Erwerbungsgeschichte

Die ersten verzeichneten Architekturdokumente der Akademie stammen aus dem 18. Jahrhundert, doch das gezielte Sammeln im Baukunstarchiv geht auf den ersten Nachkriegspräsidenten der West-Berliner Akademie, den Architekten Hans Scharoun, zurück. Unter ihm kam 1958 der erste Architektennachlass in die Akademie, das Archiv von Hugo Häring.

Hugo Häring, Wettbewerb Hochhaus Friedrichstraße, Berlin, 1922

Max Taut, Architekturvision für das Grabmal Wissinger, Berlin-Stahnsdorf, 1919

Hugo Häring, Blechmodell eines Formholzstuhles, 1949

Friedrich Spengelin, Fritz Eggeling, Gerd Pempelfort, Wettbewerb Hauptstadt Berlin, 1958

Ludwig Leo, Entwurf Umlauftank, Berlin-Tiergarten, 1968–1972

Büro Szyszkowitz-Kowalski, Haus in Wien-Hietzing, 1986–1990

Die Akademiemitglieder beschlossen im Jahr 1961 Dokumente von bedeutenden lebenden und gestorbenen Architekten und Mitgliedern der Akademie systematisch zu sammeln. Der Bestand wuchs vor allem durch die Übernahme des Hans-Scharoun-Archivs nach dessen Tod 1972. Bis heute ist sein Archiv mit 25.000 Plänen und Zeichnungen und 60 Metern Schriftgut das größte und zugleich bedeutendste Archiv innerhalb des Baukunstarchivs.

Bis 1993 wurden die Architektenbestände durch die Mitglieder und den jeweiligen Sekretär der Abteilung Baukunst betreut und publiziert. Erst 1993 wurde das Baukunstarchiv zu einer eigenen Abteilung innerhalb der Akademie. Seitdem wächst der Bestand kontinuierlich an.

Von Bedeutung für die Erwerbungspolitik ist die Übernahme von Bauentwürfen, die unrealisiert blieben und nie sichtbar im Stadtbild in Erscheinung getreten sind. Durch die Bewahrung unrealisierter Entwürfe in Architektenarchiven leistet das Baukunstarchiv einen wichtigen Beitrag zur Architekturforschung.

Seit Beginn der Sammlungstätigkeit der Akademie werden Dokumente stets im Zusammenhang ihrer Entstehung betrachtet. So werden die Planungsverläufe dokumentierenden Skizzen, Zeichnungen, Baupläne, Modelle, aber auch Korrespondenz zwischen den Baubeteiligten, Fotografien des fertigen Werks und schließlich Publikationen bewahrt, um die Geschichte der Bauprojekte verständlich zu machen.

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