Koloniales Erbe

Mit der Veranstaltungsreihe „Koloniales Erbe/Colonial Repercussions“ lädt die Akademie der Künste ein, über die Strukturen kolonialer Machtverhältnisse, die bis heute in Wissenschaft, Kunst und Gesellschaft wirksam sind, nachzudenken. Von Januar bis Juni 2018 beschäftigten sich drei mehrtägige Symposien in Vorträgen, Panels, Performances, künstlerische Arbeiten und Workshops damit, die blinden Flecken des kolonialen Erbes auszuleuchten. 

Vom 25. bis 30. März 2019 führt eine dreiteilige Veranstaltungsreihe in Windhuk, Namibia, die Auseinandersetzung mit dem kolonialen Erbe fort. Dabei steht die Erörterung der Möglichkeiten und Wege der juristischen und gesellschaftlichen Aufarbeitung von (post)kolonialem Unrecht im Vordergrund.

Kader Attia, Rochers Carrés, 2008. Series of silver prints

NIC Kay

Sorryyoufeeluncomfortable

Julia Phillips, Tuner, 2016. 29 x 30 x 12 cm. Partially glazed ceramics, metal screws, metal bracket

Die Aufarbeitung des Kolonialismus bietet ein visionäres Moment für die Zukunft Europas. Im Zentrum der Veranstaltungsreihe steht die Frage nach dem bis heute spürbaren Vermächtnis des europäischen Kolonialismus: Wie wirkt er in Europa und der Welt nach? Wie können überkommene Machtstrukturen aufgebrochen und die damit verbundene Angst, Macht abzugeben, überwunden werden? Und wie sähe eine Gesellschaft aus, die Kreativität aus der Vielfalt heraus entwickelt und nicht aus einer weißen, hegemonialen Wissenstradition ableitet?

Bereits im Winter 2016/17 hat sich die Akademie der Künste mit dem Schwerpunktprogramm „Uncertain States – Künstlerisches Handeln in Ausnahmezuständen“ intensiv den Themen Migrationsgeschichte, Fluchtursachen, Gewalterfahrungen in Krisenregionen und Exil gewidmet. Da die zentralen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts und die daraus resultierenden kulturellen, sozialen, wirtschaftlichen und politischen Veränderungsprozesse aufs engste mit der historischen Kolonialpolitik Europas verbunden sind vertieft die Veranstaltungsreihe „Koloniales Erbe / Colonial Repercussions“ diese Auseinandersetzung.

Unter kuratorischer Leitung von Wolfgang Kaleck (Generalsekretär des European Center for Constitutional and Human Rights, ECCHR) und Karina Theurer (Juristin, ECCHR) diskutierten in der zweitägigen Auftakt-Konferenz Ende Januar 2018 internationale juristische Experten die Kolonialverbrechen der europäischen Staaten und die Frage nach Reparationen. Die Kulturwissenschaftlerin Nana Adusei-Poku stellte die Kulturproduktion der Black Diaspora als Kritik hegemonialer Konstrukte von Identität ins Zentrum einer zweiten diskursiven Plattform Ende Mai 2018. Nikita Dhawan (Professorin für Politische Theorie und Gender Studies) entwarf im dritten Symposium Ende Juni 2018 zusammen mit namhaften internationalen Theoretikerinnen und Theoretikern des Postkolonialismus das utopische Potential einer zukünftigen Gesellschaft.

Zusätzlich bot der Leseraum C& Center of unfinished business der internationalen Online-Plattform für Kunst aus afrikanischen Perspektiven Contemporary And (C&) über den gesamten Zeitraum der Veranstaltungsreihe im Foyer des Akademiegebäudes am Pariser Platz Literatur über koloniale Hinterlassenschaften.

Vom 25. bis 30. März 2019 führt eine dreiteilige Veranstaltungsreihe in Windhuk, Namibia, die Auseinandersetzung mit dem kolonialen Erbe fort. Dabei steht die Erörterung der Möglichkeiten und Wege der juristischen und gesellschaftlichen Aufarbeitung von (post)kolonialem Unrecht im Vordergrund.

Namibische und internationale Jurist*innen, Künstler*innen, Verfassungshistoriker*innen und zivilgesellschaftliche Expert*innen kommen bei dem Symposium „Koloniales Unrecht und Aufarbeitung“ zu einem interdisziplinären Austausch zusammen, organisiert von der Akademie der Künste und dem European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) in Kooperation mit dem Goethe-Institut.

Gemeinsam mit der Ovaherero Genocide Foundation (OGF) und der Nama Traditional Leaders Association (NTLA) und dem Nama Genocide Technical Committee (NGTC) laden die Akademie der Künste und das ECCHR anschließend zur internationalen Konferenz „International Law in Postcolonial Contexts“ sowie zu einer öffentlichen Veranstaltung in Swakopmund.

Teilnehmende sind unter anderem Herta Däubler-Gmelin (Bundesjustizministerin a.D.), Jeanine Meerapfel (Präsidentin der Akademie der Künste), Bonita Meyersfeld (Universität Witwatersrand in Johannesburg/Südafrika), John Nakuta (Universität von Namibia), Vasuki Nesiah (New York University), Jürgen Zimmerer (Universität Hamburg) und Wolfgang Kaleck (ECCHR).

Weitere Details zum Programm und zur Anmeldung

Koloniales Erbe/Colonial Repercussions ist eine gemeinsame Veranstaltungsreihe der Akademie der Künste mit der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb.

Die Akademie der Künste wird gefördert durch:

Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien