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Brecht – ein Leser und seine Bibliothek

Vorwort zu „Die Bibliothek Bertolt Brechts“ (gekürzt)
(Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2006)

»Bücher! Wozu helfen sie?«

Brecht: Im Dickicht


I
April 1940, Lidingö, eine Halbinsel vor Stockholm. Panischer Aufbruch im Atelier der Bildhauerin Ninnan Santesson. Ihre deutschen Gäste - Brecht, seine Familie und seine Mitarbeiterin Margarete Steffin -, seit sieben Jahren auf der Flucht vor ihren Landsleuten, müssen jetzt auch Schweden verlassen. Deutsche Truppen stehen in Kopenhagen. Schwedische Freunde mahnen zur Eile. Rasch packt man das Nötigste. Schubladen werden herausgezogen, Möbel gerückt, Koffer die Treppe heruntergeschleppt. Im Arbeitszimmer herrscht Chaos: Steffin trägt Manuskripte zusammen, eine Auswahl unentbehrlicher Bücher wird getroffen. Längst sind die Kisten voll, aber immer wieder bringt Brecht Bände, auf die er nicht verzichten will. Plötzlich stehen zwei Geheimpolizisten im Raum, weisen einen Haussuchungsbefehl vor, verlangen Pässe, zeigen auf die Bücherberge und fragen nach politischen Publikationen.
Der Auftritt der Beamten, auch ihr Interesse an politischer Literatur, ist belegt. Ausgemalt hat die Szene Peter Weiss im zweiten Band seines Romans »Die Ästhetik des Widerstands«. Der Protagonist erzählt: »Erregt schrie Brecht sie an, daß er hier nur sein künstlerisches Eigentum verwahre. Er stellte sich, als wolle er sie mit seinem Körper schützen, vor die Bücherstapel, sein Gesicht war grünlich weiß, von Ekel verzerrt. Er verfolgte jede Bewegung der Hände in den Seiten eines Buchs, wie faßt ihr es denn an, rief er, leckt den Daumen nicht, in seinem Sprachgemisch aus Dänisch und Schwedisch, Matthis versuchte, ihn zu beschwichtigen, er stieß ihn zurück, sagte, auf Deutsch, daß sich auch hier nun die Barbarei hermache über die Literatur.« Mit einem grellen Auflachen, außer sich vor Zorn und Furcht verweigert Brecht den Beamten den Zugriff auf die Manuskripte - offenbar mit Erfolg: »Unschlüssig stolzierten die Polizisten noch eine Weile zwischen den Tischen umher, ehe sie sich davonmachten. Die Kriminalromane, schrie Brecht, ihr habt die Kriminalromane vergessen, eilte die Stufen hinauf zu seiner Schlafbalustrade, sprang herunter mit Stößen der billigen, zerfledderten Hefte, die er gern abends las, riß das Fenster auf, warf sie den Polizisten nach, da lagen sie im Garten, Wallace, Doyle, Christie, Chandler, Carr, Carter, Quentin, Sayers, und wie sie alle heißen mochten, lagen in den Pfützen, im vermodernden Laub.« (»Die Ästhetik des Widerstands«, Frankfurt am Main 1978, S. 310-319)
Brechts Ausbruch offenbart die ganze Hoffnungslosigkeit. Es ist bereits der dritte erzwungene Ortswechsel im Exil, Zwischenstationen nicht gerechnet. Jedesmal Ungewißheit über die Zukunft, Kampf um Pässe, Reduzierung des Gepäcks - wobei Bücher und Manuskripte, klagt die Tochter Barbara, ihren Puppen vorgezogen worden sind. Kein Aufbruch, ohne daß die Bibliothek nicht empfindlich dezimiert wurde, Verluste von ungeahntem Ausmaß. Im Februar 1933 waren Bücher und Arbeitsmaterialien in Berlin verblieben. Vergeblich war der lebensgefährliche Versuch von Elisabeth Hauptmann, sie herauszuschmuggeln. Die von ihm geschriebenen Bücher seien »durch die Ihnen bekannten Umstände buchstäblich in alle Winde zerstreut« worden, schrieb Brecht seinem Amsterdamer Verleger Gerard de Lange am 20. September 1934 (BFA 28, S. 440). Als »zweite Vernichtung meiner Bücher« bezeichnete er 1939 dann die Zerstörung des Prager Satzes der Malik-Ausgabe (BFA 29, S. 129). Und über den dramatischen Aufbruch in Schweden vermerkt er am 17. April 1940 nur noch lakonisch im Journal: »Unter Hinterlassung der Möbel, Bücher usw. nach Finnland mit dem Schiff. Der Schlosser, der die Bücher nimmt, die niemand anders haben will.« (BFA 26, S. 371)
Verlust auf der Flucht ist eines der sprichwörtlichen Schicksale von Büchern in den Jahren 1933 bis 1945. Ganze Bibliotheken sind verschollen, andere wurden beschlagnahmt und verbrannt; sinnenfällig führt Micha Ullmans Denkmal auf dem Berliner Bebelplatz die Folgen solcher Brutalität vor Augen. »Die Emigration, das beschädigte Leben«, schreibt Adorno in seinen »Bibliographischen Grillen«, habe dazu geführt, daß seine Bücher verschleppt und übers Maß hinaus verunstaltet worden seien. »Aus ihren friedlichen Regalen gescheucht, gerüttelt, eingesperrt in Kisten, provisorisch behaust, sind viele von ihnen aus dem Leim gegangen.«
Die erwähnte Aufbruchsszene aus dem Roman von Peter Weiss illustriert Beschädigungen und Verluste in Brechts Bibliothek, führt jedoch zugleich den Wert der Sammlung vor Augen. In die Beschreibung integrierte Weiss eine Bestandsliste, gewissermaßen das erste Verzeichnis von Brechts Bibliothek. Es beschwört in einer erregenden Kombination aus bibliographischer Zuverlässigkeit und genialischer Fiktion literarische Traditionen herauf: »Auf der Liste verzeichnete ich die Gesänge vom Landbau, des Publius Vergilius Maro, in der Übersetzung von Voss, das Epos des Titus Lucretius Carus, Über die Natur, in der Nachdichtung von Knebel, aus dem Jahr Achtzehnhundert Einundzwanzig, eine Sammlung von Gedichten des Ovid und Catull, in einer Ausgabe für den Schulgebrauch, erschienen Achtzehnhundert Zweiundachtzig bei Teubner, Leipzig, die Metamorphosen des Publius Ovidius Naso, bei Mylius gedruckt, in Berlin, Siebzehnhundert Einundneunzig, die Lebensbeschreibungen des Plutarch, in einem Lederband des Verlags Langen Müller, mit dem Datum Neunzehnhundert Dreizehn, die bei Langenscheidt erschienenen Satiren des Juvenalis, die Siegeslieder Pindars, verlegt von Diederichs, Neunzehnhundert Zwölf, die Lobrede auf Trajan, von Plinius Secundus, erschienen in Leipzig, Siebzehnhundert Sechsundneunzig, die Briefe des Plinius, in einer Ausgabe aus dem Jahr Achtzehnhundert Neunundzwanzig, die Briefe des Cicero, im Verlag von Langen Müller, Neunzehnhundert Zwölf, einen Band Äsop, Hesiod und Quintus, in der Langenscheidtschen Bibliothek, zwei Bände des Quintus Horatius Flaccus, mit Satiren und Oden, die Historien und Annalen des Tacitus, zwei geheftete, zerlesne Bände Homer, im Verlag Cotta, eine Sammlung von Schriften des Konfuzius, übersetzt ins Englische von Waley, von Waley auch eine Übertragung von Gedichten des Li Po, sowie eine Anthologie chinesischer Poesie, eine Volksausgabe von Cotta mit Hölderlins Dichtungen, die Gedichte Shelleys, den Tristram Shandy von Sterne, den Ulysses von Joyce, in zwei gehefteten Bänden der Odyssey Press, Paris, aus dem Jahr Neunzehnhundert Neununddreißig« etc. etc (S. 312).
Angaben wie diese, seitenweise fortgesetzt, beruhen auf Autopsie, die Weiss im Frühjahr 1975 im Bertolt-Brecht-Archiv vornehmen konnte. Seine Aufzeichnungen in dem damals geführten Notizbuch, die er nicht in die gedruckte Ausgabe der Notizbücher übernommen hat, füllen mehr als zwanzig Seiten. »Bücher«, läßt Weiss seinen Ich-Erzähler sagen, »waren unsre Verbündete im Kampf gegen die feindlichen Gewalten«. Als Brechts Bücher in die Kisten versenkt werden, zur »Stunde ihres Begräbnisses«, arrangiert Weiss ein imaginäres Treffen der verfolgten Dichter, der »Unbehausten und Umhertreibenden«, »Verstoßnen und Befehdeten«. Unbekümmert fügt er der Liste Verfassernamen und Titel hinzu, die Brecht wohl nie besessen hat oder die verlorengegangen sind: Werke von Swift, Rabelais, Rimbaud, Kierkegaard, Heym, Trakl, Loerke, Jessenin, Blok, Mandelstam, Kafka, Musil, Polgar, Roth, Horváth, Lasker-Schüler, Benjamin und vielen anderen.
Eine große Szene: Bücher werden aufgerufen und verstaut; dramatische Minuten, in denen ein Damm errichtet wird gegen die Fluten des Unheils, von denen die Verzweifelten wissen, daß sie sie doch nicht aufhalten können. Es ist ein Gegenstück zu Walter Benjamins Rede »Ich packe meine Bibliothek aus«, in der das Auspacken als lustvoller Vorgang geschildert wird, der dem Sammler bei aller »Unordnung aufgebrochener Kisten« Muße läßt für bibliophile Feinheiten und Erinnerungen an Erwerb und Leseerfahrung. Brecht war kein Sammler, keiner, gegen dessen Haltung, um noch einmal die »Bibliographischen Grillen« Adornos zu zitieren, eingewendet werden mag, »ihm sei Bücher zu besitzen wichtiger als ihre Lektüre«. Brecht war Lesen stets wichtiger als Haben, Schreiben wichtiger als Lesen, aber da sein Schreiben ohne Material, ohne Vorlagen undenkbar war, galt der Satz, den er Virginia zu ihrem Vater Galilei sagen läßt, uneingeschränkt auch für ihn: »Du könntest nicht ohne deine Bücher leben.« (BFA 5, S. 266)


II
Mit der Beschreibung von Brechts Bibliothek berichtigte Peter Weiss ein Klischee von Brecht als Leser, dem auch er zunächst aufgesessen war: »Brecht - seine Bibliothek?«, lautete eine Notiz aus der ersten Arbeitsphase. »Der hat nur Krimskrams gelesen. Seine Mitarbeiter haben
ihm Exzerpte angefertigt, haben ihm Zusammenfassungen von irgendwie interessanten Büchern geliefert. Marx studiert - hat er nicht. Korsch hat ihm alles Notwendige zusammengefaßt.« Schon ein flüchtiger Blick auf Brechts Bibliothek zeigt die Haltlosigkeit dieser These. Stimmig argumentiert dagegen eine spätere Notiz, in der die Perspektive der Bibliotheksszene vorgezeichnet ist: »Bei der Verstauung von Brechts Bibliothek wurde es klar, wie ungeheuer dominiert sein Leben ist von Literatur / jeder Name u Titel hier vollgedrängt von Lebensstoff - im Gegensatz zu den schablonenhaften Namen der Politiker / ein Tag, an dem nicht gelesen, geschrieben, filtriert, umgeschmolzen wurde, war ein verlorner Tag«. Im Roman heißt es: »Alle diese Werke waren eigentlich Notizbücher, voll von Anstreichungen, Bemerkungen« (S. 314).
Brecht hat, wo immer er sich aufhielt, gelesen. Bücher regten ihn an und verschafften ihm Entspannung: »Meine beiden Produktionsmittel, die Zigarren und die (englischen) Kriminalromane, gehen aus und müssen rationalisiert werden«, notierte er am 25. April 1941 (BFA 26, S. 480). »Ruhe mit Kriminalroman«, steht im Tagesplan für den 5. September 1944. »Nachts halbe Seite Shakespeare oder Waleys Sammlung chinesischer Gedichte. Radio. Kriminalroman.« (BFA 27, S. 203) Vor allem boten ihm Bücher Material, Stoffe, Techniken. Brecht las zielgerichtet und mit der Gewißheit, daß ihm das Wesentliche schon nicht entgehen werde. Sein phänomenales Gedächtnis sorgte dafür, daß ihm Texte und Fakten noch Jahre nach der Lektüre zur Verfügung standen. Brecht war gebildet, ohne bildungsbeflissen zu sein, sein Verhältnis zu den Büchern war eher pragmatisch. Proust habe er sich referieren lassen, erinnerte sich Hanns Eisler. Das mag zutreffend sein; zweifelhaft ist dagegen Eislers Aussage, Brecht habe in den „Ulysses“ nur hineingeschaut - wegen der Darstellungstechnik. »Brecht hat die großartige Tugend gehabt, nur das zu lesen, was er verwenden kann. Er hat einen Scharfsinn gehabt, sich aus einem dicken Band von Hegel das herauszusuchen, was er brauchen kann. Wie er das gemacht hat, das weiß ich nicht.«
Die Antwort auf Eislers Frage muß etwas mit Brechts Art zu lesen zu tun haben. „Brecht war ein grosser Leser, ein gewiegter Leser; und der Eindruck, den Gelesenes zu irgendeiner Zeit auf ihn gemacht hatte, der blieb; und der Verwertungsmöglichkeiten waren viele“, schrieb Elisabeth Hauptmann am 24. Mai 1962 an Marieluise Fleißer, die sich für eine Bekannte nach Brechts Kipling-Lektüre erkundigt hatte. »Elisabeth Hauptmann hat mir seine Art ein Buch zu lesen vorgeführt«, notierte Brechts Assistent Peter Voigt. »Sie setzte sich aufrecht, hielt ein aufgeschlagenes Buch in Händen und begann die Lektüre. Die Konzentration deutete sie an, indem sie seine hochgezogenen Augenbrauen imitierte. Sie wendete Seite um Seite, lesend - und hielt unvermittelt inne. Jetzt kam, was ihr wichtig zu zeigen war: Sie blätterte zurück, ins also schon Gelesene, auf der Suche nach einer bestimmten Stelle - welche sie noch einmal aufmerksam durchlas; dann setzte sie die unterbrochene Lektüre fort. Brechts Art ein Buch zu lesen sei ein fortwährendes Hin- und-her-Lesen gewesen, erklärte sie.« (Aufzeichnung vom November 2001)
Aufwendigere Lektüre verstand Brecht gelegentlich zu delegieren. Er bat Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter oder Freunde, für ihn Sachverhalte zu ermitteln oder gar den Inhalt ganzer Werke zusammenzufassen. Eine von John Willett referierte Aussage Hans Bunges gilt allerdings wohl nur für die letzten Lebensjahre, in denen alle Energie der Theaterarbeit zufloß: »Bunge tells me B. read very little: he used to buy him books. He only read serious modern stuff when someone recommended it; and few did. Mainly he bought him Greek classics in good translations; Molière etc too. Otherwise he read detective stories etc.« Aus seinen Tagebüchern, Briefen und Schriften wissen wir, daß das, was Brecht tatsächlich gelesen hat, den Bestand seiner Nachlaßbibliothek deutlich übertraf. Anstreichungen, Randbemerkungen und Aufzeichnungen belegen die gründliche und kritische Lektüre vieler Titel.
Brecht wußte, daß Lesen erlernt werden will, nicht nur im eigentlichen Sinne. »Die Kunst, Shakespeare zu lesen«, überschrieb er eine Notiz vom Frühsommer 1953 (vgl. BFA 23, S. 252). Er war sich der »Schwierigkeit des Lesens« bewußt, auf die Goethe und Eckermann am 25. Januar 1830 zu sprechen gekommen waren. Goethe hatte sich verwundert gezeigt über den Dünkel vieler Leute, »die ohne alle Vorstudien und vorbereitende Kenntnisse sogleich jedes philosophische und wissenschaftliche Werk lesen möchten, als wenn es eben nichts weiter als ein Roman wäre«. »Die guten Leutchen«, fuhr er fort, »wissen nicht, was es einem für Zeit und Mühe gekostet, um lesen zu lernen. Ich habe achtzig Jahre dazu gebraucht und kann noch jetzt nicht sagen, daß ich am Ziel wäre.« In seinem »Buch der Wendungen« erweiterte Brecht diese Aufgabe auf die schöne Literatur: »Viele, sagte Me-ti, sehe ich Bücher lesen, eine schwierige Kunst, die sie niemand gelehrt hat. Ihre Vorkenntnisse reichen weder aus, die Schwächen, noch die Stärken von Büchern zu erkennen. Ich will nicht von wissenschaftlichen Büchern reden, die fast immer so geschrieben sind, daß Wissen nötig ist, um Wissen zu erwerben. Aber auch die Erzählungen sind schwer lesbar. Meist erreicht der Verfasser im Handumdrehen, daß der Leser sich mehr für die Welt seines Buches interessiert, als sein Buch sich für die Welt interessiert. Er macht den Leser die Welt vergessen über dem Buch, das sie beschreiben soll.« (»Über das Lesen von Büchern«, BFA 18, S. 132f.) Der von Me-ti nicht eigens entwickelte Gegenentwurf wäre eine Art zu lesen, die aus der Weisheit der Bücher Klugheit für das Leben gewinnt. Vermittler dieser Kunst schreiben sich tief ins Gedächtnis - wie der Deutschlehrer Mathias Weserich aus Uwe Johnsons Roman»Jahrestage«, über den Gesine Cresspahl sagen kann: »Und wir hatten bei ihm das Deutsche lesen gelernt.« (»Jahrestage« 4, Frankfurt am Main 1983, S. 1707)
Entscheidend für Brecht waren der Gebrauchswert des Gelesenen, seine Kunstfertigkeit, seine Wirkung und das, was ein Text über die Haltungen seines Verfassers mitteilt. Der Begriff Gebrauchswert zielt freilich zuerst auf den Wert eines Textes als Material zur eigenen künstlerischen Verwertung. Man hat vergeblich versucht, Brechts Umgang mit Quellen auf das freimütige Bekenntnis des Gärtners aus dem Gedicht »Garden in progress« zu reduzieren: er »stehle nach allen Seiten« (BFA 15, S. 378). Die Behauptung, Brecht habe genommen, wo er konnte, ist töricht; fruchtbar hingegen wäre die Analyse der komplexen Beziehungen zu seinen Vorlagen. Sie ist ohne Rekonstruktion seiner Lektüre nicht möglich. »Die meisten ›Klassiker der Weltliteratur‹ werden erst verständlich und genießbar, wenn man sowohl ihre Bio als auch ihre Lektur dahinterblendet«, konstatierte Arno Schmidt in dem Aufsatz »Meine Bibliothek«. Und er fügte einen Wunsch an, der bezogen auf Brecht nur eingeschränkt zu erfüllen ist: »Wenn wir nur in jedem Falle wüßten, was die Autoren alles so gelesen haben!«


III
Die Geschichte von Brechts Bibliothek ist geprägt von dem fünfzehn Jahre andauernden Exil: Ein Großteil der Bestände mußte, wie gesagt, schon zu Beginn der Flucht in Berlin bleiben - weniger als ein Zehntel des heute erhaltenen Bestands befand sich bereits vor 1933 in seinem Besitz. Auch jede weitere Station des Exils hat der Sammlung zugesetzt, der Aufbruch in Lidingö war nicht der einzige überhastete. Angeschafft wurde in den Exiljahren nur das Notwendigste. Am 8. Dezember 1939 listete er in seinem Tagebuch die wichtigsten Gegenstände aus seinem Besitz auf: eine Pfeife, kleine Möbel, Masken, Bretter mit Bildern von Caspar Neher - und Bücher. Im einzelnen nannte er: »Caesar in Schweinsleder«, »Lukrez alte Ausgabe«, »vollständige ›Neue Zeit‹«, »›Me-Ti‹ in Leder« »2 Bände der ›Versuche‹« und »2 Bände Breughelbilder« (BFA 26, S. 350).
Immer wieder erwähnte er in Briefen und Journalen Bücher und hielt Gespräche über Gelesenes fest - zum Beispiel mit seinem Sohn Stefan. Der Eintrag vom 8. Januar 1941 verzeichnet »Bücher auf Steffs Tisch«, die lebhaft gemischte Lektüre eines Sechzehnjährigen über finnische Geschichte, englische Revolutionen, Kommunismus, New York, Physik, Zeichnungen von Grünewald, Bücher von Shakespeare, Voltaire, Brecht, Wallace, Thornton Wilder, Sherwood Anderson und »Lady Chatterley’s Lover« von Lawrence (vgl. BFA 26, S. 453).
Brechts Bibliothek umfaßt, zählt man jeden Band einer Ausgabe und jedes Heft einer Zeitschrift einzeln, 4.218 Titel. Allen Verletzungen durch das Exil zum Trotz erweckt der Bestand den Eindruck einer gut sortierten Bibliothek. Die Schwerpunkte spiegeln den Horizont von Brechts Interessen. Sie liegen auf den Gebieten deutschsprachige Literatur, Weltliteratur, Geschichte/Politik, Antike, Marxismus, Philosophie und natürlich Kriminalliteratur. Es ist eine Arbeitsbibliothek: Literatur zu Themen, mit denen sich Stücke, Prosatexte und Schriften befaßten, fügt sich zu kleineren Handbibliotheken: römische Kaiserzeit, Dreißigjähriger Krieg, Pariser Kommune, Oktoberrevolution, NS-Zeit, Ökonomie, Philosophie, Marxismus, bildende Kunst, Naturwissenschaften, Galilei, Einstein, Rosa Luxemburg und anderes. Was Brecht benötigte, beschaffte er sich, und wenn ein Text nicht erhältlich war, ließ er ihn fotografieren. Entscheidend war, ob ein Buch zur Hand war, wem immer es gehörte. So ist auch manche Wanderung zu erklären: Es gibt Eigentumsvermerke von Helene Weigel, Elisabeth Hauptmann, Margarete Steffin, Ruth Berlau, Stefan S. Brecht, Hanns Eisler, Walter Benjamin, Karl Korsch, Kurt Kläber, Arnold Zweig, Peter Palitzsch, Angelika Hurwicz, Isot Kilian und vielen anderen. Selbstverständlich, daß Exemplare Brechts auch in fremde Bibliotheken gelangt sind. Arthur Adamovs Buch »La parodie. L’ invasion« (Paris: Charlot, 1950) steht in der Bibliothek von Helene Weigel, obwohl es Brecht gewidmet ist (»à Bert Brecht / dont j’ aime le théâtre / qui bouge. / De tout cœur et avec l’ admiration de / Arthur Adamov«). Bei Helene Weigel finden sich weitere Bücher, die ursprünglich zu Brechts Bibliothek gehörten. Naturgemäß gab es hier keine strikte Abgrenzung: Bücher, die beiden gewidmet sind, gibt es sowohl bei ihr als auch bei ihm. Literatur, die für den Spielplan relevant war, vor allem Dramatik der Jahre 1910 bis 1925, ließ die Intendantin nach Brechts Tod seiner Bibliothek entnehmen. Im Nachlaß Wieland Herzfeldes tauchten Bücher Brechts auf; sie sind in diesem Verzeichnis erfaßt. In der Bibliothek von Elisabeth Hauptmann fand sich Herbert Iherings Monographie »Heinrich Mann« (Berlin: Aufbau, 1951) mit der Widmung: »Lieber Brecht, / immer mal wieder! / Herzlichst / HerbertJhering / Berlin, den 20. März 1951«. Weitgehend ungeklärt dürften die Besitzverhältnisse bei den zahlreichen Krimis gewesen sein. Sie waren ohnehin zum Weiterreichen oder Tauschen gedacht. Der Wirtschaftswissenschaftler Jürgen Kuczynski, Nachbar in Weißensee, hatte den besseren Zugang zu Kriminalromanen, Brecht den besseren zu guten Zigarren - damit waren die besten Voraussetzungen für Tauschgeschäfte gegeben.
Brecht war ein eifriger Benutzer öffentlicher oder privater Leihbibliotheken. Einige ihm wichtige Titel wird man daher vergeblich bei ihm suchen. Allerdings hat auch manche Bibliothek ihre Exemplare vergeblich gesucht oder zurückgefordert, wie Stempel, Signaturen und Fristzettel verraten; Zuverlässigkeit zeichnete diesen Benutzer nicht eben aus. Im Sommer 1928 mahnte die Staats-, Kreis- und Stadtbibliothek seiner Heimatstadt Augsburg wiederholt die Rückgabe von Mehrings »Lessing-Legende« an. Zeitweise war er beherrscht von einer »Gier nach Büchern«, wie sie Kafka für sich eingestanden hat. »Die Leihbibliotheken sind ausgelesen«, klagte er im Juni 1925 in einem Brief an Helene Weigel (BFA 28, S. 229). »Gegen Ostern entdeckt B. Leihbibliothek«, notierte Elisabeth Hauptmann 1926, »u. von Ostern bis Ende Mai verschlingt er sehr viele Bücher«. Und mit dem Versprechen, die Svendborger Bibliothek verschaffe ihm jedes Buch, versuchte er am 22. Dezember 1933, Walter Benjamin zu einem Besuch zu überreden (BFA 28, S. 395). Dennoch war die Buchbeschaffung nicht so unkompliziert, wie es hier anklingt. Brecht sei zu bewundern, läßt Margarete Steffin Arnold Zweig wissen, »dass er die wälzer so hartnäckig und geduldig dieser miniatur-bibliothek hier zu entreissen versteht, die seinetwegen an alle welt schreibt«.
Brecht liebte alte und neue Bücher, besonders die handwerklich gelungenen. »Ist es pervers«, fragt er 1926, »wenn man bei Büchern den Geruch von Leim und Druckerschwärze liebt?« (BFA 21, S. 129) Als er es sich in den letzten Jahren leisten konnte, widerstand er nicht, wenn sich ihm die Gelegenheit bot, bibliophile Ausgaben zu erwerben: »Am Bahnhof Friedrichstraße ist eine Buchhandlung mit alten Büchern. Sie gehört einem Kommunisten«, lautet eine der ersten Journal-Eintragungen nach der Rückkehr. »Ich wähle eine Goethe-Ausgabe, und er weigert sich, mich bezahlen zu lassen.« (BFA 27, S. 284) Der Buchhändler war Georg Pinzke, genannt Schorsch, Antifaschist, Freund von Hans Coppi, ein Berliner, streitlustig und warmherzig - eine Legende nicht nur unter Bibliophilen. Pinzke, der von der Gestapo mißhandelt worden war, hatte ganze Auflagen verbotener Bücher aufgekauft, die er nach dem Ende der Nazizeit wieder verkaufte oder eben auch verschenkte. Brecht habe bei seinem ersten Besuch, erzählte Pinzke, die Bücher - es sei ein ganzer Stapel gewesen - übrigens ohne Zögern angenommen. […]


IV
Verluste kann das Verzeichnis nicht dokumentieren, weil sie sich nur lückenhaft rekonstruieren lassen. Manches Geschenk an den Schriftsteller, manche von ihm festgehaltene Erwerbung sucht man heute vergebens. Es fehlen Bücher, über deren Besitz und Lektüre er sich geäußert hat – man denke an Urteile über Gedichte von William Wordsworth, Gides »Immoraliste«, Boris Souvarines »Stalin«-Monographie, »Der SS-Staat« von Eugen Kogon oder die Tagebücher von Joseph Goebbels. Literatur, die er als Quelle für seine Werke verwendet hat, ist teilweise nicht vorhanden, wobei im Einzelfall nicht gesagt werden kann, ob er sie besessen oder entliehen hat. Gelegentlich tauchen in Antiquariaten Bücher aus Brechts Besitz auf. Ein Exemplar von Iherings »Berliner Dramaturgie« (Berlin: Aufbau, 1947) mit Widmung für Brecht und Helene Weigel wurde im März 2000 in Wien angeboten. Im Jahr 2005 erwarb das Brecht-Archiv ein Exemplar der Erstausgabe von Kafkas »Prozeß« (Berlin: Die Schmiede, 1925); auf dem Deckelschildchen hatte der Eigentümer mit schwarzer Tinte quer zwischen Verfasser und Titel seinen Namen geschrieben: »bert brecht«. Der Name Franz Kafka taucht allerdings nicht ein einziges Mal in diesem Katalog auf. Daß diese Lücke nichts über Brechts Kenntnis von Kafka aussagt, weiß man, nicht zuletzt aus dem Text »Geziemendes über Franz Kafka« und den Gesprächen mit Benjamin. Diesen hatte, wie er Gershom Scholem am 3. Oktober 1931 schrieb, Brechts »überaus positive Stellung zu Kafkas Werk« überrascht; den bei Kiepenheuer erschienenen Nachlaßband »Beim Bau der Chinesischen Mauer« schien Brecht »sogar zu verschlingen«. Der Fund im Antiquariat mahnt, bei der Interpretation derartiger Fehlanzeigen Zurückhaltung walten zu lassen.
Auffällig sind Lücken bei Autoren, mit denen Brecht intensiv Kontakt hatte, wie Feuchtwanger oder Benjamin, von denen kein einziges Widmungsexemplar überliefert ist, Zweig, Döblin, Brentano, Seghers oder Viertel. […]
Einen regen Buchaustausch hatte Brecht mit seinem Sohn Stefan: Beim Bücherauspacken in Lidingö im Juni 1939 schenkte er ihm Ausgaben von Shakespeare, Keller und Hauptmann, die sich noch heute in der Nachlaßbibliothek befinden. Zahlreiche Exemplare wiederum sind Geschenke des Sohnes mit Widmungen und Hinweisen auf Texte und Abbildungen, die den Vater interessieren mochten, oder auf Übersetzer, die dieser ansprechen sollte. Nach dem Tod Brechts übernahm Stefan eine Reihe von Bänden, darunter Briefe und Satiren des Horaz sowie Bücher von Leibniz, Gottsched, Hegel und Korsch, wobei letztere zuvor fotokopiert wurden (Nr. 2484-2487). Einer Information von Hans Bunge zufolge soll auch die »Encyclopædia Britannica« dazu gehört haben. Eine seiner Bibeln verschenkte Brecht dem Ingenieur Kurt Teichmann, der 1953 die Heizungsanlage in der neuen Wohnung in der Chausseestraße gebaut hatte. Und offenbar entsprach Brechts Laxheit beim Zurückgeben entliehener Bücher seiner Laxheit beim Einfordern verliehener Bücher; nicht wenige finden sich im Besitz oder im Nachlaß seiner Mitarbeiter und Freunde. Drei der Bücher, deren Titel Peter Weiss sich 1975 in seinem Notizbuch vermerkte, sind heute unauffindbar, obwohl sie ältere Kataloge noch aufführen: »Ideen, Gedanken und Einfälle« von Lichtenberg (Hildburghausen/New York: Bibliographisches Institut, 1830), »Gegenseitige Hilfe in der Tier- und Menschenwelt« von Kropotkin, in Gustav Landauers Übersetzung (Leipzig: Thomas, 1920) und eine Reclam-Ausgabe von DuFresnes »Lehrbuch des Schachspiels«. Eine Reihe weiterer Titel, die zwar nicht bei Weiss, aber in älteren Katalogen und Übergabelisten vorkommt, muß ebenfalls zu den Verlusten gezählt werden. Sie ist heterogen und entspricht in ihren Schwerpunkten - deutschsprachige Literatur, Theater, Geschichte, Politik, Kriminalromane - der Gesamtbibliothek.


V
Nicht dokumentiert ist die Aufstellung von Brechts Bibliothek. Fotos, die im Herbst 1956 entstanden sind, zeigen, daß die heutige Ordnung erheblich von der damaligen abweicht. Nur wenige Zusammenhänge blieben erhalten. Zu ihnen zählt der Bestand im Schlafzimmer, die letzte Handbibliothek, die Reinhold Grimm 1960 unangetastet vorfand und in der »Germanisch-romanischen Monatsschrift« dokumentierte. […]
Die Aufstellung war alles andere als systematisch; es waltete das Prinzip einer schöpferischen Unordnung, durch das Bücher in groben Rubriken, aber auch in kleineren Einheiten zueinander geführt wurden. In der Katalogisierung gehen solche lebendigen Zusammenhänge freilich ebenso verloren wie das Chaos von Periodika, Zeitungen, Ausschnitten und Fotos in der ganzen Wohnung. Relevante Materialien wurden nach dem Tod des Dichters seinem Nachlaß zugeordnet.
Der Eindruck, den Peter Weiss seinen Ich-Erzähler formulieren läßt, beschreibt die Aufstellung recht treffend: »Beim Auseinandernehmen der Bibliothek war mir aufgefallen, daß die Bände weder alphabetisch noch nach Fachgebieten geordnet, doch auch keineswegs regellos zusammengestellt gewesen waren, sondern nach Verwandtschaftsbeziehungen, nach einem System gegenseitiger Sympathien oder Zusammengehörigkeiten in Streitgesprächen, oft hatte es ein Nebeneinander aus heftigen Kontrasten gegeben, das dann doch zu geheimen Übereinstimmungen führen konnte.« (»Die Ästhetik des Widerstands«, Frankfurt am Main 1978, S. 313). Zaghafte Versuche, die Aufgabe der Systematisierung zu delegieren, scheiterten, weil sich die Auftragnehmer, darunter Peter Voigt und der Germanist Hans Kaufmann, in dem ungewöhnlichen Bestand festlasen. Die Schriften Trotzkis, erinnert sich Voigt, hätten mit dem Rücken zur Wand gestanden, damit sie die Aufmerksamkeit nicht auf sich ziehen sollten. Galt es für die mit der Ordnung Beauftragten also nicht zuvörderst, sich des Inhalts der inkriminierten Literatur zu versichern?


VI
[…]


VII
»[G]ibt es ein Gegenstück zur Regellosigkeit einer Bibliothek, so ist es die Regelrechtheit ihres Verzeichnisses«, schreibt Benjamin in der bereits zitierten Rede »Ich packe meine Bibliothek aus«. Um diese Regelrechtheit zu erreichen, waren Vorgaben zu machen. Das Verzeichnis liefert keine Informationen über Erwerb und Lektüre der Bücher wie über Verwendung von Texten in eigenen Arbeiten. Welche Bücher als Quellen dienten, welche Werke Vorlagen für Bearbeitungen waren, ist nicht einzeln angegeben. Auskünfte darüber wären beim gegenwärtigen Stand der Forschung allzu kursorisch ausgefallen. Ausnahmen bilden Eintragungen in Exemplaren wie »Gelesen: 25. 9. 17. München« (in Hamsuns Schauspiel »Vom Teufel geholt«, Nr. 1511) oder »märz 37 / sk[obsbostrand] sv[endborg]« (im ersten Teil von Hegels »Wissenschaft der Logik«, Nr. 2371), präzise Angaben, die freilich selten sind. Noch seltener wird man Zeuge der Lektüre selbst wie im Falle des Bandes »Der Gegenstand der Photographie« von Friedrich Springorum, in dem Brecht schon auf Seite 17 eingetragen hat: »an dieser stelle stärkste unlust, weiterzulesen« (Nr. 1986). An seinem Urteil über die folgenden Seiten wird diese Unlust ihren Anteil gehabt haben. Da Zeitschriften der Jahre bis 1933 kaum überliefert sind, mithin auch zahllose Erstdrucke Brechts fehlen, dürfte zu verschmerzen sein, daß die vorhandenen Periodika nicht nach Einzelbeiträgen aufgeschlüsselt werden. Es ist aber zu bedenken, daß dadurch vielfach auf Verfasser und Titel verzichtet werden muß, die Brecht wahrgenommen und geschätzt hat – wie Karl Thiemes Brecht-Aufsatz „Des Teufels Gebetbuch“, der im Februar 1932 in der Zeitschrift „Hochland“ erschienen war (Nr. 3512). Im übrigen dürfte auch bei Zeitschriften gelten, daß oft gerade die nicht erhaltenen sich eines besonderen Interesses erfreuten.
Verzichtet wurde ferner auf weiterführende Angaben aus Brechts Schriften, Journalen sowie Erinnerungen und Tagebüchern anderer. Mancher Hinweis erscheint daher allerdings nur kryptisch. Das Exemplar des 1937 in Paris erschienenen Bandes »Weltbürger Ossietzky« (Nr. 2917) besteht beispielsweise, wie annotiert, lediglich aus der letzten Seite und dem hinteren Buchdeckel. Daß dieser Rest eines Buches jedoch besondere Bewandtnis hat, erschließt sich erst auf den zweiten Blick. Auf der erhaltenen Seite steht der Bericht vom Besuch einer internationalen Journalistendelegation bei Ossietzky im KZ Sonnenburg. Ossietzky, der seiner Bewacher wegen nicht sagen durfte, wie es ihm ging, beantwortete alle Fragen mit einem zackigen »Jawoll!«, und als man sich nach seiner Beschäftigung erkundigte, nach einem Gebiet, zu dem man ihm Literatur senden könne, erwiderte er, ebenfalls in militärischem Tonfall: »Deutsches Mittelalter!« Man hatte verstanden. Voll Bewunderung erzählte Brecht die Geschichte auf einer Gedenkfeier für Ossietzky am 14. Mai 1938 in Kopenhagen. Für die Triebkräfte einer solchen Szene, heißt es auf dieser letzten Seite des Buches, habe man »Vorbilder bei Shakespeare zu suchen«. Brecht schien, wie er schrieb, die »Übermittlung der Wahrheit in zwei kurzen Worten, angesichts des Schlächters [...] ohne weiteres den Nobelpreis zu verdienen« (BFA 22/1, S. 370).

[…]


Berlin, Oktober 2001                            Erdmut Wizisla


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(Stand 08.01.2010)