Musik – Mitglieder

Iris ter Schiphorst

Komponistin, Interpretin, Autorin

Am 22. Mai 1956 in Hamburg geboren, lebt in Berlin.
Seit 2013 Mitglied der Akademie der Künste, Berlin, Sektion Musik.

Biographie

Ausbildung zur Pianistin, Konzerttätigkeit.
Zwei Jahre Reisen durch die Welt.
Studium der Theater-, Kulturwissenschaften und Philosophie in Berlin.
Seminare bei Dieter Schnebel, Luigi Nono und Helga de la Motte.
Intensive Beschäftigung mit elektronischer Musik und Sample-Techniken.
Seit 1986 freiberufliche Komponistin in Berlin.
Ende der 1980er Jahre Gründung des Vereins zeit-Musik, zusammen mit den Komponisten Mayako Kubo, Franz-Martin Olbrisch, Berthold Türcke sowie den Musikwissenschaftlern Frank Hilberg und Gian Mario Borio.
1990 Gründung des elektro-akustischen Ensembles intrors.
Ab 1992 zahlreiche Einladungen zu internationalen Musikfestivals, Uraufführungen und Kompositionsaufträge.
1996-2001 intensive Zusammenarbeit mit dem Komponisten Helmut Oehring, zahlreiche gemeinsame Kompositionen.
Porträt-CD Iris ter Schiphorst und Helmut Oehring des Ensemble ictus.
Kammermusik-CD Iris ter Schiphorst und Helmut Oehring des Ensemble Aventure.
2011 und 2013 Gastprofessur für Experimentelle Komposition an der Universität der Künste, Berlin.

Werk

1982 Terrible für Stimme, 3 Trompeten, E-Gitarre, E-Bass und Schlagzeug
1985 Postludium aus Vergessenem für gemischten Chor und Schlagzeug
1990 Ballade für einen Bulldozer für Violine und Synthesizer/Sampler
1992 Anna's Wake, 3-D-Oper für Tonband, Live-Sängerin und 16mm-Film
Anna's Song für Stimme, Violine, Viola, Violoncello und Synthesizer/Sampler
1995 Eden cinema für präpariertes Klavier und Sampler
1996 Polaroids (mit Helmut Oehring). Melodram für gehörlose Solistin, Sopranist, 12 Instrumente und Live-Elektronik
1997 Silence moves (mit Helmut Oehring). Soundtrack für einen imaginären Film für Stimme, Violine, Violoncello, E-Bass, präpariertes Klavier/Sampler, Zuspielbänder, Videoinstallation und Live-Elektronik
LIVE (aus Androgyn) (mit Helmut Oehring) nach dem Gedicht von Anne Sexton für Stimme, Violine, Violoncello, präpariertes Klavier/Sample-Keybaord und Live-Elektronik
Silence moves II (mit Helmut Oehring) für Stimme, Violine, Violoncello, präpariertes Klavier/Sample-Keyboard, E-Gitarre, E-Bass, Zuspielbänder und Live-Elektronik
PRAE-SENZ (Ballet blanc II) (mit Helmut Oehring) für Violine, Violoncello, präpariertes Klavier/Sample-Keyboard
1998 Mischwesen (mit Helmut Oehring) nach dem Gedicht "Silence" von Anne Sexton sowie Texten von Helmut Oehring und Iris ter Schiphorst für gehörlose Darstellerin, 3 Trompeten und Keyboard
Requiem (mit Helmut Oehring) für 3 Countertenöre, 12 Instrumente und Live-Elektronik (Text nach Anne Sexton)
A.N. (evita-che guevara-madonna) (mit Helmut Oehring) für 2 Stimmen, 8 Instrumente und Live-Elektronik
1999 Ballade für Orchester: HUNDERT KOMMA NULL für Orchester und Sample-Keyboard
Bernada Albas Haus (mit Helmut Oehring). Tanztheater für 7 Tänzer, gehörlose Darstellerin, Sopranist, präpariertes Klavier/Sample-Keyboard, E-Gitarre, Kontrabass und Live-Elektronik
2000 EFFI BRIEST (mit Helmut Oehring). Musiktheater-Psychogramm nach Fontane für 1 Vokalistin, 1 Sopran, 1 Stimme, 1 gehörlose Darstellerin, 18 Instrumente und Live-Elektronik
Als ob: SUITE (mit Helmut Oehring). Musik- und Tanzprojekt für Tänzer, E-Gitarren, 2 Klarinetten, Klavier, Akkordeon, Schlagwerk und Live-Elektronik
Der Ort ist nicht der Ort (mit Helmut Oehring). Musiktheater für Instrumentalensemble, gehörlose Darstellerin, Sopranistin, Sopranist und Live-Elektronik, UA Expo 2000 in Hannover
2001 rumgammeln + warten (mit Helmut Oehring) für Stimme, gehörlose Solistin und Instrumente
2001/02 Euridice. Kammeroper für 1 tanzende Vokalistin, 3 Sängerinnen/Erzählerinnen, Tänzer, Bassflöte, Kontrabassklarinette, Violine, Violoncello, Kontrabass, Klavier/Keyboard und Schlagzeug
2002 My Sweet Latin Lover für verstärkte Flöte, Keyboard, 2 Schlagzeuge und 5 E-Gitarren
BROKEN oder: "Why don't you say a word..." für Orchester und Sample-Keyboard, Elektronik
Berlin - Sinfonie einer Großstadt (mit Helmut Oehring). Musik zum Film von Thomas Schadt für großes Orchester, UA 2002
2003 ...und Pommernland ist abgebrannt (deutsches Schreiben) für Englischhorn, Bassflöte, Bassklarinette und Effektgerät
Wie einen Wasserfisch für Stimme und Instrumentalensemble
2004 Changeant für Stimme solo und Zuspiel ad lib.
La Coquille et le clergyman (Musik zum gleichnamigen Film von Germaine Dulac, 1928) für 12 Instrumente und Zuspiel, 2007 DVD-Release
Erlaube, Fremdling, dass ich dich berühre für 1 Mimen, 2 Instrumentalensembles, Videoprojektionen und Zuspiel
2004/05 Aus Kindertagen: verloren für 8 Instrumente und Zuspiel
2005 Hi Bill für Bassklarinette solo
Zerstören für 17 Instrumente, Sampler und Zuspiel
2006 Zerstören II für Orchester (verstärkt)
A little madness in the spring. Video-Oper für 19 Instrumente und Video
2006/07 "No, Sir..." für Querflöte und Paetzold-Bass
2007 Vergeben/Bruchstücke zu Edgar Varèse für Blasorcherster, Schlagzeug und Klavier
2008 Miniaturen für Violoncello (oder Klarinette) und Akkordeon
2008/09 Dislokationen (Aus: ...auf der Suche nach dem Erhabenen...) für Orchester und Klavier (verstärkt)
2009 Die Gänsemagd. Kinderoper nach dem Märchen der Brüder Grimm (Libretto Helga Utz)
2009/10 Un chien andalou. Musik zum Film von Bunuel für Ensemble
2010 Dislokationen II für Violine, Viola, Violoncello, Klavier und Sampler
Klangrätsel für Jugendstreichorchester
Passion 13/Melodram (aus der Reihe "Zerstören") für Vokalistin und Orchester (Text Peter Staatsmann)
2011/12 dead wire für Klavier/Keyboard und Elektronik
2011 Studien zu Figuren für 7 Solostimmen (verstärkt) und Sampler
Grüffelo. Theatermusik zu "Der Grüffelo" nach der gleichnamigen Geschichte von Julia Donaldson für Puppentheater für Klarinette, Horn, Violine, Violoncello, Kontrabass und Klavier (unter Mitwirkung von Stefan Lienenkämper)
Aung für inszenierte Sängerin/Performerin, Ensemble und Elektronik (Text zusammengestellt von Helga Utz aus Originalquellen)
Miniaturen für Streichquartett und Klarinette
2012 Vergiss Salome. Szene für Koloratursopran und Zuspiel (Text Karin Spielhofer)
Breaking... (frei nach "Breaking the Waves" von Lars von Trier) für Ensemble und Elektronik
2012/13 S.O.S. Odysseus (mit Uros Rojko) für Kinderchöre, 2 Schauspieler und Orchester (Text Helga Utz)
2013 Klang-Erzählungen (aus dialogisches Komponieren) für Ensemble

Auszeichnungen

1992 Erster Preis des 3. Kompositionswettbewerbs für Synthesizer- und Computermusik, Braunschweig
1997 Preisträgerin des internationalen Kompositionswettbewerbs Blaue Brücke, Hellerau, mit dem Ensemble intrors
2001 Nominierung von Ballade für Orchester: Hundert Kommo Null für den Prix Italia
2004 Artist in Residence auf dem Künstlerinnenhof Die Höge
2007 Nominierung von Zerstören für die World Music Days in Hongkong
2008 Sonderpreis der Jury für Miniaturen beim Internationalen Komponistinnenwettbewerb der Gedok
2009 Nominierung für den Deutschen Musikautorenpreis in der Kategorie Sinfonik
2011 Dislokationen für Orchester und Solo-Klavier in der Endauswahl des Rostrum of Composers, weltweit gesendet
Preisträgerin des "ad libitum" Kompositionswettbewerbs der Winfried Böhler Kultur Stiftung Netzwerk Neue Musik Baden-Württemberg
2013/14 Residenz am Theater Chemnitz / Robert-Schumann-Philharmonie
2015 Heidelberger Künstlerinnenpreis