Koloniales Erbe

Koloniales Erbe

Mit der Veranstaltungsreihe „Koloniales Erbe/Colonial Repercussions“ lädt die Akademie der Künste ein über die Strukturen kolonialer Machtverhältnisse, die bis heute in Wissenschaft, Kunst und Gesellschaft wirksam sind, nachzudenken. Von Januar bis Juni 2018 beschäftigen sich drei mehrtägige Symposien in Vorträgen, Panels, Performances, künstlerische Arbeiten und Workshops damit, die blinden Flecken des kolonialen Erbes auszuleuchten.

NIC Kay

Sorryyoufeeluncomfortable

Julia Phillips, Tuner, 2016. 29 x 30 x 12 cm. Partially glazed ceramics, metal screws, metal bracket

Die Aufarbeitung des Kolonialismus bietet ein visionäres Moment für die Zukunft Europas. Im Zentrum der Veranstaltungsreihe steht die Frage nach dem bis heute spürbaren Vermächtnis des europäischen Kolonialismus: Wie wirkt er in Europa und der Welt nach? Wie können überkommene Machtstrukturen aufgebrochen und die damit verbundene Angst, Macht abzugeben, überwunden werden? Und wie sähe eine Gesellschaft aus, die Kreativität aus der Vielfalt heraus entwickelt und nicht aus einer weißen, hegemonialen Wissenstradition ableitet?

Bereits im Winter 2016/17 hat sich die Akademie der Künste mit dem Schwerpunktprogramm „Uncertain States – Künstlerisches Handeln in Ausnahmezuständen“ intensiv den Themen Migrationsgeschichte, Fluchtursachen, Gewalterfahrungen in Krisenregionen und Exil gewidmet. Da die zentralen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts und die daraus resultierenden kulturellen, sozialen, wirtschaftlichen und politischen Veränderungsprozesse aufs engste mit der historischen Kolonialpolitik Europas verbunden sind vertieft die Veranstaltungsreihe „Koloniales Erbe / Colonial Repercussions“ von Januar bis Juni 2018 diese Auseinandersetzung.

Unter kuratorischer Leitung von Wolfgang Kaleck (Generalsekretär des European Center for Constitutional and Human Rights, ECCHR) und Karina Theurer (Juristin, ECCHR) diskutieren in der zweitägigen Auftakt-Konferenz Ende Januar 2018 internationale juristische Experten die Kolonialverbrechen der europäischen Staaten und die Frage nach Reparationen. Die Kulturwissenschaftlerin Nana Adusei-Poku stellt die Kulturproduktion der Black Diaspora als Kritik hegemonialer Konstrukte von Identität ins Zentrum einer zweiten diskursiven Plattform Ende Mai 2018. Nikita Dhawan (Professorin für Politische Theorie und Gender Studies) entwirft im dritten Symposium Ende Juni 2018 zusammen mit namhaften internationalen Theoretikerinnen und Theoretikern des Postkolonialismus das utopische Potential einer zukünftigen Gesellschaft.

Teilnehmer*innen u.a. Antony Anghie, Kader Attia, Ain Bailey, Nathalie Anguezomo Mba Bikoro, Angela Davis, Ayrson Heráclito, NIC Kay, Bouchra Khalili, Autumn Knight, Ester Muinjangue, Fiston Mwanza Mujila, Makau Mutua, Marcel Odenbach, Obiora Chinedu Okafor, Okwui Okpokwasili, Christina Sharpe, Sorryyoufeeluncomfortable, Gayatri Chakravorty Spivak, Rolando Vázquez und Liesbeth Zegveld.

Zusätzlich bietet der Leseraum C& Center of unfinished business der internationalen Online-Plattform für Kunst aus afrikanischen Perspektiven Contemporary And (C&) über den gesamten Zeitraum der Veranstaltungsreihe im Foyer des Akademiegebäudes am Pariser Platz Literatur über koloniale Hinterlassenschaften. 

Koloniales Erbe/Colonial Repercussions ist eine gemeinsame Veranstaltungsreihe der Akademie der Künste mit der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb.