Musik – Mitglieder

Vinko Globokar

Komponist, Posaunist

Am 7. Juli 1934 in Anderny/Frankreich geboren, lebt in Paris und Zuzemberk/Slovenien.
Seit 2005 Mitglied der Akademie der Künste, Berlin, Sektion Musik.

Biographie

Vom 13. bis zum 21. Lebensjahr in Ljubljana/Slowenien.
Debüt als Jazzmusiker.
Studium der Posaune am Conservatoire in Paris (Diplom in den Fächern Posaune und Kammermusik), Komposition und Dirigieren bei René Leibowitz und Kontrapunkt bei André Hodeir. Schüler von Luciano Berio.
Solist bei zahlreichen Uraufführungen von Werken für Posaune von Luciano Berio, Mauricio Kagel, Karlheinz Stockhausen, René Leibowitz, Louis Andriessen, Toru Takemitsu, Jürg Wittenbach und anderen.
Aufführung eigener Werke unter seiner Leitung vom Orchester des Westdeutschen Rundfunks, den Orchestern von Radio France, Radio Helsinki und Radio Ljubljana sowie den Philharmonischen Orchestern Warschau und Jerusalem.
1967-1976 Professor an der Musikhochschule Köln. 1969 Mitbegründer der Gruppe für Improvisation New Phonic Art.
1973-1979 Leiter der Abteilung Instrumental- und Vokalforschung am Institut de Recherche et Coordination Acoustique/Musique (IRCAM) in Paris.
1983-1999 Arbeit als Lehrer und Dirigent für Musik des 20. Jahrhunderts mit dem Orchestra Giovanile Italiana di Fiesole (Florenz).
2003 Ehrenmitglied der ISCM (IGNM).

Werk

(Auswahl):
1967-1993 Diskurs I-IX. Werkzyklus
1971 Ausstrahlungen für einen Solisten und 20 Spieler
1973-1985 Laboratorium. Zyklus aus 55 Einzelwerken für einen bis zehn Spieler
1974 Das Orchester. Material zur Diskussion eines historischen Instruments für Orchester
1975 Un jour comme un autre für Sopran und Kammerensemble
1982/1986 Les Emigrés für fünf Vokalsolisten, fünf Sprecher, kleinen Chor, ein Jazztrio und Orchester
1987-1990 L’armonia drammatica für 7 Vokalsolisten, Chor, Saxophon und Orchester
1988 Kolo für Chor und Posaune
1990 Eisenberg für 16 Ausführende ad lib.
1992 Labour für Orchester
1993 Bline Zeit für 7 Instrumente
1995 Skelett für 4 Musiker und Klangprozessor
1996 Répons à "lettres" après "second thoughts" für Sopran, Flöte, Akkordeon und Schlagzeug
1997 Zlom für 26 Instrumente
1999 Anti-Zapping für Orchester
2000 Der Engel der Geschichte, 1. Teil Zerfall für 2 Orchestergruppen und Tonband
2001 La Prison für 8 Instrumente
2001/2002 Der Engel der Geschichte, 2. Teil: Mars für zwei Orchestergruppen, Tonband und Live-Elektronik
2002 Avgustin, dober je vin für Bläserquintett
2003 Les otages für Orchester und Sampler
Eppure si muove für dirigierenden Posaunisten und elf Instrumentalisten
2003/2004 Der Engel der Geschichte, 3. Teil: Hoffnung für zwei Orchestergruppen und Sampler
2003/2005 Les chemins de la liberté für Orchester ohne Dirigent
2004/2005 Métamorphoses parallèles für Viola, Klavier und zwei Sampler
2006/2007 Mutation für ein singendes Orchester, Text: Michael Gielen
Rêve énigmatique No. 135 für Gitarrenquartett mit zwei Samplern
2007 Substitution anonyme für sechs Instrumentalisten
2008 Destinées Machinales für Schlagzeug, Klarinette, Violoncello, Posaune/Alphorn und Musikmaschinen
Au-delà d’une étude pour percussion für Schlagzeug solo
2009 Damdaj für neun improvisierende Musiker
2009/2010 Radiographie d’un roman für gemischten Chor (mit sieben Solisten), Akkordeon solo, Schlagzeug solo, 30 Instrumentalisten und Live-Elektronik, Text: Vinko Globokar
2010 Idée fixe für Violoncello solo
2012 L’idôle, Musiktheater für Mädchenchor und vier Schlagzeuger, Text: Georges Lewkowicz (dt. Übersetzung: Annette Schlünz)
L’Exil N° 1 für Sopran (oder Tenor) und fünf Instrumentalisten. Siebensprachige Textmontage, bestehend aus Gedichtfragmenten aus 49 Gedichten von Homer bis in die Gegenwart zum Thema Exil
2012/13 Kaleidoskop im Nebel für Kammerensemble