Berlin-Stipendium 2020 — Darstellende Kunst

Ada Mukhina

*1988 in Leningrad (RU),

lebt in St.Petersburg (RU).

Website: adamukhina.com
Twitter: @ada_mukhina
Facebook: @adamukhinaworks
Instagram:
@ada.travels.the.world

Vita

Ada Mukhina ist eine nomadische Künstlerin und Theatermacherin mit Schwerpunkt auf politisch/gesellschaftlich engagierten Dokumentarstücken und partizipatorischen Performances. Sie ist als Regisseurin, Kuratorin und Performerin tätig, unterrichtet und forscht zu verschiedenen Themen. Sie schloss ihr Studium am Russischen Staatlichen Institut für Darstellende Künste mit Auszeichnung ab und erwarb einen MA in Advanced Theatre Practice an der Royal Central School of Speech and Drama in London. Ihre Theaterarbeiten wurden in Großbritannien, Deutschland, den Niederlanden, Südafrika, den USA und Russland gezeigt. Als Gewinnerin der Black Box Residency am MeyerholdTheaterzentrum verantwortete sie kürzlich als Co-Autorin und Regisseurin in Moskau zwei Theaterproduktionen: „Locker Room Talk" und „Caries of Capitalism".

Residency

„Nicht jeder wird in die Zukunft mitgenommen"* ist ein Satz, der einem angesichts der aktuellen Einschränkungen des öffentlichen Lebens in den Sinn kommt. Ich möchte über die Zukunft des Theaters und des Kunstbetriebs sowie über meinen Platz darin nachdenken. Wie wird die soziale Isolation das Theater als Gemeinschaftserlebnis verändern? Wie werden die geschlossenen Grenzen und der Vorrang nationaler Interessen meine Identität als „nomadische Künstlerin und Theatermacherin" und das Konzept der internationalen Zusammenarbeit beeinflussen? Welche künstlerischen Strategien werden wir aufgeben und welche werden wesentliche Bedeutung erlangen und erfolgreich werden? Ich möchte während des Aufenthalts Künstler und Kuratoren dazu befragen und meine eigenen Erfahrungen als russische, im Westen „zum Verkauf stehende" Künstlerin als dokumentarisches Material für ein Work-in-Progress-Stück über diese brennenden Fragen nutzen.

* Der Satz „Nicht jeder wird in die Zukunft mitgenommen" geht auf eine Installation des russischen Künstlerpaars Kabakov zurück („Not Everyone Will Be Taken Into The Future", 2001). Sie zeigt einen Zug, der in die Ferne verschwindet, und über die Eisenbahnschienen verstreut Bilder, die von der Zukunft abgelehnt wurden.