Unter der Präsidentschaft von Max Liebermann 1920-1932 spielte die Akademie als Zentrum der Austragung unterschiedlicher Positionen in den Bildenden Künsten eine wesentliche Rolle. Hier diskutierten beispielsweise Arnold Schönberg, Paul Hindemith, Ferruccio Busoni die Entwicklung der Neuen Musik.
1926 wurde die Sektion für Dichtkunst gegründet; neben anderen gehörten ihr Alfred Döblin, Thomas und Heinrich Mann, Max Halbe, Ricarda Huch und Jakob Wassermann an. Die Akademie der Künste wurde zum wichtigsten Forum für die kulturpolitischen Fragen in der Zeit der Weimarer Republik.
Im Februar 1933 erzwangen die Nationalsozialisten den Austritt von Käthe Kollwitz; Heinrich Mann wurde ausgeschlossen. Daraufhin trat Martin Wagner unter Protest aus. Die Akademie der Künste wurde "gleichgeschaltet".
Dreißig Jahre nach seiner Einweihung mußte die Akademie das Haus am Pariser Platz schon wieder räumen, da es 1937 von Albert Speer für die Generalbaudirektion requiriert wurde. Hitlers Wahl fiel, wie Speer in seinen Erinnerungen schreibt, "auf dieses Gebäude, weil er dorthin, von der Öffentlichkeit unbemerkt, durch die dazwischenliegenden Ministergärten gelangen konnte". Dazu "hatte er durch die Mauern der Ministergärten, die zwischen der Reichskanzlei und unserem Gebäude lagen, Türen brechen und einen verbindenden Weg anlegen lassen". - "Am meisten zog Hitler unsere Modellstadt an, die in den ehemaligen Ausstellungsräumen der Akademie der Künste aufgestellt war." Zwischen 1937 und 1944 wurde das Haus mehrfach umgebaut, vor allem wurden über den seitlichen Ausstellungskabinetten und den nördlichen Hallen Büros und Zeichensäle errichtet sowie zusätzliche Treppenhäuser eingefügt. Kurz vor Kriegsende beschädigten Bomben das Gebäude schwer; der Kopfbau am Pariser Platz - das frühere Palais - brannte aus.
Schon bald nach Kriegsende bemühten sich Persönlichkeiten, die der Akademie verbunden waren oder ihr angehört hatten, um eine Wiederaufnahme der Arbeit, darunter Johannes R. Becher, Karl Hofer, Max Pechstein, Renée Sintenis.

Kriegsschäden am Gebäude der früheren Preußischen Akademie der Künste
Aufnahme 1950
Foto: Stiftung Archiv der Akademie der Künste, Christian Kraushaar
Schon seit September 1949 stand fest, daß die Akademie der Künste wiedererstehen und zunächst provisorisch in der Schumannstraße untergebracht werden sollte, bis das Haus am Pariser Platz 4 wieder hergerichtet ist. Tatsächlich wurde dann das Gebäude am Robert-Koch-Platz zum Hauptsitz der am 23. April 1950 im Ostteil der Stadt wiedergegründeten, in der Folgezeit mehrfach umbenannten Deutschen Akademie der Künste, und zwar - mit einer Unterbrechung - bis 1993.
Obwohl bereits vier Monate nach der Gründung der Akademie eine Baukommission für den Ausbau des Gebäudes am Pariser Platz eingesetzt worden war, kamen die Bauarbeiten nicht voran. Statt der ursprünglichen Idee, dort wieder Ausstellungsräume einzurichten, ging es allerdings nur mehr darum, Ateliers für Akademie-Mitglieder (z.B. Fritz Cremer, der dort u.a. das Buchenwald-Denkmal schuf) und Meisterschüler (darunter Wieland Förster, Werner Stötzer, Harald Metzkes) zu schaffen. Im Mai 1952 waren die Trümmer noch nicht beseitigt. In den fünfziger Jahren wurde die weitgehend erhaltene Fassade am Pariser Platz abgerissen. Das Haus verlor an Bedeutung; die nutzbaren Teile, also die Ausstellungshallen und die später angebauten Räume, dienten vor allem als Ateliers, Werkstätten und als Archiv. Es war zudem seit dem Bau der Mauer nur noch schwer zugänglich, da es im Grenzgebiet lag. Im Frühjahr 1985 wurde bekannt, daß der Bau abgerissen werden sollte, und es begann ein hartnäckiger Kampf um seine Erhaltung. Erst im Januar 1989 konnte endlich ein Aufschub erreicht werden - wobei vielleicht auch ganz andere Interessen eine Rolle gespielt haben: Im nördlichen Teil waren Grenztruppen der DDR untergebracht.
Im Westteil der Stadt wurde die Akademie der Künste am 2. Dezember 1954 wiedergegründet, die dann 1960 ihr neues Haus am Hanseatenweg beziehen konnte, das Werner Düttmann (1921-1983, Akademiemitglied ab 1961) entworfen hatte.
Im Oktober 1993 wurden die beiden Akademien vereinigt.
Sobald 1990 die Perspektiven etwas klarer wurden, setzte in den beiden Akademien im Westen und im Osten der Stadt die Diskussion um die gemeinsame Zukunft ein. Man verständigte sich darüber, daß der Hauptsitz der wiedervereinigten Akademie der Künste nur das Haus am Pariser Platz sein könne, das wieder ins geschichtsträchtige Zentrum der Stadt gerückt war.

Pariser Platz 4: Das ehemalige Palais Arnim-Boitzenburg, seit 1907 Dienstgebäude für die Akademie der Künste,
Foto: Centralblatt der Bauverwaltung, um 1907
Schon im November 1990 wurde ein Ausstellungsraum eingerichtet als Ort der Begegnung und "Platz der Erinnerung nicht nur in der Akademiegeschichte, sondern in der Geschichte Berlins überhaupt", wie es Heiner Müller formuliert hat. Damals ging es noch darum, den früheren Werkstattcharakter in einer zu gründenden Europäischen Sozietät aufzuheben und einen kulturellen Bezugspunkt in unmittelbarer Nähe des Reichstages zu schaffen. Mit dem Neubau bot sich zugleich die Möglichkeit, die seit Jahren bestehende Raumnot zu beheben, dringend benötigte Arbeits-, Veranstaltungs- und nicht zuletzt Archivräume zu schaffen. Anfang 1993 wandte sich daher die Abteilung Baukunst mit dem Vorschlag an die Architekten, die Mitglieder der Akademie der Künste sind, Entwürfe zu erarbeiten, die zeigen sollten, wie sich die Mitglieder selbst ihr neues und zugleich altes "Stammhaus" vorstellen - eine solche Chance hatte sich in der dreihundertjährigen Geschichte der Akademie der Künste noch nie geboten.
Bei der Mitgliederversammlung im Herbst 1993 wurde über die neun eingereichten Entwürfe diskutiert, die Kurt Ackermann, Harald Deilmann, Johann Friedrich Geist, Ernst Giesel, Huber Hoffmann, Ludwig Leo, Alfred Mansfeld, Heinrich Moldenschardt und Hans Christian Müller eingereicht hatten. Dabei wurde klar, daß man sich nicht nur mit dem Kopfbau am Pariser Platz zu beschäftigen hat, sondern es darauf ankommt, das gesamte Haus und seine vielfältigen Beziehungen und Funktionen in die Überlegungen einzubeziehen und auch die Aufgabenverteilung zwischen den Häusern am Hanseatenweg und am Pariser Platz zu klären. Also wurden genauere Vorgaben für eine zweite Stufe des Gutachterverfahrens entwickelt, die im Februar 1994 gestartet und knapp drei Monate später abgeschlossen wurde. Dreizehn Miglieder hatten sich an der zweiten Stufe des Gutachterverfahrens beteiligt: Fritz Auer, Günter Behnisch, Gottfried Böhm, Ernst Gisel, Hardt-Waltherr Hämer, Klaus Humpert, Hans Kammerer, Alfred Mansfeld, Heinrich Moldenschardt, Carlfried Mutschler, Roland Rainer und Karla Szyszkowitz-Kowalski. (Dokumentiert sind die Entwürfe in: Akademie der Künste. Achtzehn Entwürfe, hrsg. von der Akademie der Künste, Berlin 1995.)
Am 26. Mai 1994 sprachen alle zuständigen Gremien der Akademie der Künste einstimmig die Empfehlung aus, Günter Behnisch und Manfred Sabatke mit Werner Durth die weitere Planung für den Neubau und Ausbau des Stammhauses der Akademie der Künste am Pariser Platz zu übertragen, denn ihr Entwurf schien allen Beteiligten in der bestmöglichen Weise den Ansprüchen gerecht zu werden, den Geist und die Intentionen der Akademie der Künste zum Ende des 20. Jahrhunderts auszudrücken.

Geplanter Neubau der Akademie der Künste, Modellfoto, 1996
Architekten Behnisch & Partner mit Werner Durth
Foto: photoline, Foto-Agentur Bartelsen, Hülser, Ziegler GbR
Das akademie-interne Gutachterverfahren war zugleich eine Stellungnahme in dem sich damals schon abzeichnenden Streit um die künftige Gestaltung des Pariser Platzes. Mit ihrer Kritik an den vom Land Berlin geplanten engen, zum Teil historisierenden Regelungen (z.B. Materialwahl, Öffnungsanteil maximal 50 Prozent) konnte sich die Akademie nicht durchsetzen; sie wurden in den Bebauungsplan übernommen. Selbstverständlich entsprach auch der Entwurf von Behnisch & Partnern mit Werner Durth nicht in allen Punkten diesen Vorgaben, und so entwickelte sich ein langwieriger, auch öffentlich ausgetragener (Fassaden-)Streit, der das Vorhaben um viele Jahre verzögerte und erst im Januar 1999 ein Ende fand: Der Bebauungsplan wurde geändert. Davon unabhängig mußte der ursprüngliche Entwurf modifiziert werden, weil das Land Berlin inzwischen die Baukosten limitiert, eine Reduktion des Raumprogramms verlangt und gefordert hatte, den südlichen, zur Behrenstraße hin gelegenen Grundstücksteil für andere Nutzer zur Verfügung zu stellen; ursprünglich sollte dort das Archiv entstehen.