Musik – Mitglieder

Siegmund von Hausegger

Dirigent, Komponist

Am 16. August 1872 in Graz geboren,
gestorben am 10. Oktober 1948 in München.
Von 1917 bis 1945 Mitglied der Preußischen Akademie der Künste, Berlin, Sektion für Musik.

Biographie

Sohn des Rechtsanwalts und Privatdozenten für Musikwissenschaft Friedrich Edler von Hausegger.
Musikalische Ausbildung durch den Dirigenten Erich Wolf Degner und den Liszt-Schüler Karl Pohlig und Martin Plüddemann.
Studium der Literatur, Philosophie, Geschichte und Kunstwissenschaft an der Universität Graz.
1896/97 Debüt als Gastdirigent an der Grazer Oper.
1899 Dirigent der Volkssymphoniekonzerte des Kaim-Orchesters in München.
Seit 1910 Dirigent der Philharmonischen Konzerte zu Hamburg und der Sinfoniekonzerte des Blüthner-Orchesters in Berlin.
Ab 1920 Chefdirigent der Münchner Philharmoniker und Direktor der Münchner Akademie der Tonkunst (später Präsident), Vorsitzender des Allgemeinen Deutschen Musikvereins.
Erstaufführungen der Originale der Bruckner-Sinfonien Nr. 5 (1935) und Nr. 9 (1932), 1938 erste kommerzielle Einspielung der 9. Sinfonie.
Mitunterzeichner des von Hans Knappertsbusch verfassten und unter anderem von Hans Pfitzner unterschriebenen "Protests der Richard-Wagner-Stadt München" (scharfe Zurückweisung der Kritik Thomas Manns an Richard Wagner) sowie offener Brief an Thomas Mann.
1933 Ablehnung das Horst-Wessel-Lied im Zentrum einer Veranstaltung erklingen zu lassen, Eingreifen durch die SA.
Anschuldigungen und Drohungen wegen verweigerter Parteimitgliedschaft.
Seit 1934 Mitglied des Führerrats der deutschen Komponisten innerhalb der Reichsmusikkammer. 1934 Leitung eines Münchener Propagandakonzert der SS mit Werken von Wagner und Bruckner. 1937 Leitung von Bruckners 8. Sinfonie anlässlich der Enthüllung von Bruckners Büste in der Walhalla bei Regensburg durch Adolf Hitler.
1934 Rücktritt vom Amt des Präsidenten der Akademie der Tonkunst.
1938 Niederlegen aller weiteren Ämter.
Schüler: Karl Marx, Eugen Jochum, Karl Höller u.a.

Werk

Bühnenmusik:
1890 Helfried, Oper in einem Akt
1895 Zinnober, humoristisch-phantastische Handlung in drei Akten

Orchesterwerke:
1896 Dionysische Phantasie, symphonische Dichtung
1898/99 Barbarossa, symphonische Dichtung
1904 Wieland der Schmied, symphonische Dichtung
1911 Natursymphonie mit Schlusschor nach Johann Wolfgang von Goethes "Proömion"
1919 Aufklänge, symphonische Variationen über das Kinderlied "Schlaf, Kindchen, schlaf"

Vokalmusik:
1902 Drei Hymnen an die Nacht nach Gottfried Keller für Bariton und Orchester
1902/1908 Zwei Gesänge nach Gottfried Keller und Friedrich Hebbel für Tenor und Orchester
1907 Requiem nach Friedrich Hebbel für 8-stimmigen gemischten Chor
1908 Der arme Kunrad für 4-stimmigen Männerchor
1921 Drei Lieder nach altdeutschen Dichtungen für Singstimme und Klavier
1921 Drei Gesänge nach mittelhochdeutschen Dichtungen für Frauenstimme, Viola und Klavier
1925 Morgensegen für gemischten Chor, Tenor-Solo, Orchester und Orgel
1938 Drei gemischte Chöre nach Dichtungen Josef Weinhebers

Kammermusik:
um 1890 Klavierquartett

Publikationen:
Alexander Ritter, ein Bild seines Charakters und Schaffens, Berlin 1907
Über nationale Kunst, Hamburg 1916
Richard Wagners Briefe an seine Frau Julie Ritter (Hrsg.), München 1920
Betrachtungen zur Kunst. Gesammelte Aufsätze, Leipzig 1921
Gesammelte Schriften, Regensburg 1939
Anton Bruckner. Wissenschaftliche und künstlerische Betrachtungen zu den Originalfassungen (o.J., vermutlich 1930er Jahre)

Auszeichnungen

1925 Ehrendoktor der Universität Kiel
1942 Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft