedern
Sammlungen und Erinnerungsstücke

Sammlung zum Archiv
Werk
Korrespondenz
Zur Biographie