KUNSTWELTEN – Schule

Angebote für Schulklassen

Wie klingt Berlin? Werkstatt mit Anne Boissel, Sunlay Almeida Rodriguez und Willkommensschülern, März 2016.

Das Flüchtlingslager El Shatt (1943-46). Schreibwerkstatt zu Zeichnungen von Lea Grundig mit Assaf Gruber und Moabiter Schülern in der Kunstsammlung der Akademie der Künste, Kinder im Exil, Februar 2016.

Tänzerin im Archiv. „Erste Erkundungen“ einer Willkommensklasse in der Kunstsammlung der Akademie der Künste, nach einem Fotomotiv von Ellen Auerbach, Kinder im Exil, Oktober 2015.

Benjamin und Brecht. Denken in Extremen
Ausstellung 26.10.2017 – 28.1.2018

Lumpermann und Margarotten
Die Denker und Väter Walter Benjamin und Bertolt Brecht
Animationsfilmwerkstatt, Leitung Constanze Witt und Claus Larsen, mit Kindern ab 4. Klasse, 6. – 10. November, 9 – 13 Uhr

Im Sommer 1938 besuchte der Philosoph Walter Benjamin seinen Freund, den Dichter Bertolt Brecht, in seinem Haus am Skovsbostrand bei Svendborg in Dänemark. Beide lebten schon 5 Jahre im Exil. Brecht zeigte Benjamin seine neuen Gedichte. Er hatte den Plan für ein neues Buch. Dieses sollte „Gedichte im Exil“ heißen. Später nannte er es dann „Svendborger Gedichte“. Darin sollten auch Gedichte und Lieder für Kinder enthalten sein. Walter Benjamin staunte: „Kinderlieder“ in einem Buch für Erwachsene? Ist es denn jetzt wichtig, für Kinder zu schreiben? Brecht sagte: „Wir dürfen die Kinder auf keinen Fall auslassen.“ Auch Benjamin hielt sehr viel von kleinen Kindern. Sie haben Phantasie und sind oft sogar weise! Er erinnerte sich daran, dass er die Wörter und Sprüche seines Sohnes Stefan einmal in einer Liste aufgeschrieben hatte, als Stefan erst drei Jahre alt war. Er hatte das Büchlein „Opinions et pensées“ genannt, so als ob es sich um die Sprüche eines großen Denkers handeln würde. Und wirklich hatte Stefan ganz neue Worte erfunden...

Nach einer Idee von Gesine Bey drehen die Kinder gemeinsam mit den Regisseuren Constanze Witt und Claus Larsen einen Film über die Denker und Väter Walter Benjamin und Bertolt Brecht.

Szenische Führungen
• 9.11. um 11.30 Uhr, dazu Denkwerkstatt 10.11. von 9 – 13 Uhr
• 23.11. um 11 Uhr, dazu Denkwerkstatt von 12.45 – 15 Uhr
• 4.1. um 11 Uhr, dazu Denkwerkstatt 5.1. von 9 – 13 Uhr

mit Denkwerkstätten für Schüler ab 9. Klasse 
„Durch die Ausstellung haben die Schüler gelernt wie es ist: ‚in Extremen bzw. Widersprüchen denken‘. In der Werkstatt wird zunächst über dieses Thema gesprochen, werden Fragen geklärt. Aufgabe für die Schüler: kleine Arbeitsgruppen bilden und zu folgenden Themen selbst Streitgespräche/Dialoge aufschreiben: Flucht & Exil, Familie, Wohnen, Krieg, Liebe, Macht, Lernen, Spielen, Religion, Freundschaft, Berlin, Ironie, Theater, Aura, Kunst, Kritik, Rolle des Intellektuellen u.s.w.“
Kerstin Hensel

Resonanz
Begegnungen in der Ausstellung, im Walter Benjamin Archiv und Bertolt-Brecht-Archiv der Akademie der Künste
Filmwerkstatt, Leitung Christa Donner, mit Schülerinnen und Schülern ab 9. Klasse, 11. – 15. Dezember, 9 – 13 Uhr

„Was von der Freundschaft zwischen Benjamin und Brecht berührt die Schülerinnen und Schüler, wovon lassen sie sich bewegen?
Der Film begleitet ihre Such- und Findungsprozesse: Sie gehen den Impulsen der Ausstellung nach, suchen im Bertolt-Brecht-Archiv und im Walter Benjamin Archiv der Akademie, sie stoßen auf Bücher, Bilder, Texte... vielleicht Überraschungen. Das Angeregte wird vertieft und die Jugendlichen verbinden es mit ihrem Eigenen. Klarheiten kristallisieren sich, Thesen entstehen. Auch Fragen sind Ergebnisse. Am Ende zeigen sie ihre Fundstücke und erzählen von ihren Erkenntnissen.“
Christa Donner

Wer a sagt, der muss nicht b sagen
Kurzfilmwerkstatt, Leitung Matthias Luthardt, mit Schülerinnen und Schülern ab 9. Klasse, 8. – 12. Januar, 9 – 13 Uhr

„Walter Benjamin und Bertolt Brecht waren Freunde des eigenständigen und auch widersprüchlichen Denkens. In der Kurzfilmwerkstatt setzen wir uns filmisch auseinander mit einem der Texte, die in der Denkwerkstatt unter Kerstin Hensels Leitung zu Papier gebracht wurden. Wie lassen sich gedankliche Widersprüche und Extreme szenisch und visuell für den Zuschauer erfahrbar machen? Im Verlauf der fünf Vormittage werden wir in Teams einen Kurzfilm drehen, der an den eigenen Verstand und den Geist des Widerspruchs appelliert. Wie heißt es noch bei Brecht in seinem Lehrstück Der Jasager. Der Neinsager: ‚Wer a sagt, der muß nicht b sagen. Er kann auch erkennen, daß a falsch war.‘“ Matthias Luthardt