Bibliotheksbestände

Nachdem die Präsidialbibliothek der Preußischen Akademie der Künste mit Kriegsende weitgehend verlorengegangen war, erwarben die Nachkriegsakademien seit 1951 fachspezifische Bücher zur Literatur, Bildendenden und Darstellenden Kunst, Musik, Film- und Medienkunst sowie Baukunst des 20. Jahrhunderts. Die mittlerweile 550.000 Bände umfassende Bibliothek  beinhaltet Primär- und Sekundärliteratur der Mitglieder, Preisträger und Meisterschüler der Akademie der Künste sowie Nachlassbibliotheken der Archivgeber und Fachliteratur zu den vorhandenen Einzelarchiven. Besondere Schwerpunkte sind dabei die Literatur des Expressionismus und die Exilliteratur der Jahre 1933 bis 1945. Ergänzt werden die Bestände durch ca. 40.000 Ausstellungskataloge sowie thematische Sondersammlungen (4) für die Schwerpunkte Theater, Literatur, Bildende Kunst und Musik.

Ungefähr 300 Nachlassbibliotheken bedeutender Schriftsteller, Architekten und Künstler sowie bibliophiler Sammler und Repräsentanten der Kulturpolitik in der DDR und in der BRD bestimmen den Wert und die Bedeutung des Gesamtbestandes der Akademiebibliothek. Vollständig oder in Teilen mit den Archivnachlässen übernommen, reflektieren sie das Schaffen und die spezifischen Interessen der jeweiligen Künstler. Widmungsexemplare zeugen von ihren Beziehungen zu Zeitgenossen, Bearbeitungsspuren, Randglossen und eingeklebte Zettel erteilen Auskunft über die Intensität, mit der die Bücher gelesen wurden. Manchmal finden sich Notizen, aus denen ersichtlich ist, dass an dieser Stelle für eine Neuauflage korrigiert, umgearbeitet, verbessert wurde.
Von Heinrich Mann, Bertolt Brecht, Anna Seghers, Johannes R. Becher, Walter von Molo, Arnold Zweig, John Heartfield, George Grosz, Reinhold Conrad Muschler, Hanns Eisler, Paul Dessau, Hermann Henselmann, Julius Posener, Hans Werner Richter, Wolfgang Hildesheimer, Reinhard Döhl, Jurek Becker, Thomas Brasch, Wolfgang Hilbig, Peter Weiss, stellvertretend für viele andere genannt, sind umfangreiche Büchersammlungen in der Akademie überliefert, die teilweise jeweils mehrere tausend Bände umfassen. Sie stellen unerschöpfliche Quellen für die Forschung dar. Eine herausragende Sammlung zum Expressionismus mit wertvollen Ausgaben fast aller Autoren und vielen seltenen Zeitschriften z.B. birgt die Nachlassbibliothek des Filmregisseurs Kurt Jung-Ahlsen, die Buchproduktion des legendären Malik-Verlages ist fast vollständig präsent in der Nachlassbibliothek des Verlegers Wieland Herzfelde.
Es kommt vor, dass Akademiemitglieder Teilbestände zu Lebzeiten übergeben. Ergänzt durch sämtliche Neuerscheinungen sowie antiquarische Ankäufe, beherbergt die Akademiebibliothek in diesen Fällen die wohl umfangreichste Sammlung an Primär- und Sekundärliteratur zu diesem Personenkreis. Genannt seien u. a. Christa Wolf, Walter Jens und Günter Grass.
Große Bibliotheken aus verschiedenen Institutionen, wie z.B. die 60.000 Bände umfassende theaterwissenschaftliche Bibliothek des Gewerkschaftsklubs „Die Möwe“ mit einer umfangreichen Bühnenmanuskriptsammlung oder die mit 60.000 Bänden ähnlich umfangreiche Präsenzbibliothek der Hauptverwaltung Verlage und Buchhandel im Ministerium für Kultur der DDR mit Belegen der Publikationen der DDR-Verlage von 1960 bis 1990 setzen als Sondersammlungen im Bibliotheksbestand der Akademie vertiefende Schwerpunkte.

1999 begann die Bibliothek mit dem Aufbau der Berliner Sammlung Kalligraphie. Die ca. 1.000 Blätter in- und ausländischer Kalligraphen konzentrieren sich auf die lateinische Schrift. Eine Sammlung zum Schriftentwurf, der Nachlaß von Friedrich Poppl bildet den umfangreichsten Bestand, ist ihr angegliedert. Neben den Werken ihres Mentors, Hans-Joachim Burgert, illustrieren Originale und Drucke von Werner Schneider, Hans Schmidt, Ben Aalbers, Richard Kindersley, Denise Lach, um nur einige zu nennen, ein vielfältiges Spektrum kalligraphischer Kunst. Eine internationale Gruppe von Kalligraphen entscheidet über die Neuerwerbungen der Sammlung. Ergänzt wird die Sammlung durch aufwendig gestaltete Künstlerbücher sowie ausgewählte Fachbücher und Fachzeitschriften.

Die Bestände der Akademiebibliothek sind zu großen Teilen elektronisch erfasst und über das Internet zu recherchieren. Die Nachlassbibliotheken und Sondersammlungen werden nach und nach durch Retrokonversion integriert. Angestrebt ist zudem eine Recherchemöglichkeit auch über den regionalen Bibliotheksverbund Berlin Brandenburg.
Die Lesesäle am Robert-Koch-Platz 10 und am Pariser Platz 4 verfügen über einen Freihandbestand, ausgewählte aktuelle Fachzeitschriften sowie Tageszeitungen. An insgesamt 50 Arbeitsplätzen stehen den interessierten Nutzern sämtliche Medieneinheiten zur Verfügung.


Neues aus dem Archiv

Manfred Butzmann<br />
Tagebuch 1989 und 1990<br />
Foto: Armin Herrmann

Die ganze Heimatkunde von Manfred Butzmann

Manfred Butzmann entfaltet ein Kaleidoskop seines Schaffens der letzten Jahrzehnte - mit Arbeiten, die zwischen den künstlerischen Gattungen changieren. Sie docken sich immer an gesellschaftliche Themen an, meist in streitbarem Charakter. Dem in Potsdam geborenen und wieder in seiner Heimatstadt lebenden Künstler ist eine große Übersichtsschau in Cottbus und Publikation der AdK gewidmet > mehr