Erschließung

Provenienzforschung zu dem Gemälde- und Skulpturenbestand der Kunstsammlung der Akademie der Künste

Projektlaufzeit: Oktober 2017 – September 2019

Rückseite des Gemäldes Männliches Bildnis
mit rotem Kopftuch im Profil
, Unbekannter Künstler, o.D.

Provenienzforschung gehört zu den Grundsatzaufgaben von Museen, Bibliotheken und Archiven und gewinnt seit Jahren an Bedeutung. Seit der Washingtoner Konferenz 1998 und der darauffolgenden „Erklärung der Bundesregierung, der Länder und der kommunalen Spitzenverbände zur Auffindung und Rückgabe von NS-verfolgungsbedingt entzogenem Kulturgut, insbesondere aus jüdischem Besitz“ vom Dezember 1999 sind Fragen nach der Provenienz von Kunstwerken wieder in den Blickpunkt der Forschung gerückt. Aus dieser Verpflichtung heraus werden seit Oktober 2017 an der Akademie der Künste in einem Forschungsprojekt die Provenienzen von Werken aus der Gemälde- und Skulpturensammlung systematisch untersucht, die nach 1933 in den Besitz der Akademie kamen und vor 1945 geschaffen wurden. Die Provenienzforschung wird mit großzügiger Unterstützung vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste für zwei Jahre bis Ende September 2019 gefördert.

Das Archiv der Akademie der Künste gilt mit über 1.200 Künstlernachlässen und einer umfangreichen Kunstsammlung und Bibliothek als eines der bedeutendsten Archive zur Kunst des 20. Jahrhunderts. Das nun beginnende Provenienzforschungsprojekt konzentriert sich auf die Bestände der Kunstsammlung und stellt den Auftakt für Provenienzforschungen in der Akademie der Künste dar. Bereits mit ihrer Gründung 1696 wurde der Grundstock für die Sammlung gelegt, deren Bestände bis heute Zuwachs erfahren. Konkreter Forschungsgegenstand sind 128 Gemälde und 135 Skulpturen, deren Provenienzen für den Zeitraum 1933 bis 1945 bislang ungeklärt sind. Darunter befinden sich sowohl Werke mit unbekanntem Erwerbshintergrund, als auch solche, die nachweislich nach 1945 über den Kunsthandel oder durch Schenkungen in die Sammlungen der Akademie der Künste der DDR und der Akademie der Künste Berlin (West) gelangten.

Die Forschungsergebnisse werden über die Archivdatenbank öffentlich gemacht. Des Weiteren ist geplant, alle erfolgten Restitutionen auf der Webseite der Akademie der Künste zu publizieren. Alle Fälle, bei denen Verdachtsmomente ermittelt werden können und die auf eine NS-verfolgungsbedingte Verlustgeschichte zwischen 1933 und 1945 hinweisen, die jedoch in der Untersuchung nicht erfolgreich aufgeschlüsselt werden können, werden in der Lost Art Internet Database des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste verzeichnet.

Projektleitung: Dr. habil. Rosa von der Schulenburg, Anna Schultz
Projektmitarbeit: Carolin Faude-Nagel, Dorothee Grafahrend-Gohmert