Bildende Kunst – Mitglieder

Carl Gotthardt Langhans

Architekt

Am 15. Dezember 1732 in Landeshut/Schlesien geboren,
gestorben am 1. Oktober 1808.
Von 1786 bis 1808 Ehrenmitglied der Preußischen Akademie der Künste, Berlin.

Biographie

Carl Gotthardt Langhans geb. zu Landshut in Schlesien 15. Decb. 1733 studirte die Baukunst u. machte 1759 eine Reise nach Niedersachsen, Holland u. Engeland. Baute den fürstl. Hatzfeldschen Pallast in Breslau, ging 1769 durch Oesterreich nach Italien u. kehrte 1770 durch die Schweitz zurück. In Bologna ward er Mitglied der Akademie der Künste u. Wissenschaften u. 1773 Mitglied der Oekonomisch-patriotischen Gesellschaft in Schlesien. Im Jahre 1775 machte er eine Reise über Berlin nach Westphalen, Holland, Engeland u. Frankreich u. die österreichischen Niederland, u. ward bei seiner Zurückkunft Kriegs u. Oberbaurath bei der schlesischen Kamer, auch wurde ihm der Bau des großen Armenhauses zu Creuzburg übertragen. Im Jahre 1782 baute er das Schauspielhaus in Breslau; zu Rheinsberg wurde verschiedenes nach seinen Zeichnungen gebaut. Der Marienthurm zu Berlin wurde nach seiner Zeichnung u. Angaben von Michael Philip Bonmau (?) in den Jahren 1789 bis 1790 im gothischen Stiel ausgefährt , weil der alte seiner Baufälligkeit wegen abgetragen werden mußte. Auf königlichen Befehl bauete er nach der alleinigen ersten Idee Friedr. Wilh. II. das Brandenburger Thor zu Berlin wozu der Bau der Prophyleen zu Athen die Grundidee gaben. Er wurde durch den Ober Hof Baurath Lessling u. den Ober Hof Bau Inspektor Held unter seiner beständigen Aufsicht von 1789 bis 1793 ausgeführt. In derselben Zeit von 1790 bis 1792 baute er die Herkules Brücke u. 1800 bis 1802 das königliche Schauspielhaus zu Berlin welches den 29. Juli 1817 abbrannte u. nach des Geh. Ob. Hofbaurath Schinkel's Angabe wieder erbaut wurde in den Jahren 1818 bis 1820. Friedr. Wilh. II ließ auch von ihm das Marmor Palais am Heiligen See bei Potsdam errichten. Sein in der Charlottenstraße No. 31 gelegenes Haus, das er selbst erbaute, war das erste in Berlin, welches ein rundes Bolendach erhielt. Er starb auf einer Reise zu Grüneich bei Breslau den 1. Octob. 1808. Sein Sohn wurde Baurath in Breslau, und 1819 ordentliches Mitglied der Königl. Akademie der Künste zu Berlin. Sie Nro 332.
(Auszug aus der Matrikel der Akademie der Künste)