18.11.2019

Koloniales Erbe V: Das Beispiel Namibia
Symposium am 29. November 2019, Akademie der Künste, Pariser Platz

Das Thema des (post)kolonialen Unrechts ist in den rechts- und kulturpolitischen Debatten in Deutschland und Europa präsent wie nie zuvor. Gleichzeitig zeigt die Aufarbeitung in den Nachfolgestaaten der ehemaligen Kolonien noch immer keine große Wirkung. Das Symposium „Koloniales Erbe V: Das Beispiel Namibia” am 29. November hat zum Ziel, die komplexen Aus- und Wechselwirkungen deutscher Kolonialisierung im heutigen Namibia zu thematisieren und in Deutschland sichtbarer zu machen. Vertreterinnen und Vertreter aus Recht, Politik und Kunst stellen Perspektiven auf die Folgen von Kolonialisierung und einen möglichen konstruktiven Umgang mit dem kolonialen Erbe vor und suchen das Gespräch mit der Zivilgesellschaft in Deutschland.

Die Veranstaltung ist Teil der Reihe „Koloniales Erbe“, die die Geschichte des Kolonialismus als einen gemeinsamen Prozess der Erinnerung, der Aufarbeitung und der Zukunftsgestaltung begreift. Sie ist die dritte Plattform zu Namibia, die das European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) und die Akademie der Künste in Kooperation mit der Bundeszentrale für Politische Bildung/bpb ausrichten. Die erste Diskussion im Januar 2018 forderte eine Folgekonferenz in Windhoek, die im März 2019 als „Week of Justice“ stattfand. Jetzt werden die Themen nach Berlin zurückgespielt.

Mit Beiträgen von u. a. Ida Hoffmann, Vertreterin des Nama Genocide Technical Committee, dem Völkerrechtler John Nakuta und der Künstlerin Isabel Tueumuna Katjavivi. In ihrer Multimediainstallation They tried to bury us hat Katjavivi einen Ort der Erinnerung an den Ovaherero-Genozid erschaffen, der als Installation erstmals in Berlin gezeigt wird.

„Koloniales Erbe / Colonial Repercussions“ ist eine gemeinsame Veranstaltungsreihe der Akademie der Künste mit der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb.


Programm


Freitag, 29. November 2019
14 Uhr Begrüßung
Johannes Odenthal (Programmbeauftragter der Akademie der Künste, Berlin) – mit einer kurzen Vorstellung der künstlerischen Fotodokumentation von Ixmucané Aguilar – , Wolfgang Kaleck (Generalsekretär des European Center for Constitutional and Human Rights, ECCHR, Berlin) und Wolf Iro (Leiter der Kulturabteilung in der Zentrale des Goethe-Instituts, München)

14.30 Uhr Keynote
Von Joshua Castellino (Direktor der Minority Rights Group und Gründungsdekan School of Law, Middlesex University, UK) und Sima Luipert (Stellvertretende Vorsitzende Nama Traditional Leaders Association, Namibia)

15.15 Uhr Panel I: Addressing Colonial Injustice through the Law
Mit Ida Hoffmann (Vorsitzende Nama Genocide Technical Committee, Namibia), Alexandra Kemmerer (Wissenschaftliche Referentin und Koordinatorin für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht am Max-Planck-Institut, Büro Berlin), John Nakuta (Dozent für Verwaltungs- und Menschenrecht, University of Namibia (UNAM) und Medienombudsmann von Namibia) Moderation: Judith Hackmack (Anwältin ECCHR, Berlin)

17.30 Uhr Besuch der Multimediainstallation They tried to bury us (2018/2019)
von Isabel Tueumuna Katjavivi

18 Uhr Panel II: Living Memories – Artistic Positions and Memory Politics
Mit Isabel Tueumuna Katjavivi (Künstlerin, Namibia) Trixie Munyama (Performerin und Choreografin, Namibia) Moderation: Johannes Odenthal

19.30 – 20.15 Uhr Closing Remarks
Mit Alejandra Ancheita (Gründerin und geschäftsführende Direktorin, ProDESC, Mexico), Jessé de Souza (Soziologe, Universidade Federal do ABC, Brasilien / Sorbonne Université, Frankreich), Thomas Krüger (Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb)


Veranstaltungsdaten

Koloniales Erbe V „Das Beispiel Namibia“
Symposium am 29. November 2019 ab 14 Uhr
Mit den Gästen: Ixmucané Aguilar, Alejandra Ancheita, Joshua Castellino, Ida Hoffmann, Isabel Tueumuna Katjavivi, Sima Luipert, Alexandra Kemmerer, Trixie Munyama, John Nakuta
They tried to bury us
Multimediainstallation 2018/2019 von Isabel Tueumuna Katjavivi
Laufzeit: 29. November – 8. Dezember 2019, täglich 11 – 19 Uhr
Akademie der Künste, Pariser Platz 4, 10117 Berlin
In englischer Sprache, Eintritt frei

Für Tweets zur Veranstaltungsreihe #colonialrepercussions und #decolonize

Pressekarten, -fotos: presse@adk.de, Tel. 030 20057-1514
Weitere Informationen und Programm unter www.adk.de/koloniales-erbe

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