Michael Schwarz

Adorno in der Akademie der Künste
Vorträge und Diskussionen 1957–1967

Auszug aus der Zeitschrift für kritische Theorie, 19. Jahrgang, 2013, Heft 36/37 (zu Klampen Verlag)

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Zwischen 1957 und 1966 hat Theodor W. Adorno acht Vorträge in der Akademie der Künste (West) gehalten. Dort trug er Überlegungen zu Einzelwerken oder umgreifenden Fragen von Musik, Kunst und Literatur vor. Am 28. Februar 1957 schrieb er an Heinz-Klaus Metzger:

»Nächste Woche fahre ich nach Berlin und halte am Mittwoch in der Akademie der Künste einen Vortrag ›Die Funktion des Kontrapunkts in der neuen Musik‹. Er hängt natürlich mit meinem vorjährigen Kranichsteiner Kurs zusammen, geht aber weit darüber hinaus. Mir selber scheint diese Arbeit, die ich an möglichst sichtbarer Stelle publizieren möchte, eigentlich von allem, was ich je musiktheoretisch geschrieben habe, das erste, womit ich einigermaßen zufrieden sein kann.«

Dieser letzte Satz erstaunt, man hätte ihn von dem Autor der »Philosophie der neuen Musik« vielleicht nicht erwartet. Das Buch, das als sein musiktheoretisches Hauptwerk gilt, befriedigte Adorno nicht mehr; er glaubte es ganz anders schreiben zu müssen, hätte er sich noch einmal an den Text zu machen. Der kritischen Einstellung zum eigenen Werk entspricht ein Denken, das belehrbar ist, revisionsfähig und offen für Selbstkorrektur. Auch das bedeutet das »Ideal unablässiger Erneuerung aus der Sache« , das dem philosophischen Denker vorschwebte: Es kommt das Versuchende, Experimentierende und nicht Abschlusshafte in seine freilich auch von großer innerer Kontinuität und Beharrlichkeit geprägte Arbeit herein.

Während Adorno die Darmstädter (»Kranichsteiner«) Vorlesung über »Schönbergs Kontrapunkt« bei den »Internationalen Ferienkursen für neue Musik« improvisiert hatte,  trug er in Berlin ein ausgearbeitetes Manuskript vor. Er hatte die (auf Band mitgeschnittene und danach transkribierte) Darmstädter Vorlesung umgearbeitet und verlas den neu verfassten Text, als er auf Einladung der Akademie der Künste am 6. März 1957 im Gemeindesaal Berlin-Dahlem sprach. Wie ein Zeitungsbericht vermeldet, war im Publikum mehrheitlich eine ältere Generation vertreten – anders als noch in Darmstadt, wo sich vor allem auch avantgardistische junge Musiker zusammenfanden.

Die seit 1951 jeweils im Herbst stattfindenden »Berliner Festwochen« (zu denen Adorno 1963 den Vortrag »Wagners Aktualität« und 1966 »Der mißbrauchte Barock« beitrug) sollten ein für die Frühjahrszeit vorgesehenes Pendant in den »Berliner Begegnungen« bekommen; diese begannen im April 1963 unter dem Rahmenthema »Symbol und Mythos im Spiegel der zeitgenössischen Kunst«. Sie waren von Joachim Tiburtius initiiert worden, dem Berliner Senator für Volksbildung, der, als er Adorno einlud, ihm die Wahl eines Vortragsthemas überließ – freilich nicht ohne zu betonen, »daß es schön wäre, wenn Sie dabei besonderen Bezug auf das obengenannte Motto der ›Berliner Begegnungen‹ und etwa Schönbergs Behandlung biblischer Themen nähmen«. Hat Adorno den Themenvorschlag dann auf Schönbergs »Moses und Aron« zentriert, so wird an diesem Beispiel doch das Okkasionelle in der Entstehung einiger Arbeiten deutlich. Zwar hat der rege Intellektuelle viele Vorträge und Gespräche selbst angebahnt. Aber es gibt auch Gelegenheitssachen, die sich einem Redeanlass, den Programmvorstellungen und der initiativen Einladung eines Veranstalters verdanken. Programmideen der Gastgeber und vorgeschlagene Themen haben mitbestimmt, was wir als Adornos Œuvre kennen. Nicht wenige seiner Arbeiten sind – wie hier »Sakrales Fragment. Über Schönbergs Moses und Aron« – aus dem Angebot eines Vortrags erwachsen, zu dem er eingeladen wurde. Aufträge und öffentliche Präsentationsmöglichkeiten sind mitverantwortlich für die Gestalt seines Werkes, und dahinter die Architektonik eines Gesamtplans ausmachen zu wollen würde dem vielfach Kontingenten nicht gerecht.

Zwei Tage nach dem Schönberg-Vortrag stand bei den »Berliner Begegnungen« eine als »Streitgespräch« geplante Veranstaltung auf dem Programm, bei der Adorno, W. H. Auden, Elliot Carter, Frederick Goldbeck, Dragotin Gostuski und Josef Rufer über »Moses und Aron« debattierten. Zunächst war Adorno die Gesprächsleitung angetragen worden. Doch die wollte er nicht gerne übernehmen (in keinem seiner vielen öffentlichen Gespräche und Diskussionen trat er als Moderator auf). So bat er mit Hinweis darauf, dass er nach dem Vortrag nicht unparteiisch sein könne, darum, jemand anderen für diese Rolle zu gewinnen. Das Round-Table-Gespräch fand unter der Leitung des Komponisten Nicolas Nabokov am 23. April 1963 in der Akademie statt.

Adornos Freundschaft mit Nabokov – einem Cousin von Vladimir Nabokov – datiert von dieser Veranstaltung. Als Generalsekretär des »Congress for Cultural Freedom«  hatte Nabokov schon seit 1959 mit Adorno korrespondiert, aber eine engere Beziehung zwischen »Niki« und »Theo«, wie sie sich nannten, stellte sich erst seit der »Berliner Begegnung« her. 1964 wurde Nabokov Intendant der »Berliner Festwochen«, und zu diesen lud er Adorno im Jahr 1966 ein, über die Vorstellung von »Barockmusik« zu sprechen. Ein Jahr nach dem Barock-Vortrag, am 23. September 1967, nahm Adorno noch einmal mit Nabokov an einem Podiumsgespräch teil; die beiden diskutierten mit Andreas Razumovsky, Hans Heinz Stuckenschmidt und Virgil Thomson über Schönberg und Strawinsky. Das war Adornos letzter Auftritt in der Akademie der Künste.

Zurück zum Jahr 1963: Am 7. Juni (120. Todestag von Friedrich Hölderlin) sprach Adorno in der Akademie über »Fragen einer philosophischen Interpretation Hölderlins«. Wilfried Malsch, der sich von Adornos Einlassungen wohltuend Schockierendes und Aufstörendes versprach, hatte ihn namens der Hölderlin-Gesellschaft zu ihrer Jahresversammlung eingeladen. Im Nachlass ist die Korrespondenz mit Malsch erhalten, die das Zustandekommen des Vortrags sowie seine kontroverse Aufnahme auch bei den Vorständen der Hölderlin-Gesellschaft beleuchtet. Zunächst war, der Üblichkeit entsprechend, ein Abdruck in dem Jahrbuch der Gesellschaft vorgesehen gewesen. Doch im Unterschied zu den beiden anderen großen Vorträgen der Berliner Tagung – von Emil Staiger und Uvo Hölscher – ist der von Adorno nicht im »Hölderlin-Jahrbuch« erschienen. Die Gründe sind bei dem Angriff auf die Hölderlin-Deutung von Martin Heidegger zu suchen, dessen Nimbus und Guruatmosphäre zu zerstören Adorno in Berlin angetreten war. Mit Bezug auf den Vorschlag der Hölderlin-Gesellschaft, Passagen über Heidegger abzumildern, schrieb er zwei Wochen nach dem Vortrag: »Der Gedanke, daß Heidegger irgend zu schonen sei, will mir nicht einleuchten. Die Person ist mir ganz gleichgültig, aber es geht um die Sache. Heidegger hat nicht etwa taktische Konzessionen an die Nazis gemacht, was ich ihm weiß Gott nicht nachtrüge, sondern seine Philosophie ist faschistisch durch und durch.«  Adorno wollte nichts mildern. Er zog den Text für das Jahrbuch zurück und publizierte unter dem Titel »Parataxis« eine erweiterte Fassung in der »Neuen Rundschau«.

Bei dem Vortrag über »Wagners Aktualität«, gehalten im Rahmen der Berliner Festwochen am 30. September 1963, war Adornos Improvisationskunst gefragt. Kein ausgearbeitetes Manuskript lag ihm zu Grunde. Aber Adorno machte sich zur Vorbereitung Notizen, ließ diese dann abschreiben, und die Abschrift hat er noch am Tag des Vortrags handschriftlich ergänzt. So entstand ein elfseitiges Typoskript mit eigenhändigen Ergänzungen,  das Adorno als Handhabe diente, als er improvisierend das Thema entrollte. Der Ausführung, dem scheinbar mühelos dahinfließenden Sprechen, ging hier also die Gedankenarbeit eines detaillierteren Konzeptes voran – eine intensive Präparation, die untypisch für Adorno ist, der sich bei Vorlesungen und extemporierten Vorträgen oft nur auf ein oder zwei Zettelchen stützte. An den Veranstalter schrieb er:

»Besonders daran gelegen ist mir, daß der Vortrag wirklich als frei gehaltener angekündigt wird, so daß die Besucher nicht die Verlesung eines durchgeformten Manuskripts sondern etwas Loseres erwarten; das dürfte auch der Wirkung zugute kommen. [Absatz] Mit den Bedingungen bin ich einverstanden, möchte jedoch ausdrücklich darum bitten, daß nicht etwa der improvisierte Vortrag gedruckt wird, da ich zwischen gedrucktem und gesprochenen Wort sehr streng unterscheide.«

Dass Adorno sehr auf diesen Unterschied hielt, ist bekannt. Druck ist mit der durchgearbeiteten Werkform verbunden, während das loser organisierte gesprochene Wort, wenn nicht diesseits von Text und Stil, doch auf einer Stufe verbleibt, die den Ansprüchen an Druckwerke nicht genügen kann. Wird dem Sprechen die pragmatische Orientierung zugestanden – was »der Wirkung zugute kommen« kann –, so stehen auf der anderen Seite literarisches Formempfinden, sprachliche Verantwortlichkeit und ein Ethos des Schreibens, das es verbietet, etwas in festen Textbestand zu überführen und drucken zu lassen, das bestimmt ist, nur aus dem Augenblick heraus zu wirken. Über dies Verbot hat Adorno selbst sich freilich hinweggesetzt, als er den Wagner-Vortrag im folgenden Jahr dann doch zur Publikation freigab.  Nun erschien aber eine Textfassung, die beträchtlich von dem tatsächlich Gesprochenen variiert. Während der Autor später bemerkte, er habe bei der Bearbeitung nur das Notwendigste redigiert und ergänzt,  zeigt doch der Vergleich, dass sie kaum einen Satz unangetastet ließ: Adorno hat den Wortlaut des Vortrags eingreifend verändert, bevor er ihn publizierte.

Die meisten Vorträge von Adorno waren, anders als der über Wagner, bereits geschrieben, als er sie hielt. So auch der vom 23. Mai 1965 über »Einige Relationen zwischen Malerei und Musik heute«. Hier wurde ein Text aus dem Repertoire genommen: Adorno hatte den Vortrag, im Zusammenhang mit der Uraufführung einer Komposition von Mauricio Kagel, zuerst im April 1964 in München gehalten, wenig später auch in Duisburg und Frankfurt. Als er die Arbeit in Berlin vorlas – freilich nicht ohne einiges »hinzu zu improvisieren«  –, war sie also bereits vor gemischt zusammengesetzten Hörerkreisen präsentiert worden: im Kontext der Münchener »Musica Viva«, beim Duisburger »Verein für Literatur und Kunst« und in der Frankfurter Musikhochschule. Das Publikum dieser öffentlichen Veranstaltungen war nach Erwartungen, Interessen, Wissenstand und Bildungsgrad verschieden, und auch in der Akademie kamen Experten und Fachfremde, Künstler und ein gebildetes Laienpublikum zusammen, um Adorno zu hören. Das Thema, Konvergenzen zwischen aktueller Malerei und Musik, fügte sich in die programmatische Ausrichtung der Akademie, und in den von ihr herausgegebenen »Anmerkungen zur Zeit« ist der Vortrag denn auch gedruckt erschienen. In dieser Reihe war 1957 schon Adornos Kontrapunkt-Vortrag herausgekommen.

Zum Intellektuellen gehört das Nachdenken in fachübergreifenden Perspektiven. Adornos Einlassungen zur Musik haben meist auch eine soziologische Dimension, und Gesellschaft sah er wesentlich auch durch das Prisma der Kunst. Philosophie und Soziologie waren für ihn nicht zu trennen. Vielseitig gelehrte Bildung und geistige Beweglichkeit trieben ihn über disziplinär gebundene Fragen von Musik, Philosophie und Gesellschaft hinaus. Doch bei aller Kritik an Spezialistentum und fachlich eingezogenen Grenzen: Für Fragen der Architektur und bildenden Kunst hat Adorno sich nicht zuständig gefühlt. Ohne Ansprüche auf universale Gelehrsamkeit, legte er sich Selbstbeschränkung auf. Als Willy Brandt ihn einlud, 1962 auf dem »Kongress Deutsche Gemeinschaftsaufgaben« über »Fragen moderner Stadtplanung« zu sprechen, sagte Adorno Brandt ab, gestand dabei auch seine mangelnde Vertrautheit mit der Materie ein. In Bezug auf bildende Kunst hatte er sich, wie es in einem Brief heißt, »schon ein paarmal zu weit vorgewagt. Gerade wenn man, wie ich, kein Fachmensch ist, also die Arbeitsteilung nicht respektiert, und sich mit Dingen abgibt, die sonst für einen Ordinarius mit einem genau definierten Fachgebiet tabu sind, muß man sich besonders vor allem Dilettantismus hüten.« Doch ein Jahr nach dieser Äußerung wagte der Gelehrte sich erneut weit vor. Adorno folgte der Einladung von Adolf Arndt, dem Vorsitzenden des Deutschen Werkbundes, auf dessen Jahrestagung »Zum Problem des Funktionalismus heute« zu sprechen – nicht aber ohne dem Vortrag Kautelen voranzuschicken: Er wolle keinerlei Kompetenz in Dingen der Architektur beanspruchen, sei in diesen Fragen kein Experte, könne also nicht so wie in der Musik aus dem Material heraus argumentieren. Die Tagung, auf der nach Adornos Vorschlag auch Ernst Bloch sprach, fand vom 22. bis 24. Oktober 1965 in der Akademie statt.

An Daniel-Henry Kahnweiler schrieb Adorno am 18. April 1966: »Jetzt stehe ich im Begriff ein großes philosophisches Buch – mein chef d’oeuvre, wenn es so etwas noch gäbe, also vielmehr ein Anti-chef d’oeuvre [die »Negative Dialektik«] – abzuschließen. Sobald ich es hinter mir habe, werde ich meine ganze Kraft den ästhetischen Dingen zuwenden, die in diesem Buch strikt ausgeschlossen blieben. Ein Vortrag, den ich im Juni in Berlin halte und der ›Die Kunst und die Künste‹ heißen wird, soll den Übergang dazu bilden«.

Adorno hielt diesen Vortrag, der den Übergang zu seiner Ästhetischen Theorie bilden sollte, am 23. Juni 1966 im Studio der Akademie der Künste am Hanseatenweg. Es war der Abschluss einer vielteiligen Vortragsreihe (»Grenzen und Konvergenzen der Künste«), die Adorno angeregt hatte. In einem Brief an den Akademie-Präsidenten Hans Scharoun hatte er Ingeborg Bachmann, Alexander Kluge, Hans G Helms, Elmar Tophoven, Roger Blin und Paul Celan für die Vortragsreihe vorgeschlagen. Tophoven und Helms haben dann auch im Rahmen dieser Reihe gesprochen – ebenso Dieter Schnebel, Hans Blumenberg, Jean Bollack, Uvo Hölscher und Jean Starobinski.

Adornos letzter Vortrag in der Akademie war »Der mißbrauchte Barock«, gehalten im Rahmen der Berliner Festwochen am 22. September 1966. An deren Intendanten Nicolas Nabokov schrieb er:

»Lieber Niki, [Absatz] schönsten Dank für Deinen Brief, und herzlichste Erwiderung Deiner Neujahrswünsche. Es ist wirklich ein Jammer, daß man sich so selten sieht. Am 23. Juni werde ich bestimmt wieder in Berlin sein, und in der Akademie deren Zyklus mit einem Vortrag ›Die Kunst und die Künste‹ abschließen. Aber Gott allein weiß, ob Du dann dort bist. Auch in Paris haben wir uns, im vergangenen März, gerade verfehlt. [Absatz] Sehr danke ich für Deine Einladung. Natürlich ist sie äußerst verlockend. Von allem anderen abgesehen auch die Chance, außer mit Dir mit Edgar Wind (den ich sehr gut kenne, aber buchstäblich seit bald dreißig Jahren nicht mehr gesehen habe) und Arndt zu diskutieren. Aber es gibt Schwierigkeiten. Die eine ist, daß mir die Anwendung des Begriffs Barock auf die Musik sehr problematisch ist. Ich halte das, im Wesentlichen, für eine Erfindung der Musikhistoriker, um ihre drittrangigen Meister, durch Pseudomorphose an die große Malerei, als erstrangige Meister einzuschmuggeln (oh Teleman [sic!]) Ich könnte also die Sache nur dann unternehmen, wenn Du mir die Freiheit dazu gäbest, wobei ich mich übrigens auf gewisse Arbeiten des verstorbenen Hartlaub beziehen möchte, der schon vor vielen Jahren die Problematik des musikalischen Barockbegriffs dargetan hat. Vielleicht könnte man das zu einer Art Abrechnung mit der Musikwissenschaft benutzen. Aber ich weiß auf der anderen Seite natürlich nicht, ob Dir etwas Derartiges überhaupt in Dein Programm paßt – und wiederum, sanfter vermöchte ich in dieser Sache nicht zu agieren«.

Der Vortrag als notwendig unsanfte Aktion: Adornos Äußerung ist bezeichnend für ein Selbstverständnis, das in der Demontage von Meinungen, im Anstoßerregen und Anecken das Ethos des Intellektuellen sieht. Ein Ärgernis wollte er sein, ein ketzerischer Geist, und er scheute sich nicht, sich zum eigensinnig schroffen Herausforderer einer ganzen Disziplin – wie hier »der Musikwissenschaft« – zu erklären. Dass »etwas Derartiges« sehr wohl »ins Programm passt« (denn Veranstalter, Rundfunkanstalten und Zeitungen brauchen Zündstoff, sie sind auf Strittiges und Schlagkräftiges aus), dürfte nicht überraschen. Der Barockvortrag jedenfalls wurde in der Akademie gehalten, in wesentlichen Teilen und groß illustriert in der »Welt« abgedruckt und von der Zeitungsredaktion als »Paukenschlag« annonciert.

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Eine erweiterte Fassung dieses Textes ist in der von Gerhard Schweppenhäuser und Sven Kramer herausgegebenen Zeitschrift für kritische Theorie, 19. Jahrgang, 2013, Heft 36/37 (zu Klampen Verlag), erschienen.