Espen Eichhöfer, Bil, aus der Serie Papa, Gerd und der Nordmann, 2017–2020. Foto © Espen Eichhöfer/OSTKREUZ

KONTINENT – Auf der Suche nach Europa

Podcasts

Erstmalig produziert das renommierte Fotografenkollektiv OSTKREUZ – Agentur der Fotografen begleitend zu seiner nächsten Gruppenausstellung „KONTINENT – Auf der Suche nach Europa“ eine Podcast-Reihe. Ab sofort erscheint zweimal wöchentlich – immer montags und donnerstags – je eine der insgesamt 22 Folgen. Im Gespräch mit der Journalistin und Buchautorin Anja Maier reflektieren die Fotografinnen und Fotografen über ihre Arbeiten in der Ausstellung, die vom 2. Oktober 2020 bis zum 10. Januar 2021 in der Akademie der Künste am Pariser Platz zu sehen ist.

In der ersten Folge des Podcasts spricht der Kurator der Ausstellung Ingo Taubhorn über die Entstehung und die Grundgedanken des Gemeinschaftsprojekts.

In der zweiten Folge erzählt die Fotografin Stephanie Steinkopf über die Protagonistin ihrer Serie „Virpi“, die in der Ausstellung „KONTINENT – Auf der Suche nach Europa“ gezeigt wird. Virpi ist eine Finnin, die einen Burnout hatte und heute unter Depressionen und Alkoholismus leidet.

Maurice Weiss fotografiert für die Ausstellung in seiner Serie „Falls sie wiederkommen“ Spuren und Überreste des Zweiten Weltkriegs – in der Landschaft und in den Lebensläufen. In Folge 3 des Podcasts erzählt er von seinen Begegnungen mit noch verbleibenden Zeitzeug*innen. Als Europäer und Fotograf geht es ihm immer um Verantwortung.

Johanna-Maria Fritz fotografiert in „The Most Powerful Witch from Europe“ die mächtigste Hexe Rumäniens Mihaela Minca und ihre Töchter. Wie deren Alltag aussieht, wie sie ihre Magie anwenden und warum sie das nie am Vormittag tun, verrät die Fotografin in der vierten Folge des Podcasts.

Annette Hauschild zeigt für die Ausstellung in „Die Helfer“ jene Aktivist*innen, die sich an den Binnen- und Außengrenzen Europas für Geflüchtete einsetzen. In Folge 5 des Podcasts thematisiert sie ihre Rolle als Fotografin zwischen Verantwortung, eigenen fotografischen Ansprüchen und individuellem Risiko.

Heinrich Holtgreve verdichtet in seiner Arbeit „Wer hat, dem wird gegeben“ ein Gefühl von Ungleichheit. In Podcast-Folge 6 zur Ausstellung erzählt der OSTKREUZ-Fotograf, wie er nach Gibraltar kam, wo er das Projekt fotografierte und wie er in den letzten Jahren zu einem politischen Menschen wurde.

Für die Ausstellung reiste Harald Hauswald per Interrail von London nach Istanbul. In Folge 7 des Podcasts erzählt er, warum er für seine Arbeit „Railroad Ticket – Auf den Spuren des Orient-Express“ mit dem Smartphone fotografierte und welchen Einfluss diese Entscheidung auf seine Fotografie hatte.

Jordis Antonia Schlösser porträtiert eine junge jüdische Generation in Osteuropa. In Podcast-Folge 8 erzählt sie, wie sich die jungen Menschen auf die Suche nach der eigenen Identität begeben und warum sie als Fotografin dieses Thema seit Jahrzehnten begleitet.

Für die Ausstellung und seine Arbeit „La Rada di Augusta“ begab sich Sebastian Wells auf die Suche nach europäischen Ölvorkommen. In Podcast-Folge 9 spricht der OSTKREUZ-Fotograf über seine Herangehensweise an ein solch schwer zugängliches Thema und die subtile Gefahr, die in seinen Bildern lauert.

Tobias Kruse hat die Menschen im einstigen Badeort Jaywick in England fotografiert. In Folge 10 des Podcasts berichtet er über die Schicksale der Bewohner*innen, wie er einen Zugang zu ihnen fand und was diesen Ort mit Europa verbindet.

Ina Schoenenburg reiste für ihre Arbeit „Związki“ in die deutsch-polnische Grenzregion. In Podcast-Folge 11 schildert sie ihre Eindrücke einer Region, in der für sie Europa gelebt wird.

Espen Eichhöfer fotografierte in seiner Arbeit „Papa, Gerd und der Nordmann“ Momente in dem kleinen Dorf in Norwegen, in dem er geboren wurde. In Podcast-Folge 12 spricht er über seine Suche nach einer Heimat und der Frage, ob es davon mehrere geben kann. 

Thomas Meyer sucht für seine Arbeit „Territory“ nach Bildern vor der eigenen Haustür. In der Podcast-Folge 13 spricht der OSTKREUZ-Fotograf über den Grund, eine assoziative Arbeit zu zeigen, und was dies mit einer Haltung zu Europa zu tun hat. 

Linn Schröder zeigt für „KONTINENT – Auf der Suche nach Europa“ ihre persönliche Arbeit „Nicht schon wieder Oma, Mama“. In Podcast-Folge 14 zur Ausstellung spricht sie über die Fluchtgeschichte ihrer Schwiegermutter und wie sie und ihre Kinder mit diesem emotionale Erbe umgehen.

Frank Schinski gibt in seiner Arbeit „Richtige Einstellung“ Einblicke in berufliche Gesprächssituationen in verschiedenen europäischen Städten. In der Podcast-Folge 15 spricht er über den Wert der Arbeit und was Bewerbungssituationen über den Zustand Europas aussagen. 

Mila Teshaieva erforscht das Verhältnis von persönlichem und kollektiven Erinnern in ihrer Heimat, der Ukraine. In Podcast-Folge 16 spricht sie über Wahrheit, Rekonstruktion und Legendenbildung. Sie fragt nach den Geschichten der Menschen und wie ihre Erinnerungsbilder die Gegenwart prägen.

Heinrich Voelkel zeigt in der Ausstellung Bilder der Außengrenzen Deutschlands, die während der Coronapandemie geschlossenen waren. In Podcast-Folge 17 spricht er darüber, warum er für diese Motive sein für die Ausstellung geplantes Thema wechselte und weshalb ihn die unpassierbaren Grenzen persönlich besonders berührten.

Anne Schönharting beschäftigt sich mit Gegenständen, die ihr Urgroßvater während der Kolonialzeit aus Äquatorialguinea nach Deutschland brachte. In Podcast-Folge 18 spricht sie über den Umgang mit diesem kolonialen Erbe: zunächst in ihrer Kindheit in der DDR und heute als Teil ihrer künstlerisch-fotografischen Arbeit.

Für „KONTINENT – Auf der Suche nach Europa“ verbrachte Sibylle Fendt viel Zeit in einer abgelegenen Flüchtlingsunterkunft im Schwarzwald. In Podcast-Folge 19 beschreibt sie die schwierige Situation vor Ort und wie sie als Fotografin einen Zugang zu den Menschen fand.

Ute Mahler und Werner Mahler zeigen in der Ausstellung ihre neue gemeinsame Arbeit An den Strömen. In Podcast-Folge 20 erzählen sie von ihren Reisen an die großen Flüsse Europas und was das Leben an den Gewässern für sie ausmacht.  

Dawin Meckel reiste in die Finanzzentren Londons und fotografierte in den Gebäudeschluchten zum Teil theatralische Szenen. In Podcast-Folge 21 beschreibt er den Schlüsselmoment seines Projektes und erzählt, wie das Ausgeschlossensein zu einem Motiv seiner Serie werden konnte.

Für „KONTINENT – Auf der Suche nach Europa“ fotografierte Jörg Brüggemann Demonstrant*innen in ganz Europa in Close-up-Porträts. In Podcast-Folge 22 zur Ausstellung berichtet er, warum ihm verschiedene Einblicke in die unterschiedlichsten Demonstrationen wichtig waren.

Für „KONTINENT – Auf der Suche nach Europa“ erforschen die 22 OSTKREUZ-Mitglieder aktuelle Fragen des Miteinanders in Europa. In ihren fotografischen Arbeiten nehmen sie sowohl persönliche, gesellschaftliche wie auch politische Phänomene in den Blick. Der Podcast bietet die Möglichkeit vor und während der Ausstellung die Fotografinnen und Fotografen der Agentur und ihre Positionen kennenzulernen. Sie geben Einblick in ihre Herangehensweisen an die individuellen und ganz unterschiedlich gearteten Projekte. Im Podcast erzählen die Agenturmitglieder, wie und warum die Entscheidung für ein fotografisches Thema fiel, welche Schwierigkeiten und Möglichkeiten sich im Prozess ergeben haben und wie dies ihren Blick auf den Kontinent Europa verändert. Welche Verantwortung liegt heute bei Fotografinnen und Fotografen? Wie ist ihre Haltung, welche Rolle nehmen sie als Individuen und als Vertreter ihres Berufsstandes ein – in der Gesellschaft, im Ausstellungs- und Medienkontext und im Kollektiv? Die OSTKREUZ-Mitglieder erzählen nicht nur von ihrem Werdegang und ihren Arbeitsweisen, in den eindrücklichen Gesprächen wird ein kritischer Zugang zur Fotografie deutlich, für den OSTKREUZ seit nunmehr 30 Jahren steht.

Fotografinnen und Fotografen im Podcast:
Jörg Brüggemann, Espen Eichhöfer, Sibylle Fendt, Johanna-Maria Fritz, Annette Hauschild, Harald Hauswald, Heinrich Holtgreve, Tobias Kruse, Ute Mahler, Werner Mahler, Dawin Meckel, Thomas Meyer, Frank Schinski, Jordis Antonia Schlösser, Ina Schoenenburg, Anne Schönharting, Linn Schröder, Stephanie Steinkopf, Mila Teshaieva, Heinrich Völkel, Maurice Weiss, Sebastian Wells 

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Redaktion: Anja Maier und Thomas Winkler
Produktion und Musik: Nicolai Kühling
Aufnahme: Studio der taz, Die Tageszeitung

OSTKREUZ – Agentur der Fotografen wurde 1990, kurz nach dem Mauerfall, im noch nicht wiedervereinigten Deutschland in Ost-Berlin von sieben Fotografinnen und Fotografen gegründet. Heute, 30 Jahre später, gilt OSTKREUZ als renommiertestes Fotografen-Kollektiv Deutschlands. Seine 22 Mitglieder sind vielfach ausgezeichnete Autorenfotografinnen und -fotografen mit eigener Haltung und Handschrift. Ihre Bilder sind in Ausstellungen, Zeitschriften und Magazinen national und international vertreten.

„KONTINENT – Auf der Suche nach Europa“ eröffnet am 1.102020 den diesjährigen EMOP Berlin – European Month of Photography und die EMOP Opening Days. Die Ausstellung wird gefördert vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), der Senatsverwaltung für Kultur und Europa und der Gesellschaft der Freunde der Akademie der Künste.

Podcast-Reihe zur gleichnamigen Ausstellung von OSTKREUZ – Agentur der Fotografen und der Akademie der Künste (2.10.2020 – 10.01.2021)

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