Gabriele Münter Preis 2017

15.03. – 17.04.2017
Akademie der Künste, Hanseatenweg 10, 10557 Berlin

Ausstellung: Di–So 11–19 Uhr
Eintritt: EUR 4/2, bis 18 Jahre und dienstags von 15 bis 19 Uhr Eintritt frei

Preisverleihung und Ausstellungseröffnung: Dienstag, 14. März 2017, 19 Uhr, Eintritt frei

Beate Passow: Ohne Titel, 2012 (aus der Serie: Picknick in Persien)

Die Münchner Installations-, Foto- und Collagekünstlerin Beate Passow (geb. 1945) erhält den Gabriele Münter Preis 2017. Die Jury würdigt mit dem Preis die konsequente künstlerische Haltung in Passows Gesamtwerk: „Die Künstlerin legt sich in keiner Weise auf ein Bildprogramm fest. Mit unterschiedlicher künstlerischer Technik setzt sie fragwürdigen Herrschaftssystemen, übermäßiger Ökonomisierung des Individuums und einer zunehmenden Überwachung ihren Blick und ihre Kamera entgegen“.

Arbeiten der Preisträgerin werden gemeinsam mit Einzelwerken der 19 weiteren ausgewählten Künstlerinnen in der Ausstellung gezeigt:

Franca Bartholomäi, Tremezza von Brentano, Nezaket Ekici, Mane Hellenthal, Margareta Hesse, Verena Kyselka, Ute Lindner, Anja Luithle, Alice Musiol, Eva von Platen-Hallermund, Sibylle Prange, Vera Röhm, Christine Rusche, Heike Ruschmeyer, Corinna Schnitt, Uta Schotten, Rose Stach, Melanie Wiora, Uta Zaumseil

Dazu sind in der Akademie der Künste Werke von Gabriele Münter zu sehen sowie von VALIE EXPORT und Ulrike Rosenbach, beide Mitglieder der Sektion Bildende Kunst der Akademie und Münter-Preisträgerinnen von 1997 und 2004.

Der renommierte Gabriele Münter Preis ist europaweit der einzige Kunstpreis, der sich an Künstlerinnen wendet, die älter als 40 Jahre sind. Der mit 20.000 € dotierte Preis wird 2017 zum siebten Mal vergeben. Namensgeberin des Preises ist die deutsche Malerin Gabriele Münter (1877 - 1962), eine der bedeutendsten Künstlerinnen der Klassischen Moderne.

Der Preis wird ausgelobt vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler (BBK), dem Frauenmuseum, Bonn, sowie der GEDOK, dem Verband der Gemeinschaften der Künstlerinnen und Kunstförderer.

Preisverleihung und Ausstellung finden in Kooperation mit der Berliner Akademie der Künste statt. Zweite Station der Ausstellung ist das Frauenmuseum in Bonn (7. Mai - 10. Juli 2017).

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

 

Otto Bartning (1883-1959). Architekt einer sozialen Moderne

31.03. – 18.06.2017
Akademie der Künste, Hanseatenweg 10, 10557 Berlin

Ausstellung: Di 11–20 Uhr, Mi–So 11–19 Uhr
Eintritt: EUR 6/4, bis 18 Jahre und dienstags von 15 bis 20 Uhr Eintritt frei

Ausstellungseröffnung: Donnerstag, 30. März 2017, 19 Uhr, Eintritt frei

Otto Bartning: Stahlkirche auf der Pressa in Köln, 1928, Außenansicht

Architekt, Ideengeber und Organisator – Otto Bartning (1883-1959) war eine außergewöhnlich vielschichtige Persönlichkeit. Als Mitglied des revolutionären „Arbeitsrates für Kunst“, war er neben Walter Gropius und Bruno Taut ab 1918 einer der Protagonisten der Moderne in der Architektur. Sowohl als maßgeblicher Impulsgeber des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg, wie auch als Berater der Stadt Berlin, vertrat er stets eine an menschlichen Bedürfnissen orientierte soziale Moderne.
Das vielschichtige Oeuvre Bartnings und seine vielseitigen Aktivitäten werden in einer umfassenden Retrospektive anhand von originalen Zeichnungen, Fotografien und Architekturmodellen sowie von  3D-Simulationen vorgestellt. Die Ausstellung wird zeigen, dass Bartnings Werk sowie seine programmatischen Argumente an Aktualität nichts verloren haben.

Otto Bartnings Wohnungs- und Kirchenbauten im Kaiserreich zeigen beispielhaft die radikale Abkehr vom noch gängigen Historismus. Mit seinem Entwurf der Sternkirche (1922) und der Stahlkirche (1928), einer innovativen Montagekirche aus Stahl, schuf er Leitbauten des modernen evangelischen Kirchenbaus. Neue Formen und Materialien zeichnen diese Kirchen aus, aber auch Bartnings Ziel, durch Sicht- und Raumbeziehungen einen sakralen Raum für die evangelische Gemeinschaft zu schaffen. Einzigartig ist auch das Notkirchenprogramm, in dem ab 1946 seriell vorgefertigte Typenkirchen in 43 deutschen Städten entstanden. Als Gründungsmitglied der Akademie der Künste, 1954, und Mitbegründer des Deutschen Werkbunds nach 1945 bestimmte er programmatische Leitlinien der Architekturentwicklung mit. Durch seine Bauten, Reden und Schriften prägte er maßgeblich die Baukultur der jungen Bundesrepublik. Die Internationale Bauausstellung „Interbau 1957“ in Berlin bildete einen weiteren Höhepunkt seines Lebenswerks.

Die Ausstellung, kuratiert von Dr. Sandra Wagner-Conzelmann, ist ein Kooperationsprojekt der Akademie der Künste, Berlin, und der Wüstenrot Stiftung in Zusammenarbeit mit der Städtischen Galerie Karlsruhe, dem Institut Mathildenhöhe Darmstadt und der Technischen Universität Darmstadt. Es erscheint eine ausstellungsbegleitende Publikation.

Gefördert durch die LOTTO-Stiftung Berlin.

Benjamin und Brecht. Denken in Extremen

26.10.2017 – 28.01.2018
Akademie der Künste, Hanseatenweg 10, 10557 Berlin

Ausstellungseröffnung: Mittwoch, 25. Oktober 2017, Eintritt frei

Bertolt Brecht und Walter Benjamin. Svendborg 1934.

Die Beziehung zwischen Walter Benjamin (1892–1940) und Bertolt Brecht (1898–1956) ist eine außergewöhnliche Konstellation. Höchst unterschiedlich geprägt, nähern sich der Dichter und der Kritiker in der Weimarer Republik einander an. Sie diskutieren Grundfragen der Kunst und der Politik in einer Form, die bis heute Spannungen erzeugt und Fragen aufwirft. Im Exil entsteht eine verlässliche Freundschaft.

Die Ausstellung zeigt die Aktualität dieser Begegnung, das historisch Dokumentierbare, das Echo von Freunden und Feinden sowie Momente der Rezeption im Denken und in der Kunst. Sie geht aus von der persönlichen Nähe und reagiert auf den Umstand, dass die Namen Benjamin und Brecht Chiffren geworden sind, Modelle für die Kunst und die Weltbetrachtung.

Gezeigt wird eine Auswahl mitunter noch unbekannter Originale: Brechts Schachbrett und eine chinesische Laotse-Figur, Gedichtmanuskripte, Tagebuchaufzeichnungen, Briefe und Fotos – Schlüsseldokumente, die Dreh- und Konfliktpunkte der Begegnung aufzeigen. Ergänzt wird das historische Material durch originale Film- und Audiodokumente, darunter Aufzeichnungen früherer Brecht-Aufführungen. Künstlerische Arbeiten kommentieren das Geschehen aus der Gegenwart. Zugesagt haben Zoe Beloff, Adam Broomberg / Oliver Chanarin, Edmund de Waal, Felix Martin Furtwängler, Friederike Heller, Alexander Kluge, Mark Lammert, Jonas Maron, Sarah Nemtsov, Marcus Steinweg und Steffen Thiemann.

Die Ausstellung wird zweisprachig präsentiert (deutsch/englisch). Sie wird gefördert von der Gesellschaft der Freunde der Akademie der Künste und der FRIES-Gruppe.