Käthe-Kollwitz-Preis 2011: Janet Cardiff & George Bures Miller

Ausstellung
Träger des Käthe-Kollwitz-Preises 2011 ist das in Berlin lebende kanadische Künstlerpaar Janet Cardiff und George Bures Miller. In ihrer Ausstellung am Pariser Platz wird die Konstruktion und Dekonstruktion von akustischer Wahrnehmung und illusionistischen Räumen fokussiert. Denn die wirklichen Vorgänge von Cardiffs und Millers Geschichten entstehen beim Begehen und Betrachten erst mit der visuell-sinnlichen Wahrnehmung. Durch Erinnerung und Vorstellung an und von Räumen, Objekten und Zusammenhängen öffnet sich eine weitere Ebene. Als Betrachter-Zuhörer ist man zwischen Traum und Traumata, Erschrecken und Neugierde hin- und hergerissen. Oft passt das, was man sieht, nicht mit dem zusammen, was man hört – oder aber der Klang lässt sich dem imaginierten Ort nicht zuordnen.

„Killing Machine“ (2007) ist eines dieser faszinierenden Hauptwerke: Der Foltermaschine im Raum ausgesetzt, erlebt der Besucher einzig durch Licht und eine technisch komplexe Sound-Komposition die bis ins Unerträgliche gesteigerte Maltraitierung eines fiktiven Opfers. Während das wechselnde Licht, mechanische Folterarme und der leere „Behandlungsstuhl“ die innerlich schmerzende Erfahrung befördern, banalisiert die Disco-Lichtkugel diesen Moment. Das narrative Moment der Arbeit spielt sich einzig in unseren Köpfen ab, die Künstler reduzieren ihr Werk auf die akustische und visuelle Wahrnehmung und die Illusion des nicht Vorhandenen.

Mit freundlicher Unterstützung

 

 

Medienpartner

29.6. — 14.8.2011
Dienstags bis sonntags 11-20 Uhr. Am 29.06., 30.06. und 01.07. nur bis 19 Uhr. € 5/3 (Ticket gilt auch für die Ausstellung "Ausgewählt")
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