Musik – Mitglieder

Michael Gielen

Dirigent, Komponist

Am 20. Juli 1927 in Dresden geboren, lebt in Loibichl/Österreich.
Seit 1997 Mitglied der Akademie der Künste, Berlin, Sektion Musik.

Biographie

1940 Emigration der Familie nach Buenos Aires/ Argentinien.
1942-1949 Klavierunterricht und Musiktheorie bei Erwin Leuchter, zusätzliches Philosophiestudium.
1949 spielte Gielen das gesamte Klavierwerk Arnold Schönbergs öffentlich und erregte als 22-jähriger damit großes Aufsehen. Es entstanden damals eigene Kompositionen, die stark von der 2. Wiener Schule geprägt waren.
1947-1950 Korrepetitor am Teatro Colón, enge Zusammenarbeit mit Erich Kleiber.
1950 Rückkehr nach Europa, Kapellmeister und Korrepetitor an der Wiener Staatsoper, daneben bis 1953 Studien bei Josef Polnauer.
1960-1965 Chefdirigent der Königlichen Oper Stockholm.
1968-1972 Leitung des Orchestre National de Belgique.
1973-1975 Chefdirigent der Niederländischen Oper Amsterdam.
1977-1987 Generalmusikdirektor und Intendant der Oper in Frankfurt am Main.
1979-1982 Chief Guest Conductor des Sinfonieorchesters der BBC London.
1980-1986 Musikdirektor des Cincinnati Symphony Orchestra.
1987-1995 Professor für Dirigieren am Mozarteum Salzburg.
Seit 1999/2000 ständiger Gastdirigent des SWR Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg.
Arbeit an Konzert- und Opernhäusern auf allen Kontinenten.

Werk

(Auswahl):
1946 Sonate für Violine und Klavier
1948 Der Einsame für Bass und Klavier nach Friedrich Nietzsche
1949 Variationen für Streichquartett
1950 Choralvariationen über "Christus der uns selig macht"
1954 Musik 1954 für Bariton, Streicher, Klavier, Pauken und Posaune
1959 Variationen für 40 Instrumente, 4 Gedichte von Stefan George für Chor und Orchester
1960-1963 Pentaphonie "Un dia sobresale" - "Ein Tag tritt hervor" nach Pablo Neruda
1967-1969 Die Glocken sind auf falscher Spur, Melodramen und Zwischenspiele nach Gedichten von Hans Arp
1971-1974 Mitbestimmungsmodell für Orchestermusiker und Dirigenten
1976 Orchesterstück "Einige Schwierigkeiten bei der Überwindung der Angst"
1983 Un vieux souvenir, Streichquartett
1988 Pflicht und Neigung für Bläser, Schlagzeuger und Tasteninstumente
1989 Rückblick, Trio für 3 Celli
1991 Sonate für Cello solo
2001 Klavierstück in sieben Sätzen

Auszeichnungen

1984 Hessischer Staatspreis für Kultur
1986 Theodor-W.-Adorno-Preis, Frankfurt am Main
1996 Dirigent des Jahres, Fachzeitschrift "Opernwelt"
1996 Großer Musikpreis der Stadt Wien
1999 Frankfurter Musikpreis
2000 Ehrendoktorwürde der Universität der Künste, Berlin
2006 Musikpreis der Stadt Duisburg
2007 Deutscher Theaterpreis DER FAUST für sein Lebenswerk
2010 Ernst von Siemens Musikpreis,
Großes Verdienstkreuz mit Stern der Bundesrepublik Deutschland