Ausstellungsreihe

Martin-Gropius-Bau, 12.11.09.-17.01.10
Istanbul Modern Berlin

Aus der bedeutenden und umfassenden Sammlung des Museums Istanbul Modern werden im Martin Gropius Bau in 80 Werken herausragende Stationen der türkischen Moderne vorgestellt. Die Überblickschau stellt erstmals die aktuelle Kunstproduktion Istanbuls in eine historische Entwicklung des 20. Jahrhunderts, von der kontroversen Auseinandersetzung mit der westlichen Moderne 1920 bis 1950 über die Emanzipation eigener ästhetischer Positionen in den 60er bis 80er Jahren bis hin zu einer international vernetzten zeitgenössischen Kunstszene der letzten 20 Jahre. Beginnend Ende des 19. Jahrhunderts mit einem Monumentalgemälde des Sultans Abdülmecid Efendi, auf dem eine Haremsdame mit Goethes Werther auf ihrem Schoß dargestellt ist, bis hin zu der zeitgenössischen Videoarbeit von Şener Özmen "The Road to Tate Modern", in der der Künstler die Hierarchie der westlichen Museumslandschaft ironisiert, zeigt diese Ausstellung einerseits die selbstbewusste Auseinandersetzung mit internationalen Entwicklungen und deren radikale Neudeutung, andererseits aber auch den Sonderweg der türkischen Moderne.

Pariser Platz, 12.11.09.-03.01.10
"Boden unter meinen Füßen, nicht den Himmel"

Mit diesem Slogan verabschiedete sich die türkische Frauenbewegung der 80er Jahre von dem Versprechen des Korans, von Männern den Himmel zu Füßen gelegt zu bekommen. In den Ausstellungssälen am Pariser Platz rückt die Kuratorin Beral Madra 17 Künstlerinnen aus Istanbul ins Zentrum. Heute, in einer noch immer in weiten Teilen patriarchalisch organisierten Gesellschaft, vertreten die ausgestellten Künstlerinnen selbstbewusst, engagiert, mit Poesie, Radikalität und Ironie den Anspruch auf eine Führungsposition in den Künsten, die durch den weiblichen Blick auf die Welt eine vielfältige Bereicherung der Formen ebenso wie thematische Profilierung erfahren. 

Hanseatenweg, 12.11.09.-17.01.10.
Sechs Positionen kritischer Kunst aus Istanbul

Am Hanseatenweg setzen die Kuratoren sechs exemplarische kritische Positionen aus Istanbul zueinander in Beziehung. Die ausgestellten Künstler verbindet bei aller Unterschiedlichkeit bezüglich Generation, Sozialisierung, künstlerischer Arbeitsweise und politischer Haltung die radikale Kritik an der Unterdrückung des öffentlichen Raums durch militärische Intervention, die Kritik an autoritären Strukturen, nationalistischen oder rassistischen Repressionen, aber auch das Bekenntnis zu Aufklärung und Widerstand. Neben dem beeindruckenden Werk des frühverstorbenen Altan Gürman der 60er und 70er Jahre, das erstmals in Deutschland vorgestellt wird, stehen mit Balkan Naci Islimyeli, Bedri Baykam, Halil Altindere, Sükran Moral und Iran Önürmen herausragende Künstlerpersönlichkeiten der aktuellen Kunstszene im Zentrum.


Gözde Ilkin (*1981)
Dream Zone For Woman, 2008 
© Gözde Ilkin
Sarkis (*1938) İmzalı
Anonim III / Anonym signiert III
Courtesy Dr. Nejat F. Eczacıbaşı Foundation Collection
Altan Gürman (1935–1976)
Montaj 4 / Montage 4, 1967 
Courtesy Bilge Gürman Collection
Foto: Hadiye Cangökçe