© Simone C Niquille /technoflesh Studio, duckrabbit.tv, 2022

transmediale 2023: Or So It Seems

Ausstellung

Alan Butler und Simone C Niquille hinterfragen mit ihrer kollaborativen Ausstellung Or So It Seems die soziopolitischen Implikationen von Computer-Vision, also der Technologie, die Computer befähigt mittels KI aussagekräftige Informationen aus digitalen Bildern zu gewinnen. Die Simulation eines Wetterberichts aus dem kalifornischen Yosemite Nationalpark über einen nicht enden wollenden Sturm wird immer wieder von duckrabbit – dem Star einer TV-Show und die animierte Version des Wittgenstein’schen Gedankenexperiments – unterbrochen, das seine queere Coming of Age Geschichte erzählt. Dem Unwetter trotzend, rezitiert die Reporterin aus John Muirs Mein erster Sommer in der Sierra (1911), einem Klassiker aus dem Genre des sogenannten Nature Writing. Während diese beiden Welten aufeinanderprallen und verschwimmen, lösen sich ihre fragwürdigen Repräsentationsfunktionen buchstäblich auf. Die großformatigen Videoarbeiten loten die Kluft zwischen Realitätsmodellen und unserer gelebten Erfahrung aus und werfen die Frage auf, wie wir kollektiv damit umgehen, wenn drohendes Unheil und Entertainment sich überlagern. Die Ausstellung präsentiert die zwei neue Arbeiten der Künstler:innen.

Die 36. Ausgabe des transmediale Festivals findet vom 1. bis 5. Februar in der Akademie der Künste, Hanseatenweg, und an weiteren Orten in Berlin statt. Unter dem diesjährigen Titel a model, a map, a fiction erforscht das fünftägige Festival Skalierungstechnologien und wie diese unsere Beziehungen, Emotionen und das Politische neu konfigurieren.

Alan Butler erforscht materielle und philosophische Ideen darüber, wie Bilder und ihre Bedeutung in technologisch vermittelten Realitäten funktionieren. Er ist Teil des Kollektivs ANNEX, das Irland auf der Architekturbiennale Venedig 2020 vertreten hat.

Simone C Niquille ist Designerin und Forscherin und lebt in Amsterdam. Im Rahmen ihrer künstlerischen Praxis Technoflash setzt sie sich mit Repräsentationsformen von Identitäten und der Digitalisierung von Biomasse in Netzwerken auseinander.

1. — 26.2.

Eröffnung: Mi 1.2., 19 Uhr, Eintritt frei

2. – 4.2.
Eintritt in die Ausstellung nur mit transmediale Festival Pass

5. – 26.2.
Di – Fr 14 – 19 Uhr
Sa, So 11 – 19 Uhr

€ 6/4, Eintritt frei bis 18 Jahre, dienstags und jeden ersten Sonntag im Monat