Publikationen der Sektion Film- und Medienkunst

Der Reader versammelt Textbeiträge von Kuratoren und Protagonisten, die die künstlerischen Entwicklungen des Westberliner Musiklabels FMP und seiner einzigartigen Konzertereignisse ebenso vorstellen wie eine dynamische Kunst- und Musikszene nach 1968 in Osteuropa als Ausdruck einer vielfältigen Gegenkultur in Polen, der DDR, der Tschechoslowakei und Ungarn.

Julian Röders Bildkunst reflektiert Strukturen von Macht, Protest und Konsum, Schein und Wirklichkeit. In den neuen Arbeiten beschäftigt er sich unter anderem mit Metaphysik, Gedanken- oder Aura-Fotografie. Julian Röder war 2014 Ellen-Auerbach-Stipendiat der Akademie der Künste. Der Katalog erscheint zur Ausstellung im Haus am Waldsee, Eröffnung 17.11.2016

Eine neue Konkretisierung durch die Passagen der Abstraktion und Kalkulation. Vilém Flusser versuchte, die Künste im Angesicht unserer wesentlich technisch gewordenen Existenz neu zu denken. Im technischen Bild als künstlerischer Imagination sah er eine Alternative zur Reproduktion des Immergleichen – eine neue Einbildungskraft, die er in seinen Schriften formulierte und im Dialog mit Künstlern konkretisierte. Die Publikation behandelt Flussers spannungsreiches Verhältnis zu den Künsten und erweitert die Ausstellung mit aktuellen Forschungsbeiträgen und neuen Materialien.

Die Publikation bietet einen fundierten Einblick in das Werk der beiden Medienkünstler. In ausführlichen Texten von Siegfried Zielinski und Peter Weibel wird das Werk der Bildforscher Zbigniew Rybczyński und Gábor Bódy im Kontext der Entwicklung der medialen Künste im Osten und Westen analysiert. Neben zahlreichen Werkabbildungen und Arbeitsskizzen umfasst die Publikation auch Originalschriften der beiden Künstler, die einen tieferen Einblick in ihre jeweiligen Arbeitsweisen und ihre Ansichten vom Bild im Zeitalter der Digitalisierung bieten.

Gábor Bódy (1946–1985) Filmemacher, Theoretiker, Videokünstler, Lehrer, Netzwerker – ein innovativer Author des visuellen Denkens. Neben seinen drei Spielfilmen (American Torso, Psyche, Dog's Night Song) begründete er 1973 die Film Language Series am Béla Balázs Studio, Budapest, the K/3 group, ein Forschungszentrum für cinematografische Experimente  und später INFERMENTAL, das erste internationale Magazin auf Videokassetten. Diese DVD enthält alle seine Videoarbeiten.
Texte von Éva Kozma, Miklós Peternák

Michael Ruetz ist Bildchronist. Er hat den Umbruch um 1968 fotografisch festgehalten und sich dabei stets für mehr interessiert als die revoltierenden Studenten. Nicht nur in seinen Zentren hat er das politische Beben dokumentiert, sondern konsequent auch an der Peripherie: im Kiez, im Ostteil Berlins, beim Bürger auf der Straße und in der Dritten Welt. Die Blicke auf Situationen und in die Gesichter der Menschen lassen die "68" im Bild lebendig werden. Ruetz hat die Stimmung der Zeit, den politischen, künstlerischen und geistigen Klimawechsel wie kein anderer Fotograf eingefangen. Mit Texten von Michael Ruetz und Rolf Sachsse