Johanna Diehl, <i>Das imaginäre Studio XIV</i> (Hermann Scherchens rotierender Nullstrahler, Studio für Elektroakustische Musik, Akademie der Künste, Berlin), gelatin silver print, 2017, 61 × 49 cm

Josef Anton Riedl

Josef Anton Riedl wurde vermutlich 1929 in München geboren – das genaue Geburtsjahr des jüdisch stämmigen Komponisten konnte nie ermittelt werden –, wuchs zunächst in Murnau auf und gelangte dann über verschiedene Internate und Flüchtlingslager bis nach Südfrankreich und Algerien, von wo er erst 1947 nach Murnau zurückkehrte. Er studierte an der Münchner Musikhochschule, war beeindruckt von der Musik Carl Orffs und besuchte Kurse bei Hermann Scherchen in Gravesano. Zu Beginn der 1950er-Jahre nahm Riedl aus Interesse für die musique concrète Kontakt mit Pierre Schaeffer auf und komponierte eigene Werke mit elektronischen und konkreten Klängen. 1959 wurde er musikalischer Leiter des neu gegründeten Siemens-Studios für elektronische Musik in München. 1960 gründete er die Veranstaltungsreihe „Neue Musik München / Klang-Aktionen“, zwischen 1973 und 1983 leitete er das Kultur Forum Bonn, 1987 die Bonner Tage Neuer Musik. Zahlreiche Konzerte, Retrospektiven, Workshops und Diskussionsforen fanden unter Riedls Leitung statt. 2003 wurde Riedl Mitglied der Akademie der Künste und bis zu seinem Tod war er Mitglied des Beirats des Studios für Elektroakustische Musik der Akademie der Künste.