27.3.2020

Akademie der Künste übernimmt Archiv von Uwe Timm

Uwe Timm übergibt anlässlich seines 80. Geburtstags am 30. März 2020 den ersten Teil seines künstlerischen Vorlasses an das Archiv der Akademie der Künste. Werkmanuskripte, Materialsammlungen, Korrespondenzen, u. a. mit Egon Bahr, F. C. Delius, Gerd Fuchs, Günter Herburger, Felicitas Hoppe, Erich Loest und Dieter Wellershoff, stehen der Forschung ebenso zur Verfügung wie Belegdrucke seiner Werke sowie die Publikationen der von ihm mit herausgegebenen AutorenEdition.

Uwe Timm wurde mit dem Roman Heißer Sommer (1974) einem größeren Publikum bekannt, mit Die Entdeckung der Currywurst (1993, verfilmt 2008) gelang ihm ein Welterfolg. Seine Texte, so unterschiedlich sie in Aufbau und Tonlage sind, haben gemeinsam, dass sie in literarisch anspruchsvoller Erzählweise historisch markante Situationen – immer wieder v. a. die Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs sowie die 1968er-Bewegung – reflektieren und gleichzeitig ein großes Lesepublikum erreichen. Sein neuer Essayband Der Verrückte in den Dünen. Über Utopie und Literatur ist soeben erschienen.

Uwe Timm wuchs in Hamburg auf. Nach einer Kürschnerlehre besuchte er von 1961 bis 1963 das Braunschweigkolleg, wo er Benno Ohnesorg kennenlernte. Er studierte Philosophie und Germanistik in München und Paris, engagierte sich 1967/68 im Sozialistischen Deutschen Studentenbund (SDS) und promovierte 1971 über Albert Camus. Seit 1971 lebt Uwe Timm als freier Schriftsteller. Von 1972 bis 1982 gab er mit Uwe Friesel, Hannelies Taschau, Gerd Fuchs und Richard Hey die AutorenEdition heraus. Seit 2006 ist Uwe Timm Mitglied der Akademie der Künste. Er ist auch Mitglied des P.E.N., der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Darmstadt, der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, München, sowie der Freien Akademie der Künste, Hamburg.

Werke (Auswahl):
Widersprüche. Gedichte und Essays (1971), Heißer Sommer. Roman (1974), Morenga. Roman (1978, verfilmt 1985), Rennschwein Rudi Rüssel. Kinderroman (1989, verfilmt 1995), Vogel, friss die Feige nicht. Römische Aufzeichnungen. Essays (1989), Der Kopfjäger. Roman (1991), Erzählen und kein Ende. Essays, Vorträge (1993), Die Entdeckung der Currywurst. Novelle (1993, verfilmt 2008). Nicht morgen, nicht gestern. Erzählungen (1999), Rot. Roman (2001), Am Beispiel meines Bruders. Roman (2003), Der Freund und der Fremde. Erzählung (2005), Halbschatten. Roman (2008), Von Anfang und Ende. Über die Lesbarkeit der Welt. Frankfurter Poetikvorlesung (2009), Am Beispiel eines Lebens. Autobiografische Schriften (2010), Montaignes Turm. Essays (2015), Ikarien. Roman (2017), Der Verrückte in den Dünen. Über Utopie und Literatur (2020)

Auszeichnungen (Auswahl):
1979 Literaturpreis der Stadt Bremen (Förderpreis), 1989 Literaturpreis der Stadt München, 1990 Deutscher Jugendliteraturpreis, 2001 Großer Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, München, 2002/03 Stadtschreiber von Bergen-Enkheim, 2003 Schubart-Literaturpreis, 2006 Jakob-Wassermann-Literaturpreis, 2009 Heinrich-Böll-Preis der Stadt Köln, 2011 Carl-Zuckmayer-Medaille, 2014 Kultureller Ehrenpreis der Stadt München, 2018 Schillerpreis der Stadt Mannheim

Für Rückfragen: Helga Neumann, Literaturarchiv der Akademie der Künste, Tel. +49 (0)30 200 57-32 29, helga.neumann@adk.de

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