Johannes Heesters
Auf den Spuren eines Phänomens

25. August bis 22. Oktober 2006
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Biographische Angaben

1903 Johan Marius Nicolaas Heesters wird am 5. Dezember im niederländischen Amersfoort als jüngster von vier Söhnen einer Kaufmannsfamilie geboren.
1911 Die Familie zieht in das benachbarte Baarn, ein Jahr später nach Amsterdam.
1920 Johannes Heesters nimmt Schauspielunterricht und beginnt eine Banklehre.
1921 Erst 17jährig steht er in Amsterdam bei Willem Royaards „De Koninklijke Vereniging Het Nederlandse Toneel“ erstmals auf der Bühne. In der Folge spielt er in klassischen Stücken der Theaterliteratur. Zwei Jahre später erhält er seine erste Gesangsrolle in Strind­bergs Traumspiel. Dabei wird sein sängerisches Talent entdeckt.
1924 Er wechselt in die Operettenkompanie von Louis Bouwmeester junior und nimmt Gesangsunterricht. In Leo Falls Madame Pompadour am Theater Carré erhält er eine erste kleine Operettenrolle.

In dem Stummfilm Cirque Hollandais gibt er sein Leinwanddebüt.

1925 Nach seinem Erfolg in der Oper Wenn ich ein König wäre am Palais voor Volksvlijt in Amsterdam spielt er in zahlreichen Operetten und steigt zum gefeierten Star auf. Es folgen Engagements in Amsterdam, Rotterdam und Den Haag.
1930 Er heiratet die belgische Operettendiva Louise (Wiesje) Ghijs. Beide treten von nun an oft gemeinsam auf.
1931 Geburt seiner ersten Tochter Louise (Wiesje), später eine bekannte Pianistin.
1934 Heesters erhält ein Engagement an der Wiener Volksoper, wo er mit Karl Millöckers Der Bettelstudent debütiert. Schnell wird er zum Liebling der Wiener. Anschließend gastiert er in Salzburg, Innsbruck und Graz.
1935 Johannes Heesters wird nach Berlin engagiert. Das nationalsozialistische Deutschland hat gerade die jüdischen Künstler aus dem Kulturleben ausgegrenzt; viele emigrieren. In dieser Lücke gelingt Heesters dank seiner sängerischen und schauspielerischen Qualitäten ein schneller Aufstieg. Schon ein Jahr später beginnt seine Filmkarriere bei der Ufa. Seine erste Rolle ist wiederum Der Bettelstudent. In den nächsten Jahren folgen zahlreiche Filme mit Carola Höhn, Marika Rökk, Brigitte Horney u. a.
1937 Geburt der zweiten Tochter Nicole, sie wird eine erfolgreiche Schauspielerin.
1938 Zum Jahreswechsel spielt er am Gärtnerplatztheater in München erstmals seine künftige Paraderolle des Grafen Danilo in Lehárs Die lustige Witwe. Das Auftrittslied des Danilo Heut geh’ ich ins Maxim wird Heesters später immer wieder als „sein“ Lied singen.
1939 In der Inszenierung von Die lustige Witwe am Admiralspalast in Berlin sehen ihn bis April 1941über 440.000 Zuschauer.
1941 Heesters besichtigt auf Verlangen der SS gemeinsam mit dem Ensemble des Gärtnerplatztheaters das KZ Dachau. Dieser Besuch und sein Mitwirken in der nationalsozialistischen Unterhaltungskultur, die von Krieg, Zerstörung und dem systematischen Morden in den KZs ablenken und zuletzt angesichts des verlorenen Kriegs zum Durchhalten motivieren sollte, tragen ihm nach Kriegsende Kritik ein.
1942 In Berlin spielt Johannes Heesters im Metropol-Theater in der Uraufführung der eigens für ihn geschriebenen Operette Hochzeitsnacht im Paradies. Im gleichen Jahr wirkt er bei ersten Fernsehversuchen mit.
1943 Viele deutsche Filmproduktionen werden nach Prag verlagert. Auch Heesters dreht nur noch in Prag und holt seine Familie nach. Ihr Berliner Haus wird von Bomben getroffen. Ein Jahr später ziehen sie nach Grundlsee im Salzkammergut.
1945 Während der ersten Nachkriegsjahre singt Johannes Heesters in den Operetten Der Graf von Luxemburg, Der Zarewitsch und Die lustige Witwe.
1947 Auch im Nachkriegsfilm übernimmt er wieder Hauptrollen und spielt gemeinsam mit Maria Rökk, Johanna Matz, Paula Wessely u. a.
1948 Umzug nach Wien. In Das Lied der Taube überzeugt er in einer dramatischen Rolle. Wiederholt kehrt er in den nächsten Jahren auf die Sprechbühne zurück.
1950 Heesters tourt mit Hochzeitsnacht im Paradies durch Deutschland.
1953 Otto Preminger engagiert ihn für den Film Die Jungfrau auf dem Dach nach Hollywood.
1956 Heesters tritt am Bayerischen Staatstheater am Gärtnerplatz erstmals in einem Musical, Cole Porters Kiss me, Kate, auf.
1961 Johannes Heesters dreht seinen vorerst letzten Kinofilm. In den 60er und 70er Jahren ist er in zahl­reichen Fernsehfilmen sowie auf ihn zugeschnittenen Fernsehshows zu sehen.
1964 Er tritt in Richard Rodgers The Sound of Music am Carré-Theater in Amsterdam auf. Doch Heesters wird in der Öffentlichkeit wegen seiner Karriere in Hitlerdeutschland scharf angegriffen. Daraufhin wird das Stück nach der Premiere abgesetzt. Es bleibt der letzte Auftritt in seinem Heimatland.
1975 Auszeichnung mit dem Deutschen Filmpreis, Filmband in Gold.
1976 Mit dem Musical Gigi erringt er großen Erfolg in Wien, Berlin und München.
1982 Neben Carl-Heinz Schroth überzeugt er in der Verfilmung Sonny Boys von Neil Simon. Im gleichen Jahr stiftet das Theater an der Wien den Johannes-Heesters-Ring, der Künstler der leichten Muse ehren soll.
1983 Johannes Heesters zieht sich wegen seiner kranken Frau weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück.
1984 Die Volksoper Wien ernennt ihn Ehrenmitglied. Er wird mit dem Bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet.
1985 Seine Frau Wiesje stirbt.
1986 Johannes Heesters geht mit der Komödie Casanova auf Schloß Dux auf Tournee. Bei den Vorbereitungen lernt er die Schauspielerin Simone Rethel kennen, die er 1992 heiratet.
1996

Bis zum Sommer 2001 spielt Johannes Heesters neben seiner Frau Simone Rethel in dem Stück Ein gesegnetes Alter von Curth Flatow in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Er erhält den Publikumspreis „Goldener Vorhang von Berlin“ als beliebtester Schauspieler der Spielzeit 1995/1996 sowie den „Bambi“ für sein Lebenswerk.

2002 Johannes Heesters spielt den Diener Firs in Tschechows Kirschgarten.

Auszeichnung mit der „Goldenen Kamera“ für sein Lebenswerk.

2003 In seinem Jubiläumsjahr verkörpert er sich selbst in der Hauptrolle des Musicals Heesters, welches eigens für ihn geschrieben wurde.
2004 Heesters übergibt sein Archiv an die Akademie der Künste.
2006 Wie in den Jahren zuvor geht er auf Konzerttournee durch Deutschland.
   
   Homepage von Johannes Heesters:  http://www.johannes-heesters.de