STANDORTE DER AKADEMIE DER KÜNSTE
Hanseatenweg 10

Das gartengestalterische Konzept im Umfeld der Akademie

Bei der Planung der Interbau-Wohnbauten im Hansaviertel wurde der Gestaltung des Grünraums große Bedeutung beigemessen. Es galt nicht nur, die Einzelbauten in gärtnerisch gestaltete Frei- und Grünflächen einzubetten, vielmehr hatte man den Anspruch, den bei der geschlossenen Vorkriegsbebauung an der Brückenallee abgeschirmten Tiergarten gewissermaßen in das Interbau-Gelände hineinzuziehen. Das Verhältnis der bebauten zur unbebauten Fläche belief sich vor dem Krieg auf 1:1,5 - das der Neukonzeption auf 1:5,5.

Während die Gesamtkoordination dem Berliner Gartenarchitekten Walter Rossow übertragen wurde, berief man für einzelne Abschnitte namhafte nationale und internationale Garten- und Landschaftsarchitekten. Der Bereich um die spätere Akademie wurde Hertha Hammerbacher (Berlin) und Edvard Jacobsen (Karlstad) übertragen. Weiter nördlich an den Punkthäusern waren Gustav Lüttke (Hamburg) und Pietro Porcinai (Florenz) zuständig.



Mit der Planung des Akademie-Neubaus im Hansaviertel übernahm Walter Rossow die Grünplanung der unmittelbaren Umgebung. Von ihm stammen nicht nur die Pflanzpläne der von Werner Düttmann konzipierten inneren wie äußeren Gartenhöfe, er entwarf auch die eng um das Bauwerk führenden Wege. Für die Gartenhöfe und das Atrium des Ausstellungsbaus entwarf Rossow reizvolle Pläne, die ein Wechselspiel von Beeten, Grünbereichen und Wegeführungen zeigen. Schieferplatten mit bruchrauher Oberfläche wurden in römischem Verband verlegt. Vor allem im Bereich vor dem Hauptzugang sind Zwischenräume mit Bernburger Mosaik ausgefüllt, die Fugen mit Gräsern bewachsen.



In den Pflanzplänen zeigt sich die Vorliebe Rossows für die Verwendung von Stauden und Rosen. So sah er für den Garten am Theater und den Großen Innenhof eine artenreiche, farbenprächtige, für sonnige Standorte gedachte Stauden-Rosen-Pflanzung vor, in der Gehölze die Kulisse bildeten oder als Solitäre höhenwirksame Akzente setzten. Auch im Gräsergarten fanden Stauden Verwendung.



Walter Rossow verstand die Gestaltung der Außenanlagen als Prozeß. Das sich durch die Jahre verändernde Erscheinungsbild der Pflanzungen durch größer werdende Gehölze (und dadurch Verschiebung des Artenspektrums) war ein Bestandteil davon: "Gartendenkmalpflege ist Entwicklungspflege."

(Auszüge aus dem gartendenkmalpflegerischen Gutachten der Firma HORTEC)