Koloniales Erbe

Kader Attia

Kader Attia

Kader Attia (geb. 1970 in Dugny, Frankreich) wuchs in Frankreich und Algerien auf. Vor seinem Studium in Paris und Barcelona verbrachte er mehrere Jahre im Kongo und in Südamerika. Heute lebt und arbeitet er in Berlin, Paris und Algier. Mit seinem interkulturellen und interdisziplinären Forschungsansatz untersucht Kader Attia die Perspektiven von Gesellschaften auf die eigene Geschichte; sein besonderes Augenmerk gilt dabei Erfahrungen von Entbehrung und Unterdrückung, Gewalt und Verlust und ihren Spuren im kollektiven Gedächtnis. Über seine soziokulturelle Forschung kam Kader Attia zum Konzept von „Repair“, als Beschreibung eines unendlichen Prozesses, der eng mit Verlust und Verletzung, Regeneration und Wiederaneignung verbunden ist. „Repair“ reicht weit über das eigentliche Konzept hinaus und bindet es in evolutionäre Prozesse in der Natur, der Kultur, in Mythen und Geschichte ein. 2016 gründete Kader Attiaeinen Raum in Paris, der als Diskussionsforum dient. Der Fokus liegt dabei auf der Entkolonialisierung von Wissen, Geisteshaltungen und Praktiken. Durch eine kultur-, disziplin- und generationenübergreifende Herangehensweise soll Wissen aus seinem Schubladendasein befreit werden. Seine jüngsten Einzelausstellungen hatte Kader Attia u.a. im SMAK Ghent, im Museum of Contemporary Art, Sydney, im Museum für Moderne Kunst, Frankfurt, im Beirut Art Center, in der Whitechapel Gallery, London, und im KW Kunstwerke, Berlin. Kader Attia war vertreten bei der 57.Venedig Biennale, der dOCUMENTA (13) in Kassel und in diversen Gruppenausstellungen, darunter im MoMA, New York, in der Tate Modern, London, im Centre Pompidou, Paris und im Solomon R. Guggenheim Museum, New York. 2016 wurde Kader Attia mit dem Marcel-Duchamp-Preis ausgezeichnet, 2017 mit dem Preis der Miró-Stiftung, Barcelona, und dem Yanghyun Art Prize, Seoul.

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