Musik – Mitglieder

York Höller

eigtl. Georg Höller

Komponist, Arrangeur

Am 11. Januar 1944 in Leverkusen-Schlebusch geboren, lebt in Köln.
Von 1991 bis 1993 Mitglied der Akademie der Künste, Berlin (West), Sektion Musik.
Seit 1993 Mitglied der Akademie der Künste, Berlin, Sektion Musik.

Biographie

1954 Unterricht in Klavier und Harmonielehre, erste kompositorische Versuche.
1960 erster öffentlicher Auftritt als Pianist und Komponist.
1963-1970 Studium an der Musikhochschule Köln bei Bernd Alois Zimmermann (Komposition), Herbert Eimert und Alfons Kontarsky (Klavier), und bei Wolfgang von der Nahmer (Orchesterleitung). Daneben studierte er Musikwissenschaft und Philosophie an der Universität zu Köln.
1967 Staatsexamen Schulmusik. Diplomarbeit "Fortschritt oder Sackgasse. Kritische Betrachtungen zum frühen Serialismus".
Bei den Darmstädter Ferienkursen erhielt er wichtige Anregungen, wonach er sich u.a. mit Theodor W. Adornos Serialismuskritik auseinandersetzte, ebenso inspirierten ihn Pierre Boulez' Analyseseminare.
1968/69 Solorepetitor an der Oper Bonn.
1971/72 Einladung von Karlheinz Stockhausen ins Studio für elektronische Musik der Hochschule für Musik Köln im WDR.
Lehrtätigkeit an der Rheinischen Musikschule, Konservatorium der Stadt Köln.
1973/74 erste live-elektronische Kompositionen.
1975-1990 Dozentur für Analyse und Musiktheorie an der Hochschule für Musik und Tanz Köln.
1977 Beschäftigung mit Gregorianik, mittelalterlicher und außereuropäischer Musik. Entwicklung des Konzepts der "Gestaltkomposition".
1978 Einladung zum IRCAM Paris, verbunden mit Auftrag zur Eröffnung des "Espace de Projection".
1980-1984 Internationale Kompositionsaufträge für u.a. Opéra de Paris, IRCAM Paris, Metz, BBC-London, Chicago, WDR-Köln.
1988/89 Kompositionskurse und Vorträge im In- und Ausland.
1989 Uraufführung der Oper "Der Meister und Margarita" (nach Michail Bulgakow) unter der Regie von Hans Neuenfels an der Pariser Opéra Garnier mit großem Erfolg.
1990-1999 Künstlerische Leitung des Studios für elektronische Musik im WDR-Köln.
1993 zunehmender Verlust der Sehkraft (schon in jungen Jahren extreme Kurzsichtigkeit und Nachtblindheit).
Weitere kompositorische Arbeit mit Computer-Notenschreibprogramm und gesampelten Instrumentalklängen, die simultan über Lautsprecher hörbar gemacht werden.
1993-1995 Professor für Komposition an der Hochschule für Musik Hanns Eisler, Berlin.
1995-2010 Professor für Komposition an der Hochschule für Musik Köln.

Werk

(Auswahl):
1964 5 Stücke für Klavier
1965 Diaphonie für 2 Klaviere
1966 3 Fragmente für Streichquartett
1966 Herbsttag nach Rilke für Sopran, Flöte, Harfe, Cembalo, Celesta und Streichquartett
1967 Topic für großes Orchester
1968 Sonate informelle für Klavier
1969 Epitaph für Jan Palach für Violine und Klavier
1970/84 1. Konzert für Klavier und Orchester
1971/72 Horizont, quadrophone elektronische Musik
1972/74 Chroma für großes Orchester und Live-Elektronik
1973 Tangens für Cello, elektrische Gitarre, Klavier, elektrische Orgel und 2 Analog-Synthesizer
1975/76 Klanggitter für Cello, Klavier, Synthesizer und Tonband
1977 Antiphon für Streichquartett und 4-Kanal-Tonband
1978 Arcus für 15 Instrumente, Schlagzeug und 4-Kanal-Tonband
1979 Mythos für 13 Instrumente, Schlagzeug und 4-Kanal-Tonband
1979 Moments Musicaux für Flöte und Klavier
1979/80 Umbra für großes Orchester und 4-Kanal-Tonband
1981 Résonance für kleines Orchester und Computerklänge
1982 Pas de trois für Viola, Cello und Kontrabass
1982 Schwarze Halbinseln für großes Orchester. Vokale und elektronische Klänge auf 4-Kanal-Tonband
1983 Traumspiel (nach Strindberg) für Sopran, großes Orchester und elektronische Klänge auf 8-Kanal-Tonband
1984 Improvisation sur le nom de Pierrre Boulez für 15 Instrumente
1984 Magische Klanggestalt für großes Orchester
1984-1989 Meister und Margarita, Oper in 2 Akten nach dem gleichnamigen Roman von Michail Bulgakow
1986 2. Sonate für Klavier (Hommage a Franz Liszt)
1989 Fanal für Trompete und kleines Orchester
1990/92 Pensees, 2. Konzert für Klavier, großes Orchester und digitale Live-Elektronik
1991 Magaritas Traum, konzertante Szenenfolge aus "Meister und Margarita" für Sopran, großes Orchester und 4-Kanal-Tonband
1991/93 Aura für großes Orchester
1993 Pas de deux für Violoncello und Klavier
1994/95 Tagträume, 7 Klanggedichte für Violine, Violoncello und Klavier
1996 Partita für 2 Klaviere
1996 Gegenklänge für 18 Instrumente
1996/99 Widerspiel für 2 Klaviere und großes Orchester
1997 2. Streichquartett
1998/99 Aufbruch für großes Orchester
1998/2003 12 Preludes für Klavier
1999/2000 Der ewige Tag für gemischten Chor und großes Orchester
2000/01 Ex Tempore für 9 Instrumente
2001 Trias für Alt-Saxophon, Klavier und Schlagzeug
2003 Klangzeichen für Bläserquintett und Klavier
1995-2003 Monogramme, 14 Charakterstücke für Klavier
2004 Scan für Solo-Flöte
2004 Feuerwerk für 17 Instrumentalisten
2006 Fluchtpunkte für Flöte, Englisch Horn, Klarinette, Klavier und Schlagzeug
2008 Sphären für großes Orchester

Auszeichnungen

1974/75 Aufenthalts-Stipendium für die "Cité Internationale des Arts" in Paris
1979 Bernd Alois Zimmermann-Preis der Stadt Köln,
Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen
1984/85 Aufenthalt in der Villa Massimo in Rom
1986 Chevalier de l'Ordre des Arts et des Lettres de la Republique Française
1987 Preis des Internationalen Komponisten-Forums der UNESCO
1989 Preis des Verbandes der französischen Theater- und Musikkritiker
1990 Rolf-Liebermann-Preis für die Oper "Der Meister und Margarita"
2010 Grawemeyer-Award für den Orchesterzyklus "Sphären"