Mario Adorf, Foto AdK, Mario-Adorf-Archiv
Mario Adorf galt im Nachkriegsdeutschland als d e r Filmbösewicht. Nach seiner eindrucksvollen Charakterstudie des Triebmörders Lüdke in Robert Siodmaks „Nachts, wenn der Teufel kam“ (1957) legten ihn die Western der sechziger und die Mafiafilme der siebziger Jahre auf den Typ des brutalen Schurken fest. In internationalen Filmen von Jerzy Skolimowski, Robert Enrico oder Claude Chabrol profilierte er sich als Charakterdarsteller. Deutsche Autorenfilmer wie Reitz, Verhoeven, Hauff, Fassbinder und Schlöndorff besetzten ihn u.a. in „Die Reise nach Wien“ (1973), "Die Blechtrommel“ (1978/79), „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ (1975). Später spielte Adorf in populären Fernsehmehrteilern wie „Via Mala“ (1985) oder „Der große Bellheim“ (1992). > mehr
Joachim John, Selbstportrait, Radierung, o.J., © Akademie der Künste, Kunstsammlung
Theodor W. Adorno, Foto © Ilse Mayer-Gehrken / Theodor W. Adorno Archiv
Heinz Hajek-Halke, Ohne Titel, 40x30cm, D 1-2, Foto H. Hajek-Halke, copy. Michael Ruetz
Die Akademie der Künste besitzt neben dem kompletten Domumentations- und Negativarchiv von Heiz Hajek-Halke über 200 Lichtgrafiken seines Spätwerks, die es in einer Ausstellung in den historischen Sälen der Preußischen Akademie am Pariser Platz beim Brandenburger Tor erstmals in größerem Zusammenhang vorstellt.
Sie zeigen Hajek-Halke als völlig eigenständigen Gestalter, dessen Lichtgrafiken ihn gleichberechtigt in den Kontext der abstrakten Kunst nach dem Zweiten Weltkrieg und in den Kreis des Informel und der Ècole de Paris, ausweist. > mehr
Friedrich Luft im Oktober 1958 im RIAS-Studio während seiner Sendung „Stimme der Kritik“
Foto: RIAS-Schnell, AdK Friedrich-Luft-Archiv
Friedrich Luft wurde 1911 in Berlin geboren - am 24. August diesen Jahres wäre er 100 Jahre alt geworden. Als freier Feuilleton-Autor war er seit 1946 jeden Sonntag mit seinen Berichten aus dem Berliner Kulturleben im RIAS, dem "Rundfunk im amerikanischen Sektor". West-Berlin empfand Luft als geistige Heimat, die Politik der Westmächte entsprach seiner parteipolitisch ungebundenen, liberalen Lebenseinstellung. Im "kalten Krieg" der Nachkriegsjahre hatte er sich klar positioniert. Er war theaterbesessen und ließ seine Mitmenschen gern daran teilhaben. Seine Sendung wurden regelmäßig gehört. Seine unakademischen Berichte, die besondere Sprechweise und sein Humor machten ihn in Ost und West zur unverwechselbaren "Stimme der Kritik". > mehr
Günter Neumann, Foto: Günter-Neumann-Stiftung
Montag, 28. November 2011, 20 Uhr, Hanseatenweg, Studiofoyer (Ausverkauft)
mit Volker Kühn, Katherina Lange, Franziska Troegner, Ilja Richter und Jürgen Beyer, Musik
Er war ein Meister der kleinen Form, ein Allround-Talent der heiteren Muse: Günter Neumann. Sein Metier war das Kabarett, das Federleichte, das so schwer zu machen ist. In Berlin kennt man ihn als Chef des Funkkabaretts "Die Insulaner", für das er jahrzehntelang aus tagesaktuellem Anlaß die Texte und Musiken schrieb. Darüber wird oft vergessen, daß er auch Tausende von populären Chansons verfaßt hat, die bis heute zum festen Bestandteil eines erfolgversprechenden Kleinkunstabends gehören. An diese Produktion soll mit einer Doppel-CD erinnert werden, die bei duo-phon records erscheint. Unter dem Titel "Schlag nach bei Neumann" sind hier noch einmal einige der Erfolgsnummern zu hören, die Günter Neumann im Laufe seines kreativen Schaffens für die Brettl-Bühne schrieb. Darunter Lieder aus Kabarett-Revuen wie "Schwarzer Jahrmarkt", Songs aus Filmen wie "Wir Wunderkinder" und Chansons wie "Der Neandertaler" und das "Wanderlied einer Hausfrau". > mehr
Regine Lutz im Cabaret Cornichon, Zürich 1948 © Akademie der Künste, Regine-Lutz-Archiv
Regine Lutz hat ihr Archiv der Akademie der Künste übergeben. Am Dienstag, 15. November 2011, 20.00 Uhr wird es im Plenarsaal, Pariser Platz 4, eröffnet.
Die Anfänge der in Basel geborenen Schauspielerin liegen am Schauspielhaus Zürich. Bereits 1949 lud Brecht sie an das junge Berliner Ensemble, und Regine Lutz wurde berühmt als Yvette in „Mutter Courage und ihre Kinder“, Gustchen im „Hofmeister“, Eve in „Der zerbrochne Krug“, Victoria in „Pauken und Trompeten“, Virginia im „Galilei“ und Polly in der „Dreigroschenoper“. Der bedeutsamste Teil des Archivs sind ihre Briefe an die Eltern. Staunend und mit schweizerischem Humor erzählt der Jungstar vom Alltag des Ensembles, von Proben, Aufführungen und Gastspielen, von der Wohnungssuche und Begegnungen mit Theaterlegenden im Nachkriegsberlin.
Zur Archiveröffnung spricht Klaus Völker. Aus den Briefen liest Iris Boss, anschließend ein Gespräch zwischen Holger Teschke und Regine Lutz.
> Zur Veranstaltung am 15.11.2011
Affiche de l'exposition Walter Benjamin Archives. Photographie du passeport de Walter Benjamin, vers 1928 Berlin
© Akademie der Künste, Archives Walter Benjamin
Dürers Erben, Lutz Dammbeck, 1996
Der 1948 in Leipzig geborene Grafiker, Maler, Filmemacher und Kollwitz-Preisträger Lutz Dammbeck hat 2011 wesentliche Teile seines Archivs an die Akademie übergeben. Den Kern des Bestandes bilden die Unterlagen und Materialien zu Mediencollagen und Filmen wie „La Sarraz“ (1984), „REALFilm“ (1986), „Zeit der Götter“ (1992), „Dürers Erben“ (1996), „Das Meisterspiel“ (1998) und „Das Netz“ (2003).Sowohl seine bildkünstlerischen und filmischen Arbeiten als auch sein Archiv thematisieren das Verhältnis von Kunst, Macht und Ideologie. Dieses Gesamtkunstwerk – ein Medienprojekt aus Malerei, Collagen, Installationen und Filmen – erregte seit Anfang der 1980er Jahre als „Herakles Konzept“ große Aufmerksamkeit. 1986 verließ Lutz Dammbeck die DDR. Er lebt und arbeitet seitdem in Hamburg. Die Archiveröffnung mit Lutz Dammbeck wird am 11. September ab 17 Uhr am Pariser Platz stattfinden. Eine Vitrinenpräsentation mit Materialien und Filmen aus seinem Archiv ist vom 1.08.- 31.10.11 am Pariser Platz zu sehen. > mehr
Benno Elkan, Grabmal Frank Wedekind, München
Foto: Benno-Elkan-Archiv
Seit Frühjahr 2011 ergänzt die „Sammlung Julie Sonder, Schenkung Marion Sonder Glasserow und Richard Sonder“ das Benno-Elkan-Archiv um Briefe, Werkzeichnungen, Fotos und andere Dokumente. Im Sommer 2009 hatte die Akademie der Künste mit einer Veranstaltung am Pariser Platz das Archiv des 1877 in Dortmund geborenen und 1960 in London gestorbenen Bildhauers eröffnet. Damals waren Werkfotos, Manuskripte und Briefe des Schöpfers der großen Menorah vor der Knesset in Jerusalem als Schenkung seiner Enkel Beryn Hammil und Anthony Elkan aus Kalifornien in die Akademie gelangt. Julie Gottschalk Sonder (geb. 1896 in Dortmund, gest. 1979 in New York) stammte wie Benno Elkan aus Dortmund und lebte mit ihrem Mann Alfred Sonder in Mannheim. 1938 floh die deutsch-jüdische Familie mit ihren drei Kindern aus Nazi-Deutschland.
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