Kupferklau

20. März 2019

Von Manos Tsangaris

Immer wenn ich das Dach des Studios der Akademie am Hanseatenweg sehe, wie es aus der Erde aufragt, denke ich an unseren Ehrenpräsidenten, Klaus Staeck, der einmal sagte, die Akademie leide immer wieder an Kupferklau. Hinterhältige Kupferdiebe schneiden Stücke vom Dachbelag ab, um sie zu veräußern. Kupfer ist sehr viel wert. Aus Kupferlegierungen können zum Beispiel Münzen geprägt werden.

Ich bin dafür, eine Akademie-eigene Kupfermünze einzuführen, die den Namen Staecki trägt. Ein Staecki ist 100 bis 200 Euro wert. Man kann ihn aber auch gegen Kunst eintauschen. So erblüht die akademie-interne Wirtschaft. Sie floriert, wir dinieren. Das Dach löst sich auf. Der Himmel steht uns offen.

Heute habe ich wieder dreieinhalb Staeckis Gewinn gemacht. Und unser Dach? Wird demnächst mit Gold gedeckt werden, sagt man. Daraus könnten wir dann den Meerapfel-Taler machen, die Meeräpfel.

Der Kupferklau, denke ich, hat uns vorangebracht.

 

Manos Tsangaris, Komponist, ist Mitglied der Akademie der Künste, Sektion Musik. Seit 2012 ist er Direktor der Sektion. Er ist einer der Initiatoren von „Wo kommen wir hin“.

Sein Projekt Winzig und der Elefant ist ein raumgreifendes Stationentheater, das in musikalischen Miniaturen die Akademie zur Bühne macht. Die Premiere findet am 18. Mai 2019 statt. Weitere Aufführungen am 19., 24., 25. und 30. Mai 2019.

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