Johanna Diehl, <i>Das imaginäre Studio XIV</i> (Hermann Scherchens rotierender Nullstrahler, Studio für Elektroakustische Musik, Akademie der Künste, Berlin), gelatin silver print, 2017, 61 × 49 cm

Karl F. Gerber

Erste Experimente mit Musik-Elektronik wagte Karl F. Gerber während der Lehre als Physiklaborant. Später studierte er Kontrabass bei Adelhard Roidinger. Als Diplomphysiker arbeitete er viele Jahre in der Mikroelektronik-Industrie und bis 2017 als Fachschuldozent in München. Als Komponist sieht er sich als Autodidakt, jedoch immer wieder Gasthörer, beginnend 1975 bei Riethmüller in Freiburg.

Seine Interessen reichen von Jazz und Elektronik bis zu interaktiven Computer-Klanginstallationen: z. B. Perseus, 1987, in der Galerie X, München. Experimente mit mathematischer Komposition in Echtzeit begannen 1984 auf dem Commodore C64 und führten schließlich zu live-algorithmischen Performances wie einer Co-Improvisation mit den University of Michigan Dancers bei der ICMC 1998 in Ann Arbor, Michigan, USA. Seit 1984 improvisierte er auf dem Computer, indem er Formeln auf dem Bildschirm – jenseits von Livecoding – editierte. Beautiful Numbers erhielt einen Preis in Bourges und erschienen 1993/94 bei IMEB/CIME. Seit Loops für Piano-Solo (UA 2004, Muffathalle) entstehen auch Werke in traditioneller Notation. Als „ePlayer“ werden auch Computerflügel oder der selbstkonstruierte Violinautomat (work-in-progress) verwendet.

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