Fritz-Heyder-Verlagsarchiv

Dank einer großzügigen Schenkung von Frau Johanna Heyder hat 1997 ein Archiv besonderer Art Eingang in die Akademie der Künste gefunden: das Archiv des Fritz-Heyder-Verlags.
Seit 1924 lagerte das mit Akribie und großer Achtung vor den Korrespondenzpartnern geführte Archiv im Hause des Verlegers in der Busseallee in Berlin-Zehlendorf. Den Wirren der Zeitläufte zum Trotz (Besetzung des Hauses zunächst durch russische, später durch amerikanische Militärverwaltungen) blieb es zu weiten Teilen in der ursprünglichen Ordnung bewahrt.

1908 gründete Fritz Heyder (1882-1941) zunächst gemeinsam mit dem Schweizer Gerhard Merian in Zehlendorf, Hallestraße 5, den Fritz-Heyder-Verlag. Besonderer Schwerpunkt seiner verlegerischen Tätigkeit war die Herausgabe des Kalenders "Kunst und Leben". Geprägt von dem Gedanken, Kunstwerke aus den Ausstellungen in den Alltag zu bringen und jedermann zugänglich zu machen, schuf er einen Wochenkalender, der an jedem Sonntag einen Originalholzschnitt und auf dem Wochenblatt ein Gedicht und einen Kalenderspruch veröffentlichte. In den Jahren seines Erscheinens bis 1943 waren viele der zeitgenössischen Maler und Grafiker, arrivierte aber auch junge Künstler, mit ihren Blättern vertreten, u.a. Max Brückner und Hans Thoma, Käthe Kollwitz und Max Liebermann, Alfred Kubin, Hans Baluschek, Alois Kolb, Oskar Graf, Otto Modersohn, Heinrich Vogeler, Robert Sterl und Heinrich Zille.
Um die Kosten niedrig zu halten und breiten Kreisen der Bevölkerung den Kauf des Kalenders zu ermöglichen, wurde jeweils nur das einmalige Veröffentlichungsrecht erworben. Die Originale der Druckvorlagen gingen an die Urheber zurück. Die Überlieferung umfasst deshalb vor allem die Korrespondenz mit den Künstlern.