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02.10.2012  15:00

Tänzerin und Choreografin Meg Stuart
erhält den Konrad-Wolf-Preis der Akademie der Künste

Preisverleihung am 18. November 2012

<p>Meg Stuart Foto © Andreas Meichsner</p>

Meg Stuart Foto © Andreas Meichsner

Die Akademie der Künste verleiht den Konrad-Wolf-Preis 2012 an die amerikanische, in Berlin lebende Tänzerin und Choreografin Meg Stuart. Die Verleihung des Preises, der mit 5.000 Euro dotiert ist, findet am 18. November statt. Die Jury bestand aus den Akademie-Mitgliedern Bert Neumann, Elisabeth Schwarz und Johan Simons. „Meg Stuart ist eine Künstlerin“, so die Jury, „die immer auf der Suche nach den Verbindungen zwischen Verlangen und Bewegung ist. Sie zeigt den Mensch auf den Wellen des Gemüts, hoch sensibel und verletzlich. Immer stellt sie sich während der Proben auf Augenhöhe mit ihren Performern und Mitarbeitern: sie sind die Komplizen und Mitgestalter ihrer Arbeit.“

Bei der Preisverleihung in der Akademie der Künste zeigt Meg Stuart ihr Solo „Signs of Affection“ (2010) mit der Live-Musik von Brendan Dougherty. Die Preisträgerin gastiert im Dezember und Januar im HAU in Berlin mit den Produktionen „the fault lines“, „Built to Last“ und „Sketches/Notebook“ − als Auftakt einer geplanten mehrjährigen Zusammenarbeit.

Meg Stuart, 1965 in New Orleans geboren, studierte Tanz an der New York University. Von 1986 bis 1992 tanzte sie in der Kompanie von Randy Warshaw in New York und assistierte dem ehemaligen Trisha-Brown-Tänzer zunehmend auch in der choreografischen Arbeit. Ihr erstes abendfüllendes eigenes Stück entstand 1991 im Auftrag des belgischen Festivals Klapstuk: „Disfigure Study“. Meg Stuart blieb in Europa und zunächst Belgien, wo sie 1994 ihre Gruppe Damaged Goods gründete, mit der sie bis heute mehr als 20 Produktionen realisierte.
Mehrfach war Meg Stuart auch artist in residence an deutschsprachigen Schauspielbühnen: am Schauspielhaus Zürich, an der Berliner Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, im PACT Zollverein Essen und an den Münchner Kammerspielen. In ihren vielfach ausgezeichneten Arbeiten untersucht sie, wie die Welterfahrung der Menschen, ihre Ängste, Erlebnisse und Schocks, ihre Körper und ihr Bewegungsrepertoire prägen. Kontrolle und Kontrollverlust, Verhüllung und Entblößung sind Themen, die immer wiederkehren. Zudem gibt es eine psychoanalytische Ebene in ihren Choreographien –  Geträumtes, Halluziniertes oder surreal beschleunigte Passagen.

Benannt nach dem Filmregisseur und langjährigen Präsidenten der Akademie der Künste der DDR, wird der Konrad-Wolf-Preis jährlich für herausragende künstlerische Leistungen auf den Gebieten der Darstellenden Kunst oder der Film- und Medienkunst vergeben. Preisträger waren u. a. Ken Loach, Christoph Marthaler, Volker Schlöndorff, Klaus Michael Grüber, Lars von Trier, Edgar Reitz, Simon McBurney, Avi Mograbi (2009), Alvis Hermanis (2010) und Béla Tarr (2011).

 

Preisverleihung
Sonntag, 18. November 2012, 19 Uhr, Eintritt frei, Kartenreservierung empfohlen
Akademie der Künste, Pariser Platz 4, Berlin-Mitte
Mit einer Performance von Meg Stuart. Laudatio: Johan Simons

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