Archivfenster

Theater in der Wende

Vitrinenpräsentation am Pariser Platz, Foyer, Brücke
8.6.-11.10.2009


Die Auseinandersetzung von Bühnenkünstlern mit der
gesellschaftlichen Situation Ende der 1980er Jahre spiegelt sich in den Inszenierungen der Theater deutlich wider. Die Vitrinenpräsentation „Theater in der Wende“ zeigt Szenenfotos sowie Dokumente exemplarischer Inszenierungen jener Jahre. Während der politischen Ereignisse im Herbst ’89 ergriffen Theaterleute die Initiative zu öffentlichen Diskussionen in ihren Häusern und initiierten schließlich die Demonstration am 4. November 1989 auf dem Alexanderplatz; hierzu werden gleichfalls Fotos und weitere Dokumente präsentiert. Die Materialien kommen aus den Sammlungen "Theater in der Wende“ (Berlin und Brandenburg) und  "Inszenierungsdokumentationen" im Archiv Darstellende Kunst der Akademie der Künste.

Kunst & Revolte

Eine Webpräsentation des Archivs der Akademie der Künste

Im »Archivfenster« gibt das Archiv mit interaktiven Präsentationen themenbezogene Einblicke in seine Bestände. Zum Programmschwerpunkt »Kunst & Revolte - 1968« stellte es sieben Themenkomplexe vor, die künstlerische Umbrüche dieser Zeit veranschaulichen, zu George Taboris »Kannibalen«, Christa Wolfs Roman »Nachdenken über Christa T.«, Harry Buckwitz Frankfurter Inszenierung von Peter Weiss »Vietnam Diskurs«, Thomas Braschs »Einzelhaft«,  Verurteilung wegen seines Protests gegen den Einmarsch in der Tschechoslowakei, zur turbulenten Verleihung des großen Berliner Fontane-Kunstpreises an Wolf Biermann sowie zu den Filmen »Alma Mater« von Rolf Hädrich und Dieter Meichsner mit seiner fiktiv-dokumentarischen Sicht auf die radikalisierte 68er Studentenbewegung und Eberhard Itzenplitz »Bambule« über »Fürsorgeerziehung« in der Bundesrepublik, nach einem Drehbuch von Ulrike Meinhof .
Zum Schwerpunkt »Kunst & Revolte – 1989« arbeitet das »Archivfenster« im Internet unter dem Titel »Akademiestreit« die Vereinigung der beiden Berliner Künstler-Akademien zwischen 1989  und 1993 auf. Nachdem der Berliner Koalitionsvertrag 1991 die weitere Existenz zweier Akademien in Berlin ausgeschlossen hatte und ein Staatsvertrag der neuen Bundesländer zur Auflösung der Ost-Akademie auf den Weg gebracht worden war, eröffneten die Akademiepräsidenten Walter Jens (West) und Heiner Müller (Ost) mit einer politisch von den Regierungen Berlins und Brandenburg getragenen  vereinten Institution der Akademie eine neue gesamtdeutsche Perspektive. Die Stichworte dieser Präsentation lauten: "Nach dem Mauerfall", "Orientierungssuche", "Umwandlung der Ost-Akademie", "Vereinigung und  Umwandlung der West-Akademie", der "Politische Streit über die Vereinigung", die "Zusammenführung der Archive".

Theodor W. Adorno zum Nachhören: Vortrag über Richard Wagner auf Akademie-Website publiziert

Anlässlich des 110. Geburtstags von Theodor W. Adorno am 11. September 2013 veröffentlicht die Akademie der Künste den Vortrag über Richard Wagner, den er dort vor 50 Jahren hielt.

Am 30. September 1963 sprach Adorno in der damaligen Westberliner Akademie über „Wagners Aktualität“. Der Mitschnitt dieser Veranstaltung wurde restauriert und ist nun auf der Website der Akademie der Künste erstmals in voller Länge zu hören. Der Vortrag ist gut verständlich und hat besonderen Reiz, weil Adorno nicht einen durchformulierten Text vom Blatt ablas, sondern frei sprechend improvisierte. Die Tonaufnahme wird ergänzt durch Dokumente über Adornos diverse Vorträge in der Akademie der Künste zwischen 1957 und 1966. Eine entsprechende Vitrinenpräsentation, mit unbekanntem Material aus dem Nachlass Adornos, war bereits 2012 in der Akademie zu sehen. Nun wird sie über das Internet auch einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Erschließung und Bestandssicherung des Adorno-Nachlasses besorgt das Walter Benjamin Archiv in der Akademie der Künste, das ebenso wie das Theodor W. Adorno Archiv von der Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur getragen wird.

Die Veröffentlichung des restaurierten Wagner-Vortrags ist Teil dieser Erschließungsmaßnahme. Ebenfalls online auf der Akademie-Website abrufbar sind die in Videogesprächen festgehaltenen Positionen zu Richard Wagner von zeitgenössischen Künstlern wie Robert Wilson, Christian Boltanski oder Barrie Kosky. Diese wiederum waren innerhalb des diesjährigen Akademie-Projekts „Wagner 2013“ entstanden.


Foto: ADK, Stück

»Archivfenster« / Webpräsentation


 

(Stand 01.10.2013)


Archivfenster

www.adk.de
Ulrich Mühe in „Hamlet/Maschine“ von Heiner Müller, Deutsches Theater 1990, © Wolfhard Theile/drama-berlin.de


www.adk.de
Walter Jens, Heiner Müller, Hans Maier, Mitgliederversammlung der AdK (West), 1991; © AdK Historisches Archiv, Marianne Fleitmann


Theodor W. Adorno, AdK Berlin, 30. September 1963, © Th.W.Adorno Archiv
Theodor W. Adorno, AdK Berlin, 30. September 1963, © Th.W.Adorno Archiv