29.5.2015, 15 Uhr

Akademie der Künste trauert um Hans Bender

Der Schriftsteller und Herausgeber Hans Bender, geboren am 1. Juli 1919 in Mühlhausen/Kraichgau, ist am 28. Mai 2015 im Alter von 95 Jahren in Köln gestorben. Er war seit 1970 Mitglied der Akademie der Künste.
Hans Bender hat zahlreiche Lyrik- und Prosabände veröffentlicht. Noch 2012 erschien sein letzter Gedichtband Auf meine Art. Gedichte in vier Zeilen.

Akademie-Mitglied Harald Hartung würdigt Hans Bender:

Wir trauern um Hans Bender: Er war nicht nur eines unserer ältesten Mitglieder, sondern – als Jahrgang 1919 – auch ein Nestor der deutschen Literatur. Erst 1949 aus Krieg und Gefangenschaft zurückgekehrt, gehörte er zu den nicht allzu vielen, die ihre Mitschuld eingestanden. In einem seiner Gedichte heißt es: „Nicht gefallen / Nicht ungehorsam gewesen zu sein. / Und weiterzuleben / Mit dieser Schuld.“ Er suchte sie zu begleichen, indem er schrieb. Bender verfasste mit Wunschkost einen der wichtigsten Kriegsromane, wurde mit seinen Kurzgeschichten (Die Wölfe kommen zurück) zu einem Klassiker dieses Genres und war über viele Jahrzehnte als Herausgeber, Redakteur und Juror ein Förderer ganzer Generationen jeweils junger Autoren. Es gibt wohl niemand unter uns, der diesem klugen und freundlichen Mann nicht irgendwann irgendetwas Wichtiges zu verdanken gehabt hätte. Hans Bender war ein Stiller im Land – aber einer, dem sein literarisches Engagement die Pflicht des Tages war. Über sein Vorbild W. C. Williams schrieb er den Vierzeiler: „Er liebte Blumen, wie ich / Kannte alle ihre Namen. / Steinbrech war ihm die liebste: – die bricht den Fels.


Klaus Staeck
Präsident der Akademie der Künste

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