Bildende Kunst – Mitglieder

Georg Friedrich Schmidt

Hofkupferstecher, Maler

Am 24. Januar 1712 in Schönerlinde/Berlin geboren,
gestorben am 25. Januar 1775.
Von 1749 bis 1775 Ehrenmitglied der Preußischen Akademie der Künste, Berlin.

Biographie

Georg Friedr. Schmidt geb. zu Berlin den 24. Januar 1712 war der Sohn eines armen Tuchmachers (?), er besuchte die hiesige Akademie u. wurden dan Schüler von Georg Paul Busch einem ziemlich unbedeutenden Kupferstecher, den Schmidt sehr bald übertraf. In seinem dritten Lehrjahre mußte er 1730 in das Artillerie Korps eintreten, setzte dabei seine Studien fort, wurde aber seines kleinen Wuchses wegen u. vornehmlich auf Verwendung des Feldmarschalls von Grumkow, nach sechsjähriger Dienstzeit, wieder entlassen. Den 1. Juli 1736 reiste er über Strasburg nach Paris u. wurde dort Schüler von Larmessin (?). Nach siebenmonatlichem Unterricht dieses Meisters arbeitete er für sich, stach das Bildnis des Grafen v. Evrens nach H. Rigaud u. erhielt vom Grafen ein ansehnliches Geschenk dafür. Auf Rigauds Empfehlung bekam er auch das Bildnis des ERzbischofs von Cambrai zu stechen, der damit so zufrieden war daß er ihm nicht allein eine goldene Dose u. 3000 Livres zum Geschienk machte, sondern auch die Platte zu seiner Benuzung überließ. Der Freiherr v. Knobelsdorff, Intendant aller königl. Gebäude Fried. II. der ein Mitschüler Schmidts auf der hiesigen Akademie u. mit ihm befreundet war, kam 1746 nach Paris u. suchte bald seinen ehemaligen Mitschüler auf, der sich durch seine Arbeiten schon einen bedeutenden Ruf erworben hatte, u. machte ihm den Antrag mit nach Berlin zu gehen, wohin ihn der König bald berufen würde. Der Ausbruch des ersten schlesischen Krieges Krieges war Ursach das Sch. erst vier Jahre später dahin berufen wurde. Er stach während der Zeit das Bildnis des Malers Mignard nach Rigaud u. wurde nach Einreichung der Platte an die Akad. zu Paris im Jahre 1744 zu ihrem Mitglied erwählt. Fried. II. berief ihn 1743 nach Berlin u. ernannte ihn zum Hofkupferstecher mit Gehalt. Schmidt verließ anfang Sept. 1744 Paris u. kam den 2. Octob. desselben Jahres in Berlin an. Da der zweite schlesische Krieg bis Ende 1745 währete, konnte Sch. erst im Juli 1746 dem Könige durch den Freiherrn von Knolbelsdorf, vorgestellt werden. Die Russische Kaiserin Elisabeth berief ihn 1757 nach Petersb. um ihr Bildnis nach Tocqué zu stechen u. einige Schüler in seiner Kunst zu unterrichten, dazu er sich auch fünf Jahre verpflichten sollte. Fried. II. gab ihm die Erlaubnis dahin zu gehen, und Schmidt reiste den 24. August 1757 dahin ab u. kam 27. September in Petersburg an. Er stach daselbst außer dem Portrait der Kaiserin nach mehrere Platten und nachdem die fünf Jahre seiner Verpflichtung vorüber waren, ging er, obgleich ihn sehr vortheilhafte Anerbietungen gemacht wurden, den 2. Aug. 1762 ab. u. kam den 18. Sept. in seine Vaterstadt zurück. Er starb zu Berlin 25. Januar 1775. Jacobi hat ein Verzeichnis seiner Blätter herausgegeben, welches 186 Nummern enthält. Berlin 1815. 8?, und auch eine Biographie Schmidts darin mitgetheilt. In Mensels Museum für Künstler u. Kunstliebhaber 10. Stück p. 354 ist sein Leben beschrieben. So auch in Nachrichten von Künstlern u. Kunstsachen.
(Auszug aus der Matrikel der Akademie der Künste)