Geschichte
Die Anfänge in den Zwanziger Jahren
Foto: Landesarchiv Berlin/
Waldemar Titzenthaler
Max Liebermann machte die Akademie der Künste als Präsident in den Jahren 1920-1932 zu einem Ort der Auseinander-setzung mit den Strömungen der Moderne.
Im Jahr 1928 regte er erstmals die Gründung einer „Gesellschaft der Freunde der Akademie“ an. Über diesen Weg wollte er zusätzliche Mittel für die Vergabe von Preisgeldern an Maler und Bildhauer einwerben.
Im Mai konnte die Akademie bereits einigen Stiftern für beträchtliche Zuwendungen und Preis-Stiftungen aus privater Hand danken. Eine Urkunde über die Gründung des Vereins im Jahr 1928 findet sich jedoch nicht im Archiv der Akademie der Künste.
Der zweite Gründungsversuch in den 60er Jahren
Werner Düttmann, Henry H. Reichhold und Hans Scharoun vor dem Modell des Akademiegebäudes am Hanseatenweg, 1958
Foto: Marie-Agnes Gräfin zu Dohna
Im Jahr 1960 wurde erneut eine „Gemeinschaft der Freunde der Akademie der Künste“ erwogen. Dies sollte der Sicherung des Etats zur Bespielung des Neubaus der Akademie der Künste in Berlin (West) am Hanseatenweg dienen. Der Deutsch-Amerikaner Henry H. Reichhold war mit gutem Beispiel vorangegangen, als er der Akademie der Künste mehr als eine Million US-Dollar aus seinem Privatvermögen für den Neubau am Hanseatenweg gespendet hatte. „Es bedarf der ergänzenden Hilfe aus der deutschen Wirtschaft, welche dem Beispiel eines einzelnen amerikanischen Industriellen folgen sollte“, schrieb der Präsident der Akademie der Künste, Hans Scharoun, am 30.1.1961 an Bundespräsident Theodor Heuß.
Von den großen Unternehmen hatten die Farbwerke Hoechst (Karl.Heinz
Spilker), der Schokoladenfabrikant und Mäzen Dr. Bernhard Sprengel, das
Bankhaus Bethmann und das Volkswagenwerk Wolfsburg (Frank Novotny) ihre
Unterstützung zugesichert. Der Bankier Hans Freiherr von Bethmann
erklärt sich bereit, „den Schatzmeister dieser Gruppe zu machen“. In
einem zweiten Schritt erhält die Akademie sogar die mündliche
Zusicherung von Theodor Heuss, „das Einverständnis des
Bundespräsidenten mit den Bestrebungen der Akademie ausdrücklich zu
bekunden und die Autorität des Bundespräsidenten bei der Gründung eines
Förderkreises ins Treffen zu führen.“ Auch diese Verhandlungen in den
60er Jahren endeten – vermutlich vor dem Hintergrund des stärkeren
Kultur-Auftrags der Stadt Berlin und größeren Vertrauens in die
öffentliche Hand - ohne eine Vereinsgründung.
Die erfolgreiche Gründung im Jahr 1999
Foto: Klaus-Peter Studré
Ein Jahr vor der Jahrtausendwende stand die Künstlersozietät erneut
vor der Herausforderung, Förderer und Fürsprecher zu finden. Nach der
erfolgreichen Vereinigung der beiden nach der Teilung der Stadt
parallel neu gegründeten Nachfolge-Akademien im Jahr 1993 stand die
Unterstützung eines ambitionierten Projektes an: die Akademie der
Künste sollte an ihren traditionellen Standort am Pariser Platz
zurückkehren, an dem sich seit 1907 das Akademiegebäude befunden hatte.
Am 5. Juli 1999 gründet sich – dieses Mal offiziell beurkundet - die
Gesellschaft der Freunde der Akademie der Künste. Zum Vorstand werden
Dr. Klaus Mangold und Dr. Rolf-E. Breuer gewählt. Die Rechnungsprüfung
übernehmen Dr. Erich Marx und Prof. Dr. Peter Raue. Der
Akademiepräsident György Konrad zog in seinen Dankesworten die
historische Verbindungslinie zwischen den Ideen Liebermanns und dem
Neuanfang.
Im Jahre 2000 waren Akademie- und Freundeskreismitglieder zu Gast im
Schloss Bellevue. Bundespräsident Rau bezeichnete es in seiner Rede als
„längst überfällig, dass eine so herausragende Institution wie die
Akademie der Künste mit ihrer großen, wechselvollen Geschichte auch
einen Freundeskreis erhält, der ihr mit mehr als guten Wünschen
verbunden sein möchte.“
Foto: Daimler Financial Services AG
Bundeskanzler Gerhard Schröder lud die Freunde der Akademie im darauf folgenden Jahr in das neu eröffnete Bundeskanzleramt zu einem Fundraising Dinner. Der Bundeskanzler führte aus: „Wir wissen: Kunst und Kultur brauchen Freiräume, und die Akademie wird sie bieten. Daher ist es richtig (…), dass wir die Akademie der Künste nicht nur fordern, sondern eben auch fördern. Die Bundesregierung wird das tun- und sogar gerne tun. Die Schaffung und Bewahrung von Freiräumen für die Kunst ist aber nicht nur Sache einer Regierung, vielleicht sogar nicht einmal in erster Linie Sache einer Regierung, sondern vor allen Dingen Sache der Zivilgesellschaft, also der Bürgerschaft insgesamt.“
Eröffnung des Hauses am Pariser Platz
Foto: Manfred Mayer
Mit dem Freundeskreis, dem sich spontan zahlreiche Förderer
anschlossen, gewann die Akademie der Künste einen wichtigen Partner,
der nicht nur den Neubau der Akademie sowohl politisch als auch
finanziell nach Kräften förderte. Dass die Akademie der Künste einen so
beeindruckenden Freundeskreis vorweisen konnte, war ein wichtiger
Schritt auf dem Weg zur Bundeseinrichtung. Hier zeigte sich einmal
mehr, dass die Freunde der Akademie als wirkungsvolles Netzwerk für
diese wunderbare Institution auftreten.
Im Mai 2005 eröffnet das neue Haus der Akademie der Künste am
Pariser Platz mit einem vom Freundeskreis großzügig unterstützten
Programm. Der Vorsitzende des Freundeskreises, Dr. Mangold, unterstrich
2007 noch einmal die Bedeutung dieses Umzugs mit den Worten: „Heute
können wir sagen: Die Akademie ist eine der ersten Adressen der Kunst
an einem der ersten Plätze unserer Republik!“
Erfolgreiche aktuelle Vereinsarbeit
In den folgenden Jahren konnte der Freundeskreis sich in vollem
Umfang der Förderung künstlerischer Projekte der Akademie der Künste
widmen. Die Freunde nahmen regen Anteil an den Förderprojekten und
stellten darüber hinaus in eigenen Veranstaltungen die Arbeit der
Akademie der Künste vor.
Im Jahr 2007 waren die Freunde der Akademie der Künste auf Einladung
von Staatsminister Bernd Neumann zu Gast im Bundeskanzleramt. In seinem
Grußwort würdigte der Staatsminister die Arbeit der Gesellschaft der
Freunde der Akademie der Künste: "Freundeskreise sind nicht nur
Geldgeber: gerade in Zeiten des Umbruchs sind sie kluge und diskrete
Ratgeber. Ich bin sicher, dass die Partnerschaft von staatlicher
Förderung und modernem Mäzenatentum auch in Zukunft gut funktionieren
wird, um der Akademie der Künste ideale Bedingungen zu schaffen."
In den Jahren ihres Wirkens haben die Freunde der Akademie der
Künste viele aufsehenerregende Projekte ermöglicht. Insgesamt 1,5
Millionen Euro an Fördermitteln haben sie seit unserer Gründung an die
Akademie überweisen können.
Foto: Manfred Mayer
Stetig wächst die Gesellschaft der Freunde der Akademie der Künste. Inzwischen gibt es zahlreiche Firmen- wie auch Privat-Mitglieder – und eine beeindruckende Liste unterstützter Projekte. Diese erfolgreiche Tätigkeit fortzuführen, ist heute dringlicher denn je.
So hoffen wir, dass auch Sie sich schon bald entschließen, Mitglied der Gesellschaft der Freunde der Akademie der Künste zu werden. Denn eines ist sicher: Freunde kann man nie genug haben!