Digitalisierung, Erschließung

John Heartfield

Online-Katalog und Virtuelle Ausstellung

Projektlaufzeit: Juni 2016 – Juni 2018

John Heartfield, Benütze Foto als Waffe!, 1929

Der bekannteste Bestand der Kunstsammlung der Akademie der Künste ist der rund 6.200 Objekte umfassende bildkünstlerische Nachlass von John Heartfield. Neben Originalfotomontagen und Entwürfen für Buchumschläge und Plakate umfasst er auch Bühnenbilder, Kostümentwürfe sowie Heartfields Materialsammlung. Eine  großzügige finanzielle Zuwendung der Ernst von Siemens Kunststiftung ermöglicht das Erschließungsprojekt: Ab Mai 2018 wird der Gesamtbestand der Öffentlichkeit in Form eines Online-Katalogs zur Verfügung stehen.

Der Digitalisierung, die auch Fotos und Negative aus dem Heartfield-Bestand der Archivabteilung Bildende Kunst einbezieht, folgt eine Einzelverzeichnung der Objekte und Kunstwerke: Personendaten werden verknüpft, Schlagworte ergänzt und Bezüge zu anderen Objekten aufgezeigt. Viele der Forschung bisher unbekannte Werke gelangen so vom Depot in den Diskurs und werden der Heartfield-Forschung neue Impulse geben: Erstmals wird es möglich sein die Werkgenese verschiedener Motive online nachzuvollziehen oder Alternativentwürfe vergleichend zu betrachten. Zoom- und Leuchtkastenfunktionen ermöglichen, das Oeuvre in seiner Vielfalt genau zu studieren und zu erleben.

Parallel dazu wird in einer Virtuellen Ausstellung der „Kosmos Heartfield“ vorgestellt: Ausgewählte Objekte aus sämtlichen Archivabteilungen der Akademie der Künste beleuchten verschiedene Facetten von Heartfields Leben und Wirken, darunter auch weniger erforschte Aspekte seines Werkschaffens, wie seine Theaterarbeit. Eine Auswahl von auf Reisen und im Exil gesammelter Werke angewandter Kunst und Ephemera zeugen von Heartfields besonderem Blick und reflektieren sein bewegtes Leben. Sein produktives Netzwerk wird anhand von ausgewählten Fotos und Korrespondenzen mit Kulturschaffenden, Freunden und Familienmitgliedern im Spiegel der Bestände der Akademie der Künste inszeniert. Kritische Kommentare zu einzelnen Objekten, auch Originaltondokumente und Interviews mit Weggefährten regen zu einer vielfältigen Auseinandersetzung an. Ergänzende Thementexte zielen darauf ab, die Werke in ihrem kulturhistorischen Kontext sowie in Bezug zu Heartfields Biografie vorzustellen. Der Online-Katalog und die bilinguale (DE/EN) Virtuelle Ausstellung, die barrierefrei gestaltet sein werden, setzen sich zum Ziel, ein breites, internationales Publikum, auch Schüler und Schülerinnen sowie Bildungsträger, anzusprechen und die Heartfield-Forschung auf inspirierende Weise zu befördern.

Projektleitung: Anna Schultz, Dr. habil. Rosa von der Schulenburg

Gefördert von der Ernst von Siemens Kunststiftung