16.10.2019

Cembalo und andere Tasten
Zwei Konzerte am 25. und 26. Oktober 2019, 20 Uhr
Akademie der Künste, Hanseatenweg

Die Sektion Musik der Akademie der Künste widmet den charaktervollen Tasteninstrumenten Cembalo, Akkordeon und Klavier zwei Konzerte. Im Dialog mit ausgewählten Werken von u. a. Myriam Marbe, Younghi Pagh-Paan, Hans-Joachim Hespos, Iris ter Schiphorst, Nicolaus A. Huber und Samir Odeh-Tamimi sowie Musikerinnen und Musikern wie Claudia Pérez Iñesta, Mahan Esfahani und Christoph Grund ergibt sich ein mehrstimmiges, musikalisch ersonnenes Programm, das einen Bogen von den 1970ern bis ins 21. Jahrhundert spannt. Zusammengestellt wurden beide Konzertabende von Samir Odeh-Tamimi, dem stellvertretenden Direktor der Sektion.

Das Cembalo, das als Generalbass- und Continuo-Instrument mit seiner hellen, silbrigen Klangfarbe eine ganze Epoche der Musikgeschichte prägte, führte lange ein Schattendasein. Erst die historische Aufführungspraxis und Originalklangensembles haben das Instrument wieder stärker ins musikalische Bewusstsein gerückt. Ebenso entdeckten einige wichtige Avantgardekomponistinnen und -komponisten in der besonderen Klangfarbe und Mechanik einen neuen, aktuellen Reiz. Schon in den 1960er und 1970er Jahren schufen etwa György Ligeti, Myriam Marbe und Luc Ferrari atemraubende Kompositionen für Cembalo. In dem Stück La parabole du grenier I der rumänischen Komponistin Myriam Marbe, das am ersten Konzerttag erklingt, spielt die Pianistin Claudia Pérez Iñesta gleich auf drei verschiedenen Tasteninstrumenten.

Auch in den letzten Jahren sind facettenreiche neue Werke entstanden, viele komponiert für den weltweit auftretenden Cembalisten Mahan Esfahani, darunter das am zweiten Konzertabend von ihm gespielte, 2018 entstandene Intertwined Distances für Cembalo und Elektronik von Anahita Abbasi. Außerdem spielt Esfahani Programme Commun für Cembalo und Tonband von Ferrari – eine von Esfahani wiederentdeckte Komposition für Cembalo und Tonbandeinspielung. In Hans-Joachim Hespos' performativem Stück p i a l gerät neben dem sich drehenden und atmenden Akkordeon der ganze Konzertflügel in zirkuläre Bewegungen. Komplettiert wird das Konzertprogramm durch zwei aktuelle Kompositionen für Klavier und Elektronik von Samir Odeh-Tamimi und Iris ter Schiphorst – Zeugnisse der engen Zusammenarbeit des renommierten Pianisten Christoph Grund mit zeitgenössischen Komponisten.

Programm

Freitag, 25. Oktober, 20 Uhr
György Ligeti: Continuum (1968) für Cembalo
Younghi Pagh-Paan: Ne Ma-Um (1996) für Akkordeon
Myriam Marbe: La parabole du grenier I (1975/76) für einen Interpreten auf Klavier, Cembalo und Celesta
Iannis Xenakis: Psappha (1975) für Schlagzeug
Hans-Joachim Hespos: p i a l (1994) für Akkordeon und Pianoforte
mit
Margherita Berlanda: Akkordeon
Claudia Pérez Iñesta: Cembalo, Klavier, Celesta
Alexandros Giovanos: Schlagzeug

Samstag, 26. Oktober, 20 Uhr
Iris ter Schiphorst: Dead Wire (2011) für Klavier, Sampler und Liveelektronik
Anahita Abbasi: Intertwined Distances (2018) für Cembalo und Elektronik
Luc Ferrari: Musique socialiste ? ou Programme Commun pour clavecin et bande (1972) für Cembalo und Tonband
Nicolaus A. Huber: Auf Flügeln der Harfe (1985) für Akkordeon
Samir Odeh-Tamimi: Polígonos (2016) für Klavier und Elektronik
mit
Margherita Berlanda: Akkordeon
Mahan Esfahani: Cembalo
Christoph Grund: Klavier

Veranstaltungsdaten
Cembalo und andere Tasten
Zwei Konzerte
Freitag, 25. Oktober 2019, 20 Uhr
Samstag, 26. Oktober 2019, 20 Uhr
Akademie der Künste, Hanseatenweg 10, 10557 Berlin
Tickets € 13/7, Kombi-Ticket für beide Konzerte € 20/10
Kartenreservierung Tel. (030) 200 57-2000, ticket@adk.de, online: www.adk.de/tickets

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