Abfallprodukte der Liebe. Eine Ausstellung mit Werken von Elfi Mikesch, Rosa von Praunheim und Werner Schroeter

Abfallprodukte der Liebe

Eine Ausstellung mit Werken von Elfi Mikesch,
Rosa von Praunheim und Werner Schroeter

Filmstill aus Der Rosenkönig (1986) von Werner Schroeter

Filmstill aus Verführung: Die grausame Frau (1985) von Elfi Mikesch

Filmstill aus Die Bettwurst (1971) von Rosa von Praunheim

Filmstill aus Palermo oder Wolfsburg (1980) von Werner Schroeter

Filmstill aus Rosas Welt: 70 Filme zum 70. Film 19 - Werner Schroeter (2012) von Rosa von Praunheim, Kamera: Elfi Mikesch

Die Ausstellung „Abfallprodukte der Liebe" widmet sich drei Kunst- schaffenden, die lebenslang eine intensive Freundschaft miteinander verbunden hat: der Fotografin, Kamerafrau und Regisseurin Elfi Mikesch, dem Filmemacher und Aktivisten Rosa von Praunheim und dem Theater-, Opern- und Filmregisseur Werner Schroeter (1945–2010). Der Ausstellungstitel „Abfallprodukte der Liebe" bezieht sich auf Werner Schroeters Poussières d'amour (1996), einen Film über das Entstehen und die Vergänglichkeit der Kunst und eine große Hommage an die Oper.

Jean Cocteau sagte einmal, das Filmemachen bedeute, dem Tod bei der Arbeit zuzusehen. Ich hielt dagegen, dass man ihn im Film und auf der Bühne proben, inszenieren, wiederholen kann. Die Kunst vermag die Zeit anzuhalten und melancholisch mit der Wiederkehr des Lebens zu spielen.

Werner Schroeter, Tage im Dämmer, Nächte im Rausch, Aufbau-Verlag, Berlin 2011

Die „Poetin", der „Politische" und der „Ästhet", wie Rosa von Praunheim es formuliert, haben ihre gemeinsamen Wurzeln in der Westberliner Subkultur. Ihre Werke prägen seit den 1960er Jahren den Bilderkanon des künstlerischen Undergrounds. Sie treten offensiv für divergierende Sexualitäten ein, sie verweigern Konventionen als Lebensprinzip und künstlerische Position zugleich. Alle drei sind sie Grenzgänger zwischen den Künsten. Auf der Suche nach „anderen Filmen, anderen Bildern und anderen Lebensformen", so Elfi Mikesch, sind ihre Arbeiten ebenso vom amerikanischen Experimentalfilm wie von Parodien auf die Trivialkultur inspiriert und in eigenen Handschriften fortgeschrieben.

Mit Fotografien, Filmen, Zeichnungen, Klanginstallationen und Dokumenten zeigt die Ausstellung erstmals die vielfältigen ästhetischen und biografischen Wechselbeziehungen untereinander. Die künstlerische Freundschaft – in all ihren Spannungen und Widersprüchen – wird zu einem biografischen Motiv verdichtet, das die Räume miteinander verbindet. „Abfallprodukte der Liebe" schlägt mit aktuellen Arbeiten von Elfi Mikesch und Rosa von Praunheim eine Brücke über fünf Jahrzehnte bis zur Gegenwart.

Ausstellungstrailer